Handball

Füchse bekommen Warnschuss zur rechten Zeit

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Foto: Bongarts/Getty Images

Obwohl die Füchse Berlin das vierte Bundesliga-Spiel gegen Wetzlar gewonnen haben, konnten sie sich nicht über ihren Sieg freuen. Das Spiel wurde zur Zitterpartie. Die Handballer analysieren nun ihre laxe Einstellung gegen die HSG.

Die große Party fiel aus. Dabei hätten die Füchse aus reiner Ergebnissicht durchaus Grund dazu gehabt, ihren vierten Sieg im vierten Bundesliga-Spiel zu feiern. Aber nach ausgelassenem Jubel war keinem der Hauptstadthandballer zumute. Vielmehr herrschte nach dem 25:23 gegen die HSG Wetzlar Dankbarkeit, dass die Sache gerade so gut gegangen war. „Das war mehr als ein Schuss vor den Bug“, sagte Sven-Sören Christophersen und schob nach: „Für mich fühlt es sich nicht so an, als ob wir 8:0 Punkte hätten.“

Als „Warnschuss zur rechten Zeit“ sehen die Verantwortlichen der Füchse die Zitterpartie gegen Wetzlar, in der die Berliner in der zweiten Halbzeit einen Einbruch erlebten, der sie fast den Sieg gekostet hätte. Aber eben nur fast. „Vielleicht war es ja auch hilfreich und eine gute Erfahrung“, sagt Kapitän Torsten Laen. Man müsse daraus lernen: „Wir sind eben noch nicht so gut, dass 80 bis 85 Prozent Einsatz reichen.“ Dennoch bleibt die Erkenntnis, dass den Füchsen mittlerweile 45 gute Minuten genügen können, um einen Bundesligasieg zu landen.

„Kiel hätte das Spiel hoch gewonnen“

„Für uns ist so ein Spiel ein weiterer Schritt in unserer Entwicklung“, sagte dann auch Geschäftsführer Bob Hanning, der mit angesehen hatte, wie seine Mannschaft versuchte, die Führung über die Zeit zu bringen. „Kiel hätte das Spiel mit zehn Toren Unterschied gewonnen. Wir machen uns das Leben selbst schwer. Das ist der Unterschied“, sagte Rückraumspieler Mark Bult. Trainer Dagur Sigurdsson nutzte die Partie auch dafür, Spieler aus der zweiten Reihe zu erproben. Mit gemischten Erfolg. „Da haben einige erkannt, dass sie noch einen guten Schritt nach vorne machen müssen.“

Die Korrektur ihrer mediokren Leistung können die Füchse schon morgen liefern, wenn sie am Abend bei Frisch Auf Göppingen antreten. Nur dieses Spiel zähle jetzt im Fuchsbau, mahnten die Verantwortlichen. Hanning verbot allen Profis über die Champions League zu sprechen. Er habe das Gefühl, die Mannschaft sei in Gedanken schon bei der historischen Premiere in der Königsklasse am Sonntag bei Medwedi Tschechow, auf die sich alle fieberhaft freuen. „Aber wir müssen jetzt in der Bundesliga unsere Hausaufgaben machen. Wir haben eine große Chance, in Göppingen zu gewinnen“, sagt der 43-Jährige, „wenn wir dort siegen, wären das zwei richtig dicke Bonuspunkte für uns.“ Vergangene Saison unterlagen die Füchse bei den Schwaben, die diesmal mit 2:8 Punkten denkbar schlecht in die Saison starteten. Hanning sagt: „Göppingen steht mit dem Rücken zur Wand.“

( alex )