Handball

Füchse erreichen Sieg des Willens im Ost-Derby gegen Magdeburg

| Lesedauer: 3 Minuten
Alexandra Gross

Foto: Lukas Schulze / dpa

Eine Woche nach dem Triumph im EHF-Pokal zeigten sich die Berliner topfit. Mit dem Sieg ist dem Team von Trainer Sigurdsson zugleich die Revanche für die Niederlage im Pokal-Halbfinale geglückt.

Ausgelassen tanzten die Spieler über das Parkett, ließen sich von den Fans lautstark feiern. „Oh, wie ist das schön...“, schallte es aus den Lautsprechern. Der Jubel war groß. Im vorletzten Heimspiel der Saison besiegten die Füchse Berlin den SC Magdeburg in der Handball-Bundeliga mit 32:27 (16:14). Damit gelang den Berlinern auch die Revanche für die Niederlage im DHB-Pokal-Halbfinale zwei Wochen zuvor (26:27). Vor 9000 Zuschauern in der ausverkaufen Max-Schmeling-Halle war Petar Nenadic mit neun Toren bester Berliner Werfer.

„Das war der elfte Sieg in den 13 Derbys mit Magdeburg, das macht mich stolz“, sagte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson. „Das war ein wirklich gutes Spiel von uns.“ Und Geschäftsführer Bob Hanning sagte: „Wir wollten heute ein Zeichen setzen, dass wir diesen Sieg unbedingt wollen. Das haben wir getan.“

Vor dem Anwurf war es Zeit für die Ehrung der Berliner Handball-Helden. Am vergangenen Sonntag hatte zunächst die B-Jugend den deutschen Meistertitel gewonnen – es war der siebte Titel einer Füchse-Jugendmannschaft in Folge – danach hatte die Profis im Endspiel gegen den HSV Handball den EHF-Pokal erkämpft und damit für den ersten europäischen Triumph der Vereinsgeschichte gesorgt. Für den Nachwuchs gab es Medaillen, dann lief Mannschaftskapitän Iker Romero im Funkenregen und unter lautstarkem Jubel mit der goldenen EHF-Trophäe in die Arena in Prenzlauer Berg ein.

Auf dem Feld entwickelte sich von Beginn an ein rasantes Spiel. Die Motivation im Ost-Derby ist auf beiden Seiten traditionell groß. Und so ging es beherzt zur Sache. Die Füchse spielten sich einen kleinen Vorteil heraus, behaupteten eine knappe Führung. Konstantin Igropulo erzielte nach zwölf Minuten das 6:4, Fabian Wiede traf zum 12:10 (23. Minute).

In der 24. Minute rückte Silvio Heinevetter für den etwas glücklosen Petr Stochl ins Berliner Tor. Unter den Pfiffen der vielen Magdeburger Fans. Die SCM-Anhänger nehmen ihm offenbar bis heute den Wechsel von Magdeburg nach Berlin (2009) übel. Nun ja. Heinevetter jedenfalls hielt sehr stark.

Kurios: Knapp zwei Minuten vor Schluss fing Kapitän Romero einen Ball am eigenen Kreis ab und schloss den Gegenstoß mit einem Tor ab. Dann sprintete der Spanier mit aller Kraft zurück. Und als er dann wenig später auf der Bank Platz nehmen durfte, wedelte ihm Geschäftsführer Bob Hanning mit einem roten Frottee-Handtuch Luft zu. Beide lachten dabei. Romero verlässt die Füchse im Sommer nach vier Jahren. Nach 20 Jahren Leistungssport auf höchstem Niveau beendet er seine Karriere. Sein geschundener Körper verlangt endlich nach Ruhe und Erholung.

Der SC Magdeburg spielt bislang eine starke Saison, hat sogar die Chance, sich direkt für die Teilnahme an der Champions League zu qualifizieren. Aber dafür hätten sie den Sieg in Berlin gut gebrauchen können. Den aber wollten sich die Füchse nicht mehr nehmen lassen. Sie bauten im zweiten Durchgang ihre Führung auf vier Tore aus (23:19, 39.) , dann waren es sogar fünf (24:19, 41.).

Es war die Vorentscheidung. Zwar kämpften sich die Magdeburger noch einmal heran, weil die Füchse eine kurze Schwächephase durchliefen, doch nach 60 Minuten war der letztlich klare Sieg im Ost-Derby perfekt. Nun heißt es für die Füchse, schnell zu regenerieren. Schon am Dienstag treten sie beim Tabellenzweiten Rhein-Neckar Löwen in Mannheim an.