Spiel gegen SC Magdeburg

Ostderby wird zum Gradmesser für die Füchse

Ein Muskelspiel und eine Prestigefrage im Handball-Osten: Am Dienstag treffen die Füchse auf den SC Magdeburg. Für die Berliner, besonders für Nationaltorhüter Silvio Heinevetter, ein erster Gradmesser nach dem Stotterstart gegen Hannover.

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Nach dem Stotterstart folgt der erste Gradmesser: Für die Füchse Berlin steht mit dem Ostderby beim SC Magdeburg gleich ein erste Höhepunkt an. „Das wird ein Spiel auf Augenhöhe“, sagte Bob Hanning, Manager des Berliner Handball-Bundesligisten vor dem Spiel am Dienstag (20.15 Uhr/Sport1). „Es werden Nuancen entscheiden.“

Dass die Füchse Berlin noch nicht bei 100 Prozent angekommen sind, wurde beim Liga-Auftakt deutlich. Der 31:28-Sieg beim TSV Hannover Burgdorf war ein glanzloser Auftritt. „Mit 90 Prozent gewinnst du kein Spiel in der Bundesliga“, übte kritisierte Hanning und forderte für das Ostderby gegen Magdeburg volle Konzentration.

Diese gilt auch für Nationaltorhüter Silvio Heinevetter, der von 2005 bis 2009 in Magdeburg Publikumsliebling war. Zuletzt wurden Spekulationen verbreitet, dass sich der Keeper mit Rekordmeister THW Kiel über einen Wechsel einig sei und 2013 Kiels Schlussmann Thierry Omeyer beerbe. Kiel erklärte unterdessen, dass es bisher keine Verhandlungen oder Gespräche mit Heinevetter, der in Berlin einen Vertrag bis zum Jahr 2014 besitzt, gegeben habe. „Es wäre ja auch schlimm, wenn Kiel nicht über Silvio nachdenken würde. Aber was in drei Jahren ist, das weiß ich auch nicht“, betonte Hanning.

Gegen seinen alten Verein aus Magdeburg wird Heinevetter sicher hochmotiviert im Tor stehen. Genau so wie im Juni, als die Füchse zum Abschluss der vergangenen Saison mit einem 30:24-Sieg beim SCM den dritten Tabellenplatz erreicht hatten und damit zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die Champions League einzogen waren. „Dieses Spiel und das Derby jetzt sind nicht miteinander zu vergleichen. Für Magdeburg ging es damals um nichts mehr“, sagte Hanning.

Rund 8000 Zuschauer werden in der Bördelandhalle ihre Mannschaft nach vorn peitschen, ist sich Hanning sicher. Zudem habe sich Magdeburg „gut und klug verstärkt“. Sein Team kann aber eine Siegesserie gegen den Champions-League-Sieger des Jahres 2002 vorweisen: Die Füchse gewannen in der Liga die vergangenen vier Begegnungen gegen die Magdeburger.

„Wir müssen uns im Klaren sein, dass fast alle Gegner sagen: Hier kommen die großen Füchse. An diesen Druck müssen wir uns gewöhnen“, erklärte Hanning, dessen Mannschaft wohl in Bestbesetzung antreten kann. Nur hinter den Einsätzen von Markus Richwien (Probleme mit der Patellasehne) und Jonathan Stenbäcken (Trainingsrückstand) stehen noch leichte Fragezeichen.

Den ersten Heimauftritt in der Königsklasse haben die Füchse unterdessen am 9. Oktober in der Max-Schmeling-Halle, wenn Vive Targi Kielce in der Hauptstadt gastiert. Die Polen holten sich am Wochenende den letzten freien Platz in der Füchse-Gruppe durch einen 32:30-Sieg in der Qualifikation gegen die Rhein-Neckar Löwen.