Gegen SC Magdeburg

Füchse gehen selbstbewusst ins Ost-Derby

Prestige-Duell: Die Berliner Handballer empfangen zu Hause den SC Magdeburg. Die zwei Punkte aus einem Sieg würden den Füchsen Luft auf ihre Verfolger in der Bundesliga verschaffen.

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Seine Wutausbrüche sind legendär. Wenn Silvio Heinevetter ein Gegentor kassiert, nimmt er das nicht einfach so hin. Ganz egal, ob der Wurf haltbar war oder nicht. „Mich ärgert das eben total, da kann ich nicht einfach ruhig bleiben“, sagt der Torhüter der Füchse Berlin. Genauso sehr aber kann sich der 27-Jährige auch über die Treffer seiner Teamkollegen freuen. Dann dreht er sich gern auf der Stelle um 180 Grad in Richtung Fans und reckt beide Arme von der Hüfte aus empor, dazu entfährt ihm ein kurzer Schrei. In dieser Pose konnten die Berliner Handball-Fans den Schlussmann des Hauptstadtklubs zuletzt in der Champions League beim wichtigen Sieg über Medwedi Tschechow erleben. Am Mittwoch will Heinevetter in der Bundesliga gegen den SC Magdeburg wieder jubeln (19.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle).

Platz zwei in der Liga wackelt

Für die Berliner ist es das zweite Heimspiel des Jahres, nach der soll nun auch in der Bundesliga ein Erfolgserlebnis her. „Natürlich wollen wir auf jeden Fall gewinnen“, gibt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning die Richtung vor. Ein Sieg im Ost-Derby, das stets auch ein Prestigeduell ist, schmeckt nun einmal süß. Zumal zwei Zähler gerade jetzt dem Füchse-Konto recht gut täten. So sind die Verfolger vom HSV, der SG Flensburg-Handewitt und den Rhein-Neckar Löwen bedrohlich näher gekommen, Platz zwei in der Beletage des deutschen Handballs wackelt. Allerdings ist dieser auch gar nicht der Anspruch der Berliner. „Wenn wir träumen dürfen, dann vom dritten Platz“, sagt Hanning. Dieser würde erneut die direkte Qualifikation für die Champions League bedeuten. „Mit einem Sieg über Magdeburg würden wir uns Luft auf die anderen Verfolger hinter Hamburg verschaffen“, so der Manager. Mindestens Rang fünf soll es am Ende der Spielzeit sein.

Das Selbstvertrauen ist nach dem furiosen Erfolg gegen den russischen Serienmeister groß, in der Königsklasse stehen die Füchse vor dem Einzug in die Runde der besten 16 Mannschaften. Großen Anteil an dem Triumph gegen Tschechow hatte neben einem in der zweiten Halbzeit überragenden Heinevetter auch Markus Richwien. Der Rechtsaußen hat wie Heinevetter einst beim SC Magdeburg gespielt, ist für das Duell am Mittwochabend gegen den Ex-Klub besonders motiviert. „Wir müssen in der Abwehr gut stehen und vorne clever spielen“, sagt Richwien. Dazu komme ein gutes Rückzugsverhalten sowie einfache Tore über den Gegenstoß. Vor einer Woche beim HSV gaben die Füchse den möglichen Punktgewinn erst in den letzten Minuten des Spiels aus der Hand, die Hamburger nahmen die Einladung dankend an. „Wir brauchen in solch brenzligen Situationen einen, der Verantwortung übernimmt und den Ball bedingungslos ins gegnerische Tor wirft“, sagt Heinevetter. Für die wichtigen Paraden sei dann er zuständig. Der deutsche Nationalspieler lacht verschmitzt: „Man muss als Handball-Torhüter nicht alle Bälle halten, aber die wichtigen.“

Damit die Defensive der Füchse gegen Magdeburg wie eine Mauer steht, muss Denis Spoljaric wieder . Der Kroate laboriert an einer Achillessehnenverletzung, hatte gegen Tschechow erst in der zweiten Halbzeit gespielt. Mit bösen Folgen. „In der ersten Hälfte war unser Abwehr gelinde gesagt ein Hühnerhaufen“, sagt Hanning, „als Denis dann im Spiel war, lief es wieder gut. Er macht keinen Schritt zu viel und kein Schritt zu wenig. Von ihm können viele noch etwas lernen.“