Handball-Bundesliga

Füchse verpassen die Sensation nur ganz knapp

Die Füchse waren so nah dran: Der Sieg über den Deutschen Meister war möglich, oder zumindest ein Unentschieden. Doch nach 60 Minuten gingen die Berliner beim HSV Hamburg leer aus.

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Am 19. Spieltag der Handball-Bundesliga sind die Reinickendorfer Füchse dem Hamburger SV äußerst knapp mit 23:24 (14:12) unterlegen. Trotz der Niederlage bleiben die Berliner hinter dem THW Kiel und vor dem HSV Zweiter. „Meine Mannschaft hat super gekämpft, schade, dass sie am Ende nicht belohnt wurde“, sagte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson.

Zur Überraschung vieler begann bei den Berlinern im ersten Spiel nach der EM-Pause Bartlomiej Jaszka als Spielmacher, er hatte sich die Wurfhand geprellt, biss aber auf die Zähne. Das 1:0 für die Füchse erzielte Mark Bult, der für den an der Schulter verletzten Alexander Petersson im rechten Rückraum ran musste. Während die Platzherren überraschend nervös begannen, fanden die Berliner gleich gut ins Spiel. Mit drei Toren in Folge warf Sven-Sören Christophersen seine Füchse 4:1 (7.) in Führung. Im Tor zeigte Silvio Heinevetter überragende Reflexe.

Nach und nach kämpften sich aber auch die Hamburger in dieses Topspiel hinein und kamen nun auch besser zurecht. Vor allem Marcin Lijewski war in Torlaune, der Pole war nur schwer zu stoppen, brachte den HSV wieder heran. So entwickelte sich ein hochklassiges Bundesligaspiel. Binnen vier Minuten traf Füchse-Linksaußen Ivan Nincevic drei Mal hintereinander. Der Kroate hatte als einziger der acht Berliner EM-Teilnehmer eine Medaille bei den Titelkämpfen errungen. „Die Bronzemedaille ist mir unheimlich viel wert“, sagt Nincevic. Gestern brachte der Linksaußen die HSV-Verteidigung immer wieder zur Verzweiflung. Nincevic und Christophersen waren am Ende mit je sechs Toren beste Berliner Werfer.

Nach 20 Minuten schickte Füchse-Trainer Sigurdsson Iker Romero auf der Spielmacherposition aufs Feld, als Entlastung für den angeschlagenen Jaszka. Und der Spanier agierte clever und abgezockt, traf zum 13:10 (28.). Mit der Schlusssekunde wehrte Heinevetter sensationell einen Wurfversuch von Stefan Schröder ab. „Das war die Parade der Saison“, schwärmte Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar am Sport1-Mikrofon.

Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit musste Mark Bult für zwei Minuten auf die Bank, für den Niederländer war es bereits die zweite Zeitstrafe. Wenig später musste auch Berlins Kapitän Torsten Laen 120 Sekunden lang sein Gemüt kühlen, doch die Füchse behielten ihre Führung, „Smöre“ Christophersen erzielte das 16:14 (39.). Die Hamburger machten nun zunehmend Druck, die Füchse blieben taktisch diszipliniert, suchten immer den freien Mann und agierten mit zwei Kreisläufern. „Damit haben die Hamburger Probleme“, so Kretzschmar.

Das hinderte den Meister freilich nicht, in der 44. Minute erst den Ausgleich und dann die Führung zu erkämpfen. 18:19 lagen die Berliner nach 45 Minuten zurück, Jaszka glich mit einem harten Wurf wieder aus. Die Partie war nun völlig offen, die Spannung zum Greifen nah. 22:22 stand es fünf Minuten vor dem Ende, 23:23 zwei Minuten vor Schluss. Wer würde die besseren Reserven und Nerven haben? Es war der Meister.