Handball

Füchse Berlin besiegen Wetzlar mit 25:23

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Alexandra Gross

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Die Füchse sind in der Handball-Bundesliga bislang nicht zu stoppen. Auch das vierte Spiel konnten die Berliner für sich entscheiden, sie bezwangen die HSG Wetzlar mit 25:23 (14:10).

Es ist nicht ratsam, sich einem Alexander Petersson in den Weg zu stellen. Zumindest nicht auf dem Handballfeld, denn dort ist der Isländer eine Wucht. Mit 129 Stundenkilometern besitzt der Nationalspieler den härtesten Wurf der Liga, und diese Qualität zeigte er auch am Sonntag beim Spiel der Füchse Berlin gegen die HSG Wetzlar. Binnen drei Minuten erzielte der Linkshänder zu Beginn der Partie in der Max-Schmeling-Halle vor 8281 Zuschauern drei Tore und legte damit den Grundstein zum 25:23 (14:10)-Erfolg des Hauptstadtklubs. Die Füchse bauten ihre eindrucksvolle Serie auf 13 Pflichtspielsiege in Folge aus, seit Mitte März sind sie nunmehr ungeschlagen.

Mit ihrem vierten Erfolg im vierten Bundesligaspiel bleiben die Füchse dem deutschen Rekordmeister THW Kiel (30:27 bei den Rhein Neckar Löwen). Am Mittwoch folgt für die Berliner dann das schwere Auswärtsspiel bei Frisch Auf Göppingen, Sonntag treten sie in ihrem ersten Champions-League-Spiel bei Medwedi Tschechow in Russland an. Das erste Heimspiel in der Königsklasse steigt am 9. Oktober gegen den polnischen Topklub KS Kielce. Ein strammes Programm, aber die Füchse fühlen sich fit. „Wir strotzen derzeit vor Selbstvertrauen“, sagt Geschäftsführer Bob Hanning und lacht: „Wenn ich nicht Sponsoren an Land ziehen müsste, würde ich derzeit nicht gebraucht, so rund läuft es bei uns.“

Dennoch, so der Manager, dürfe man natürlich keinen Gegner unterschätzen. Zumal Wetzlar eine kompakte Deckung hat und ein eingespieltes Team ist. Rasch übernahmen die Füchse als Favorit die Führung. In der 17. Minute schloss Denis Spoljaric einen Tempogegenstoß mit dem Treffer zum 9:4 für die Platzherren ab. Es kommt nicht so oft vor, dass er sich in die Torschützenliste eintragen darf. Es war sein erster Saisontreffer überhaupt. Spoljaric ist Abwehrchef und führte als solcher die kroatische Auswahl schon zum Olympiasieg. Der 32-Jährige hat großen Anteil daran, dass die Defensive der Füchse vergangene Saison die beste Abwehr der Liga war und auch jetzt wieder nur schwer zu überwinden ist. Das erste Saisontor aber erfreute den Kroaten, Motto: ist mal was anderes.

Kurz darauf brachte Coach Sigurdsson dann Mark Bult im rechten Rückraum. Der Niederländer hat eine ganz besondere Beziehung zur HSG Wetzlar, die für ihren beherzten und bissigen Einsatz bekannt ist. So hatte der Grieche Georgios Chalkidis im vergangenen Jahr Bult zur großen Empörung der Füchse in den rechten Arm gebissen. Die Entgleisung kam Wetzlar damals teuer zu stehen. Kreisläufer Chalkidis erhielt eine Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro aufgebrummt und wurde zudem für fünf Spiele gesperrt. Opfer Bult war damals fast sprachlos: „So etwas ist mir noch nie passiert. Okay, im Handball stecken viele Emotionen, die sich dann nach Spielende entladen, aber Beißen gehört nun wahrlich nicht dazu.“ Generell gibt es im Handball ein ungeschriebenes Gesetz, nach dem Angriffe ins Gesicht des Gegners absolut tabu sind. Dazu gehören auch Würfe auf den Kopf des Torhüters. Bult sagt: „Handball ist schon irgendwie brutal, aber doch immer auch fair.“

Zeit für Experimente

Am Sonntag blieben den Füchsen körperliche Übergriffe der Mittelhessen aber erspart. Die Berliner beherrschten die Partie souverän, ohne großartig zu glänzen. Aber solche Spiele gehören zum Liga-Alltag dazu, und Dagur Sigurdsson konnte ein bisschen experimentieren. So etwa kam der Schwede Jonathan Stenbäcken zu seiner Liga-Premiere. Und auch Evgeni Pevnov, der im Sommer von Bundesliga-Absteiger Friesenheim an die Spree gewechselt war, konnte zeigen, wie gut er schon am Kreis ist. Kapitän Torsten Laen wurde dafür geschont. Iker Romero gelang unter den Augen des spanischen Auswahltrainers kurz vor dem Ende des ersten Durchgangs ein Doppelpack zum 13:7.

Einen starken Tag erwischte einmal mehr der deutsche Nationaltorhüter Silvio Heinevetter. Vor den Augen seiner Lebensgefährtin Simone Thomalla wehrte er zwölf schwere Würfe ab, ehe er zwölf Minuten vor Schluss der Partie für Petr Stochl Platz machte. Da führten die Füchse mit 24:18, die Partie war entschieden. Dachten zumindest alle. Doch Wetzlar kämpfte sich noch einmal heran, und es wurde wieder eng. Mit drei schönen Paraden verhinderte Petr Stochl Schlimmeres und sicherte den Füchsen am Ende den wichtigen Sieg, den Dagur Sigurdsson so kommentierte: „Es war unnötig, dass es am Ende noch so eng wurde, aber wir hatten eine viel zu große Lockerheit und haben die Bälle weggeschmissen. Auf Deutsch heißt es Glück, was wir am Ende hatten.“