Füchse

Warum das Berliner Torhüter-Duo gut harmoniert

Sie bilden das beste Torhüter-Duo der Bundesliga: Silvio Heinevetter und Peter Stochl spornen sich gegenseitig zu Höchstleitungen an. Dabei sind die Füchse-Keeper grundverschieden. Und genau darin liegt ihr Erfolgsgeheimnis.

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Es ist eine äußerst gelungene Form von Teamwork. Wenn Silvio Heinevetter einen Wurf des Gegners abwehrt, springt auch Petr Stochl auf der Bank der Füchse Berlin hoch und freut sich über die Parade. Umgekehrt ist es genauso, zudem versorgen sich die beiden Torhüter des Handball-Bundesligaklubs immer auch mit Mineralwasser und reichen dem anderen ein Handtuch, um den Schweiß von der Stirn zu wischen. Und wenn der eine mal keinen guten Tag erwischt, schwingt sich meistens der andere zu Höchstleistungen auf. So geschehen auch am Sonntag beim 30:25-Erfolg in der Champions League beim dänischen Vizemeister Bjerringbro-Silkeborg . Da ersetzte Stochl Mitte der ersten Halbzeit Heinevetter und brachte die Füchse mit zahlreichen Paraden auf die Siegerstraße, was Geschäftsführer Bob Hanning zu großem Lob hinriss: „Petr Stochl ist zurzeit in einer bestechenden Form.“

Mit 12:2 Punkten in der Bundsliga sowie fünf Zählern aus drei Champions-League-Spielen sind die Hauptstadt-Handballer bestens in die Saison gestartet, die Berliner glänzen mit ihrer guten Abwehr. Und ein großes Erfolgsgeheimnis steht zwischen den Pfosten. Mit Heinevetter und Stochl haben die Füchse zurzeit wohl das beste Duo der Bundesliga. Und da die Beletage des deutschen Handballs als beste Liga der Welt gilt, dürfen sich die beiden Füchse-Schlussleute auch ein bisschen als bestes Torhüter-Gespann der Welt fühlen. In ihre Nähe kommen europaweit noch Johannes Bitter und Dan Beutler von Meister HSV Hamburg sowie Jose Javier Hombrados und Arpad Sterbik vom spanischen Topklub Atletico Madrid, dem nächsten Gegner der Berliner in der Königsklasse (23. Oktober).

Sehr harmonisches Torwart-Duo

„Petr und Silvio bilden ein sehr harmonisches Duo, gerade auch, weil sie so verschiedene Charaktere haben“, sagt Manager Hanning, und Trainer Dagur Sigurdsson sieht gerade in der Gegensätzlichkeit von Stochl und Heinevetter die große Stärke der Füchse. „Es ist gut, zwei so unterschiedliche Typen im Tor zu haben – das macht uns unberechenbar“, sagt der Isländer. Stochl, Vater von zwei Kindern, gilt eher als ruhig und handelt mit Bedacht. Heinevetter hingegen ist ein Mann der großen Emotionen. Stylisch, modern und exzentrisch.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten – Heinevetter kam 2009 aus Magdeburg nach Berlin, wo Stochl Jahre lang die Nummer eins war – haben die beiden Nationalspieler gelernt, kameradschaftlich miteinander umzugehen. „Wir schätzen uns sehr“, sagt Heinevetter. Und Stochl ergänzt: „Wir verstehen uns sehr gut, wenngleich natürlich jeder so viel wie möglich spielen will. Aber das ist auch normal.“ Für Coach Sigurdsson gibt es keine Nummer eins, „ich entscheide von Spiel zu Spiel“, sagt er und freut sich über den „gesunden Konkurrenzkampf“.

Bob Hanning sieht das kameradschaftliche Miteinander der Torhüter mit Freude. „Sie mögen und schätzen sich, es muss keine Liebe sein, aber der Respekt vor dem anderen muss da sein ebenso wie die maximale Unterstützung.“ Das beherrschen Heinevetter und Stochl perfekt.