Ex-Nationaltrainer

Brand schimpft über Hanning und Heinevetter

Der frühere Bundestrainer Heiner Brand hat Manager Bob Hanning und Torhüter Silvio Heinevetter von den Berliner Füchsen scharf kritisiert. Beide hatten sich in der Vergangenheit immer wieder über den Deutschen Handballbund aufgeregt. Zu unrecht, wie Brand findet.

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An Entspannung war nicht zu denken. Nach der Rückkehr aus Madrid fuhr Bob Hanning am Montagmittag direkt vom Flughafen Tegel aus in sein Büro am Gendarmenmarkt und dann rasch weiter zum Jugendtraining. Der Nachwuchs liegt dem Geschäftsführer der Füchse Berlin am Herzen, da zählt jede Übungseinheit. Und so hatte der Manager die Champions-League-Niederlage des Profiteams am Sonntag bei Atletico Madrid (27:32) auch rasch abgehakt. „Wir wollten immer ein Endspiel, jetzt haben wir das Finale“, sagte Hanning. Am Sonnabend kommt es im Kampf um den Achtelfinaleinzug zum entscheidenden Match gegen Bjerringbro-Silkeborg (14.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle).

Aus der Ruhe ließ sich Hanning auch nicht durch die Kritik des früheren Bundestrainers Heiner Brand bringen. Nach der verpassten Olympia-Qualifikation der Nationalmannschaft hatte Hanning „gravierende strukturelle Veränderungen“ beim Deutschen Handball-Bund (DHB) gefordert und ein eigenes Positionspapier veröffentlicht. Jetzt rügte DHB-Manager Brand den Füchse-Macher. „Bob mischt sich extrem ein – das ist eigentlich nicht zu tolerieren. Der DHB ist nicht an allem schuld“, sagte Brand in einem Interview mit dem „kicker“ und nannte Hannings Forderungen „anmaßend“. Außerdem nahm Brand sich Berlins Torhüter Silvio Heinevetter vor. Der Keeper hatte mehrfach den Rücktritt von DHB-Präsident Ulrich Strombach gefordert. „Silvios Verhalten war unmöglich, inakzeptabel“, sagte Brand.

Bob Hanning nahm die Vorwürfe gelassen hin. „Die ausführliche, umfangreiche Reaktion freut mich sehr“, sagte er, „das ist genau die inhaltliche Diskussion, die wir gemeinsam führen sollten. Jetzt müssen sich neben Heiner Brand auch weitere kompetente Personen mit diesem Thema beschäftigen.“ Zum Thema professionelle Jugendförderung, eines seiner Hauptanliegen, um den deutschen Handball mittelfristig wieder konkurrenzfähig zu machen, macht Hanning, der zugleich HBL-Vize ist, eh keiner so schnell etwas vor: „Die Handball Bundesliga gibt bereits seit zwei Jahren über fünf Millionen Euro für ihren Nachwuchs aus. Und die Füchse haben elf Nationalspieler aus den verschiedenen Altersklassen, die für den DHB kostenfrei auf Torejagd gehen.“