Handball-Bundesliga

Berliner Füchse holen in Gummerbach ein Remis

Die Füchse Berlin haben in der Handball-Bundesliga einen kleinen Rückschlag kassiert. Das Team von Coach Dagur Sigurdsson kam am Mittwochabend beim VfL Gummersbach trotz Führung bis in die Schlusssekunde nicht über ein 28:28 (12:13) hinaus.

Sven-Sören Christophersen war sichtlich beeindruckt. „Das war schon ein kleiner Tiefschlag für uns, ein Warnschuss, aber wir stecken jetzt nicht den Kopf in den Sand“, sagte der Rückraumspieler der Füchse Berlin nach dem 28:28 (12:13) im Handball-Bundesligaspiel beim VfL Gummersbach. Dabei gaben die Berliner den möglichen Sieg mit dem Schlusspfiff noch aus der Hand. Die Füchse bleiben auf Rang drei, während der VfL nach der besten Saisonleistung von einem Abstiegsplatz auf Rang 15 kletterte. „Wir werden aber jetzt nicht anfangen, an uns zu zweifeln“, sagte Christophersen, der mit seiner Mannschaft bereits am Sonntag in der Champions League Atletico Madrid empfängt (15.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle).

Die Platzherren legten in der Eugen-Haas-Halle furios los, obwohl ihnen einige ihrer Anhänger zunächst 15 Minuten lang die Unterstützung versagten. Es war die Reaktion der Fans auf die desolate Vorstellung des Altmeisters am Wochenende zuvor beim TuS N-Lübbecke (25:40), wo der VfL nach 15 Minuten 0:11 zurückgelegen hatte. Am MIttwochabend aber war von derlei Kraft- und Mutlosigkeit nichts zu spüren, im Gegenteil, die Gummersbacher waren hellwach, stellten eine aggressive 6:0-Abwehr und spielten konsequent nach vorn. Es sah fast so aus, als hätten sie vor dem Anwurf rohes Fleisch gegessen.

Die leidenschaftliche Einstellung ihres Gegners überraschte die Füchse so sehr, dass sie prompt nach sieben Minuten 0:4 zurücklagen. Bahnte sich da etwa eine Sensation an? Nach 7:23 Minuten dann erzielte Christophersen endlich den ersten Treffer für den Favoriten, binnen 70 Sekunden schafften die Berliner den Anschluss (3:4), zudem glänzte Torhüter Silvio Heinevetter mit zwei Paraden hintereinander. Allerdings behielt der VfL die Nasen vorn, auch weil im Tor der Kroate Vjenceslav Somic immer wieder schwierige Würfe abwehrte. Rechtsaußen Markus Richwien war es vorbehalten, den Ausgleich zum 11:11 (26.) zu schaffen. Nun war die Partie wieder völlig offen.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb es ein Spiel auf hohem Niveau, beide Mannschaften machten kaum technische Fehler. Trainer Dagur Sigurdsson wechselte Petr Stochl für Heinevetter im Tor ein, und vorn brachte Spielmacher Bartlomiej Jaszka seine Füchse das erste Mal in dieser Partie in Führung (18:17, 40.). Dann sah VfL-Außen Vedran Zrnic die Rote Karte, weil er den Ball beim Siebenmeter auf den Kopf von Stochl gezielt hatte. Sehr zum Unmut der Fans, aber dafür war jetzt ordentlich Stimmung unterm Hallendach. Die Füchse übernahmen nun mehr und mehr die Regie, obwohl Gummersbach alle Kräfte mobilisierte und sich mit Leidenschaft in jeden Ball warf. Am Ende wurde der VfL für seine Mühe sogar noch belohnt und machte einen Zwei-Tore-Rückstand (26:28) in der Schlussphase wett.