Handball

Berliner Füchse wollen Talfahrt in Lemgo mit Aggressivität stoppen

Im Team von Dagur Sigurdsson fallen gleich vier Leistungsträger verletzt aus. Gegen Minden und Hannover konnte die Mannschaft die Ausfälle nicht kompensieren und kassierte schmerzhafte Unterlagen.

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Der Aufstieg der Füchse war, seit sie die Niederungen der zweiten Liga verlassen hatten, so rasant, dass bald nur die Besten wie Kiel oder die Rhein-Neckar Löwen zum Maßstab wurden. Gegen Teams aus dem Mittelfeld der Liga wurden zumeist die Punkte geholt, die am Saisonende einen Startplatz in Europa sicherten. Diese Flughöhe hat Berlins Handball-Team in der vergangenen Woche ebenso rasant verlassen.

Nach Niederlagen in Minden (21:30) und zu Hause gegen Hannover (28:29) – beides keineswegs Spitzenteams – liegen die Berliner in der Tabelle mit 6:6 Punkten auf Rang 11. Bereits nach sechs Spieltagen ist das erklärte Saisonziel, sich wieder für einen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren, in Gefahr. Das Wort „Krise“ macht die Runde.

„Das wackelt natürlich jetzt alles“, gibt Geschäftsführer Bob Hanning zu. „Aber, uns für Europa zu qualifizieren, halte ich immer noch für realistisch.“ Das einzig Positive derzeit ist, dass Hanning oder auch Coach Dagur Sigurdsson nicht lange grübeln müssen, um den Leistungsabfall seines Teams zu ergründen. In der Abwehr fehlt mit Denis Spoljaric der Chef, im Angriff mit Bartlomiej Jaszka der Lenker, Pavel Horak kann als Brecher im Rückraum nicht helfen, Colja Löffler nicht auf der Außenposition.

Unschön ist, dass der Tiefpunkt und damit die große Krise noch bevor stehen könnten, denn mit der Rückkehr der genannten Verletzten ist vorerst nicht zu rechnen. Findet die Mannschaft keine Mittel, deren Fehlen besser zu kompensieren, drohen beim Gastspiel am Mittwoch in Lemgo (4:6 Punkte, Tabellenplatz 16) und beim Besuch von Meister Kiel im Fuchsbau (11.10., 16.15 Uhr) zehn Tage später die nächsten Niederlagen.

„Wir brauchen ein Erfolgserlebnis“, weiß der Manager, und ginge es nach ihm, käme „das Spiel in Lemgo dafür gerade recht“. Er habe nach der Niederlage gegen Hannover noch lange mit seinem Trainer telefoniert und am Tag danach mit Sportdirektor Volker Zerbe gesprochen. Alle wüssten: „Wir können nur ändern, was in unserer Macht steht, und jeder weiß, was zu tun ist“, sagt Hanning. Nötig sei, „dass wir in der Verteidigung aggressiver werden und auch die Torhüter zulegen müssen.“ So, ist sich der Füchse-Macher sicher, böte sich „eine schöne Chance“, die Rückkehr in die Erfolgsspur hinzubekommen.