Liga-Start

Füchse Berlin fürchten sich vor niemandem

Handball-Bundesligist Füchse Berlin startet am Sonnabend in Hannover in die neue Saison. Torjäger Ivan Nincevic kann es kaum erwarten und sagt: "Wir haben vor keiner Mannschaft Angst."

Foto: Bongarts/Getty Images

„Alles hat ein Ende.“ Über den Wahrheitsgehalt dieser Binsenweisheit freuen sich derzeit ganz besonders die Handballer der Füchse. Sieben Wochen hat Trainer Dagur Sirgurdsson sein Team auf die Saison vorbereitet, jetzt geht es endlich los. Sonnabend treten die Berliner in Hannover (19 Uhr) zum ersten Punktspiel in der Bundesliga an. „Es wird Zeit“, sagt Ivan Nincevic und die Erleichterung ist ihm anzusehen, „wir wussten, die Vorbereitung würde hart werden, aber da muss jeder Spieler halt durch. Jetzt sind wir alle glücklich, dass sie vorbei ist. Jetzt wollen wir spielen und sind bereit.“

Auf den kroatischen Linksaußen wartet eine ganz besondere Saison, nachdem er und sein Team sich nur vier Jahre nach dem Aufstieg in die Erste Liga sensationell für die Champions League qualifizieren konnten. Geschäftsführer Bob Hanning gab seit dem Einzug in die Königsklasse mehrfach zu bedenken, dass diese eigentlich zu früh käme und sein Klub vom Budget her dort auch nicht hingehöre. Aber die Spieler hätten es sich verdient, in der Beletage des Welthandballs zu spielen, sagt Hanning dann auch, und jetzt sollten sie dieses für viele vielleicht einmalige Erlebnis auch genießen. Sein Team will aber mehr. „Wir alle hier glauben, dass wir eine gute Mannschaft sind und wollen das jetzt natürlich auch beweisen“, sagt Nincevic.

Auch Sigurdsson sieht der Königsklasse mit Selbstbewusstsein entgegen: „Ich sehe keine andere Mannschaft, die das mehr als wir verdient hätte“, sagt er. „Wir sind mit Flensburg, Göppingen oder Magdeburg auf Augenhöhe, die ebenfalls die Chance hatten, und jetzt wollen wir bewiesen, dass wir da mitspielen können.“ Aber gerade er muss noch viel mehr als seine Spieler das große Ganze sehen – und da sieht er „Spiele, Spiele, Spiele. Auf uns kommen bis Silvester 27 Spiele zu – und man kann dann nichts mehr ändern. Bis dahin müssen wir mit dem, was wir jetzt geplant haben, alles durchziehen.“ Die Kunst werde sein, glaubt der Trainer, „im Kopf klar zu bleiben, auch bei emotionalen Schwankungen, die kommen werden, weiter ruhig zu arbeiten. Wir haben den Vorteil, dass wir auf eine große Routine zurückgreifen können. Die erste Aufstellung ist ja die der letzten Saison, dann kommen die drei Neuen hinzu“.

Einen Weltstar wie Iker Romero, der vom Spitzenklub FC Barcelona kam, zu integrieren, sei ein Kinderspiel gewesen, sagt Nincevic. „Das ist ein ganz lustiger und normaler Typ“, erzählt der Linksaußen und freut sich, dass es endlich losgeht. Auch wenn er sich zum Start einen besseren Spielplan vorstellen könnte als den mit den beiden Auswärtspartien in Hannover und Magdeburg und dann dem Duell zu Hause gegen Meister Hamburg. Aber im Grunde sei es egal, wann man gegen wen spielt, sagt der Kroate dann doch. Und gibt ganz nebenbei die Losung für die kommende Saison aus: „Wir haben vor keiner Mannschaft Angst.“