Handball

Heinevetter will bei Füchsen beste Abwehr der Liga

Nach einer guten Saison belegten die Füchse Berlin zuletzt Rang drei der Liga-Tabelle und qualifizierten sich zum ersten Mal für die Champions League. Torhüter Silvio Heinevetter sprach mit Morgenpost Online über Ziele, Druck und die Champions League.

Foto: Bongarts/Getty Images

Großen Anteil am Erfolg der Füchse hatte Torhüter Silvio Heinevetter (26), der mit seinen spektakulären Paraden die Herzen der Handball-Fans in der Hauptstadt eroberte. Am 3. September starten die Berliner in Hannover in die neue Spielzeit. Vor dem Saisonstart sprach Morgenpost Online mit Heinevetter.

Morgenpost Online: Sie haben in der Vorbereitung zuletzt MKB Veszprem mit elf Toren Differenz besiegt, gute Aussichten also für die Champions League, in der die Füchse in der Gruppenphase auf den ungarischen Topklub treffen?

Silvio Heinevetter: So können wir das nicht sehen. Wenn wir gegen Veszprem um Punkte kämpfen, geht so ein Spiel völlig von neuem los. Außerdem ist die Halle in Veszprem eine Hölle, die Stimmung dort ist berüchtigt.

Morgenpost Online: Die Füchse haben einen steilen Aufstieg hinter sich. Haben Sie Angst, sich in der Königsklasse zu blamieren?

Heinevetter: Blamieren? Ach Quatsch! So darf man im Leben auch gar nicht denken. Das ist ja so, als würde ich morgens aus dem Haus gehen und denken, dass mir gleich etwas passiert. Wir wissen, dass wir mit allen Mannschaften in der Champions League mithalten können.

Morgenpost Online: Durch den internationalen Wettbewerb wird die Belastung deutlich höher als in der vergangenen Spielzeit. Wir hart wird es tatsächlich?

Heinevetter: Nun, so einen Reisetag, zum Beispiel nach Moskau, merkst du schon. Da ist man dann richtig knülle, wenn man wieder zu Hause ist. Aber auf der anderen Seite hast du viele Spiele und weniger Trainingseinheiten, das ist ja auch ganz schön.

Morgenpost Online: Die Füchse haben mit Iker Romero einen veritablen Weltstar verpflichtet, der zuletzt mit dem FC Barcelona die Champions League gewonnen hat. Wie sehen Sie die Rolle des Spaniers?

Heinevetter: Iker bringt uns im Angriff noch mal ein gutes Stück nach vorn. Er kann in starken fünf Minuten ein Spiel entscheiden, damit haben wir einen klaren Vorteil zum letzten Jahr.

Morgenpost Online: In einer Woche starten Sie mit den Füchsen bei Hannover-Burgdorf in die neue Bundesliga-Saison. Wie weit ist das Team jetzt schon?

Heinevetter: Wir sind gut im Plan, die Abwehr findet sich immer besser. Und so langsam schwindet auch die Müdigkeit der harten Vorbereitung aus den Knochen, die geistige Frische ist wieder voll da. Es geht jetzt für uns noch um die Feinabstimmung.

Morgenpost Online: Welchen Platz peilen Sie in der Saison in der Bundesliga an?

Heinevetter: Es geht bei uns gar nicht so sehr um Platzierungen. Realistisch gesehen stehen der HSV Hamburg, der THW Kiel und die Rhein-Neckar Löwen vor uns. Vom Papier her können wir uns auf Rang vier einschätzen, aber natürlich gibt es auch andere Mannschaften, die diesen Platz einnehmen können und wollen. Letztlich hängt der Erfolg von vielen Faktoren ab, zum Beispiel davon, ob wir verletzungsfrei durchkommen. In der letzten Saison haben wir so manches Spiel auch mal mit ein bisschen Glück gewonnen, das muss uns jetzt auch wieder treu sein. Fest steht aber, dass wir in jedem Spiel gehen, um es zu gewinnen. Meine ganz persönlichen Ziele sind es, nicht schlechter zu werden und dass wir wieder die beste Abwehr der Liga stellen. Und im Pokal-Wettbewerb wünschen wir uns dieses Mal mehr Losglück.

Morgenpost Online: Mit den Erfolgen steigt auch der öffentliche Druck. Wie gehen Sie damit um?

Heinevetter: Den Druck merke ich eigentlich gar nicht so sehr. Das wird wohl mehr der Fall sein, wenn es mal schlecht läuft, weil das der Gegenwind stärker wird. Jetzt sind die Leute doch alle euphorisch und schauen optimistisch nach vorn. In Berlin herrscht jetzt eine Handball-Euphorie, und ich finde es klasse, dass der Handball mit den Füchsen in Berlin einen Namen hat.

Morgenpost Online: Haben Sie schon mal daran gedacht, ins Ausland zu wechseln, zum Beispiel nach Spanien?

Heinevetter: Ein Wechsel ins Ausland ist für mich derzeit überhaupt kein Thema, ich bin in Berlin sehr glücklich. Außerdem habe ich hier einen Vertrag bis 2014.