Konstantin Igropulo

Wie sich die Füchse Barcelonas Superstar sicherten

Wenn das kein Transfercoup ist: Ab Sommer wird Rückraumstar Konstantin Igropulo vom FC Barcelona zu den Berliner Handball-Füchsen wechseln. Der Russe unterschreibt bis 2015. Entscheidend für die Verpflichtung war Füchse-Ass Iker Romero.

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Linkshänder sind im Handball sehr begehrt. Wurfstark müssen sie natürlich sein, ebenso wie in der Lage, sich von Rechtsaußen oder aus dem Rückraum effektvoll in Szene zu setzen. Doch der Markt an jenen Ausnahmekönnern ist übersichtlich, die wenigen Topleute, die in Europas Ligen brillieren, sind stark nachgefragt. So auch Konstantin Igropulo, Russe mit griechischen Wurzeln, der beim großen FC Barcelona unter Vertrag steht. Jetzt landeten die Berliner Füchse einen Transfercoup und verpflichteten den Nationalspieler. Der Rückraumstar wechselt im Sommer an die Spree und unterschrieb einen Vertrag bis 2015.

Romero half beim Transfercoup

„Igropulo war unser Wunschspieler. Ich glaube, dass wir im Angriff durch seine Verpflichtung noch ein Stück variabler werden“, freut sich Geschäftsführer Bob Hanning über den Wechsel, der die Liga aufhorchen lässt. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Berliner mit Iker Romero einen veritablen Weltstar nach Berlin gelockt und die Beletage des deutschen Handballs in Erstaunen versetzt. Der Wechsel von Igropulo gelang letztlich auch dank Romero, der bei seinem früheren Team-Kollegen ordentlich Werbung für die Füchse betrieben hat. „Iker hat es trotz der Kälte geschafft, ihm Berlin warm ans Herz zu legen“, sagt Hanning und räumt ein: „Ohne Iker wäre der Transfer gar nicht möglich gewesen. Ihm gebührt die Ehre für diesen Transfercoup.“ Der Ablauf dieses Wechsels sei auch beispielhaft für die Füchse. „Denn es gibt keine besseren Botschafter für einen Verein als seine Spieler selbst.“

Igropulo ist 26 Jahre alt und spielt bereits seit der Saison 2009/2010 beim FC Barcelona. Zuvor stand er im Aufgebot des russischen Klubs Medwedi Tschechow, auf den die Füchse am Sonntag in der Champions League treffen (17 Uhr, Max-Schmeling-Halle). Der 26 Jahre alte Linkshänder erzielte in der russischen Nationalmannschaft in 95 Länderspielen bereits 468 Tore, ist also ein erfahrener Mann. Einen gestandenen Spieler benötigen die Füchse im halbrechten Rückraum auch, um sich als Spitzenmannschaft in der Bundesliga zu behaupten sowie international wettbewerbsfähig zu sein. Und um den Weggang von Alexander Petersson ohne Leistungsabfall zu verkraften. Der Isländer wechselt im Sommer zum Liga-Konkurrenten Rhein-Neckar Löwen, daran ändert auch der sofortige Rücktritt des dänischen Mäzens Jesper Nielsen als Aufsichtsratsvorsitzender und Aufsichtsrat der Mannheimer nichts.

Geduld zahlt sich aus

Aber der Ersatz macht den Füchsen schon jetzt große Freude. „Igropulo wird diese Lücke mehr als schließen“, sagt Hanning und ist glücklich, das Poker um den Russen gewonnen zu haben. „Wir gehören jetzt zu dem Kreis von Klubs, die für Spitzenspieler in Frage kommen, auch wenn wir bei weitem nicht die finanziellen Mittel haben wie zum Beispiel die Rhein-Neckar Löwen, Kiel oder der HSV Hamburg.“ Die Berliner waren clever, luden Igropulo in die Hauptstadt ein und überzeugten ihn von den Vorzügen eines Vereins mit familiären Strukturen.

Hanning jubiliert: „Unser Verhalten ist belohnt worden. Das zeigt, dass sich Geduld auszahlt, und ich freue mich, dass sich nicht Geld, sondern letztlich die Perspektive durchgesetzt hat.“ Igropulo freut sich auf die Bundesliga: „Das Konzept der Füchse hat mich überzeugt. Ich freue mich auf die neuen Ziele, die ich mit den Füchsen verfolgen kann und die Perspektive, die der Klub hat.“

Hanning gibt Amt als HBL-Vize auf

Während Bob Hanning die Füchse mit der Verpflichtung Igropulos in die Zukunft führt, will er sein Amt im Präsidium der Handball-Bundesliga (HBL) aufgeben. „Dies wird mein letztes Jahr als Vizepräsident sein“, sagte der 44-Jährige. An einen Wechsel zum Deutschen Handballbund (DHB) denkt Hanning, der in einem Positionspapier umfassende Strukturveränderungen im DHB gefordert hat, aber nicht: „Mein Thesenpapier ist keine Bewerbung für ein anderes Amt. Ich habe keine Ambitionen im Verband.“