Champions League

Füchse Berlin halten klar Kurs aufs Achtelfinale

Die Füchse mischen Europa auf. Die Berliner haben Bjerringbro-Silkeborg mit 30:25 besiegt und bleiben damit in der Champions League ungeschlagen. Am nächsten Sonntag kommt es in der Schmeling-Halle zum großen Showdown der Spitzenreiter.

Der Kapitän wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte. Als in Silkeborg die Schlusssirene ertönte, rannte Torten Laen zu Petr Stochl und herzte den Torhüter überschwänglich. Auf der Tribüne der Arena warfen die mitgereisten Fans goldenes Konfetti in die Luft und jubelten den Spielern lautstark zu, die Arm in Arm ausgelassen über das Spielfeld hüpften. Und die Handballer der Füchse Berlin hatten allen Grund zum Feiern. Der Bundesligist bleibt in der Champions League ungeschlagen und ist nach dem 30:25 (14:14)-Erfolg beim dänischen Vertreter Bjerringbro-Silkeborg klar auf Achtelfinalkurs. Die Berliner zogen mit 5:1 Punkten in der Gruppe B mit Tabellenführer BM Atletico Madrid gleich. Am nächsten Sonntag dann empfangen die Berliner die Spanier in der Schmeling-Halle zum großen Showdown der Spitzenreiter.

„Das ist unglaublich, ich bin stolz auf die Mannschaft“, freute sich Geschäftsführer Bob Hanning und gönnte sich zur Feier des Erfolges ein Gläschen Champagner. „Für uns geht das Märchen weiter. Dieser Sieg eröffnet und die Chance, in der Champions League das Achtelfinale zu erreichen, das ist große klasse.“ Als Glücksspiel hatte der Manager die Partie im Vorfeld tituliert, weil der Ausgang richtungsweisenden Charakter habe. Mit dem Erfolg seien die Perspektiven jetzt „unheimlich gut“.

Kapitän Laen geht voran

Bereits am Sonnabend hatten die Berliner die Reise in den hohen Norden angetreten, so dass sie gestern ausgeruht und mit der nötigen Frische auflaufen konnten. Und die Berliner legten im Duell der beiden Champions-League-Neulinge dann auch gleich munter los, zeigten vor 4000 Zuschauern keinerlei Respekt vor dem dänischen Vize-Meister. Auf der rechten Außenseite erhielt Markus Richwien den Vorzug vor Johannes Sellin, den eine leichte Knieverletzung plagt. Und zur Erleichterung der Berliner meldete sich Torsten Laen rechtzeitig zum Anwurf fit. Der Däne hatte sich eine leichte Prellung im linken Knie zugezogen, biss aber auf die Zähne. Und Laen, schon vor einer Woche zu Hause gegen Kielce/Polen einer der Matchwinner, zeigte auch gestern wieder, wie wertvoll er für seine Mannschaft ist. Im Angriff und in der Abwehr.

Aus einer sicheren und selbstbewussten Defensive heraus gelangen den Füchsen sehenswerte Spielzüge und so lagen sie nach 15 Minuten mit 8:6 vorn. Aber die Dänen standen ebenfalls gut am Kreis, da war kein leichtes Durchkommen. „Silkeborg ist sehr spielstark, das wir ein ganz enges Match“, hatte Hanning vor der Partie gesagt – und der Manager behielt Recht. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, sie agierten auf Augenhöhe. Gingen die Füchse Berlin in Front, glich Silkeborg umgehend wieder aus. Oder umgekehrt. Mitte der ersten Halbzeit brachte Trainer Dagur Sigurdsson dann im Tor Petr Stochl für Silvio Heinevetter, und der Coach bewies damit ein gutes Händchen. Der Tscheche fügte sich gleich mit Glanzparaden bestens ein, er wehrte immer wieder akrobatisch die Würfe des Gegners ab und ermöglichte damit Tempogegenstöße, die wiederum zu leichten Toren führten. „Petr ist zurzeit in Galaform, er hat überragend gespielt“, lobte Hanning. Die Partie blieb zunächst aber weiter ausgeglichen. Nach dem Seitenwechsel drehten die Füchse dann auf und eilten auf 21:16 (41.) davon. Ein komfortables Polster.

Doch ganz so leicht wollten die Platzherren die zwei wichtigen Punkte nicht hergeben und kämpften sich wieder heran. Zudem schlossen die Füchse ihre Angriffe kurzzeitig etwas überhastet ab. Sollte es wie schon vor zwei glichen Sieg noch aus der Hand gegeben hatten? „Wir haben immer wieder unkonzentrierte Phasen in unserem Spiel“, sagt Rückraumspieler Mark Bult, „das dürfen wir uns in der Champions League nicht erlauben.“ Und das taten die Füchse gestern auch nicht. Im Gegenteil, mit großer Leidenschaft bauten sie ihren Vorsprung wieder klar aus (28:23, 56.) – und sicherten sich damit ihren ersten Auswärtssieg in der Champions League.