Champions League

Füchse haben jetzt ihr Endspiel gegen Silkeborg

Die Füchse Berlin haben in der Champions-League die große Überraschung verpasst und das Spiel beim großen Favoriten Atletico Madrid mit 27:32 verloren. Das Team hat weiterhin gute Chancen, das Achtelfinale zu erreichen.

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Eine Weile sah es so aus, als könnten die Füchse Berlin sogar Atletico Madrid ärgern, einen der großen Favoriten in der Handball-Champions-League. Bis tief in die zweite Hälfte hinein war zumindest ein Punktgewinn möglich im Palacio Vistalegre. Doch am Ende stand für die Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson eine 27:32 (12:13)-Niederlage. Vor einer Woche nach dem Sieg gegen Medwedi Tschechow hatte es auch schon so ausgesehen, als könnten die Füchse fast sicher mit dem Achtelfinale planen. Doch vor dem letzten Spiel am Sonnabend (14.30 Uhr) gegen Bjerringbro-Silkeborg in der Max-Schmeling-Halle sind die Berliner in ihrer Vorrundengruppe B auf Rang fünf zurückgefallen. Nur vier Teams kommen weiter. Das heißt: Sie haben ein echtes Endspiel um das Weiterkommen. „Jetzt gibt es in eigener Halle einen Showdown – davon haben wir doch geträumt“, sagte Manager Bob Hanning.

Vor allem in den ersten 30 Minuten des Spiels in Madrid war kaum ein Unterschied auszumachen zwischen dem Favoriten und seinem deutschen Herausforderer. „Wir haben es lange offen gestaltet“, freute sich auch Hanning. Solange die Füchse-Abwehr konzentriert verteidigte und sich die Gäste auch im Angriff nur wenige Fehlpässe erlaubten, kam Atletico kaum in sein Spiel. Selbst vom ersten Drei-Tore-Rückstand ließen sich die Berliner nicht beirren: Aus einem 10:13 kurz vor der Pause machten sie ein 16:14 vier Minuten nach dem Wechsel.

Kritik an Schiedsrichtern

Doch Madrid ist eben eine der besten Handball-Adressen der Welt – die Mannschaft weiß, wann sie einen Gang zulegen muss. Nur acht Minuten später lag Atletico wieder mit 22:17 vorn. Der Schwede Jonas Källman und der Däne Nikolaj Markussen stellten ihre Gegner in dieser Phase vor unlösbare Probleme. Dazu kamen Entscheidungen der Unparteiischen, die in diesen Minuten allzu häufig gegen die Gäste fielen, was natürlich besonders wehtut, wenn eine Partie am Kippen ist. „Ich finde, wir sollten auf unsere eigenen Fehler achten, aber die Schiedsrichter hatten auch nicht ihren besten Tag“, fand Hanning.

Trotz allem gab es noch alle Chancen für die Füchse, deren bester Schütze Iker Romero (6 Tore) war. Bis zum 26:29 in der 57. Minute blieb Madrid für den Tabellenzweiten der Bundesliga in Reichweite. Doch Möglichkeiten muss man eben auch nutzen. Stattdessen wurden leichtfertig Pässe genau in die Hände der Spanier geworfen, in der Offensive hektisch Einzelaktionen gesucht und Stürmerfouls begangen. „Es waren Chancen da, wir haben nicht zugepackt“, erkannte der Füchse-Manager, „man soll aber auch nicht vergessen, dass wir gegen eine der besten Mannschaften der Welt angetreten sind.“ Zu jenen immerhin gehört der dänische Kontrahent am kommenden Sonnabend nicht. Das verspricht einen erfolgreichen Berliner Showdown.