Handball

Füchse-Neuzugänge sorgen für gute Laune

Sympathisch, diszipliniert und kein bisschen überheblich: Die drei Zugänge der Füchse machen in Berlin eine gute Figur. Und auch sportlich könnten Iker Romero, Jonathan Stenbäcken und Evgeni Pevnov für den Bundesligisten ein großer Gewinn sein.

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Fußball-Torhüter Gabor Kiraly machte die graue Jogginghose einst im Profisport salonfähig. Bequem ist sie und an den Knien mitunter schon ein bisschen ausgebeult. Iker Romero jedenfalls weiß die Vorzüge des gemütlichen Beinkleides zu schätzen, nach einer harten Trainingseinheit mit den Füchsen Berlin schlüpft der Spanier nur allzu gern in eben diese Sporthose. Dazu ein weißes T-Shirt, Dreitagebart und fertig ist der Romero-Look. Lässig sieht das aus, und wenn der 31 Jahre alte Rückraumspieler dann noch ein fröhliches „Guten Tag“ mit der ihm eigenen Sprachfärbung aus Spanisch, Englisch und Deutsch in die Runde wirft, ist ihm die Sympathie endgültig gewiss.

„Iker hat eine total positive Ausstrahlung“, beschreibt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning den neuen Starspieler des Handball-Bundesligisten. Kapitän Torsten Laen bescheinigt seinem Team-Kollegen, der im Sommer von keinem geringeren als Champions-League-Sieger FC Barcelona nach Berlin wechselte, „einen sehr guten Humor außerhalb des Spielfeldes und einen tollen Charakter“. Trotz seiner vielen großen Erfolge sei er mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben. Laen: „Er hat am Anfang beim gemeinsamen Mittagessen gefragt, wo er sitzen darf.“

Von Überheblichkeit ist bei Romero keine Spur, der Mann ist geerdet und passt damit ebenso wie die beiden anderen Zugänge der neuen Saison, Jonathan Stenbäcken (23) und Evgeni Pevnov (22), bestens in die Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson, die am Wochenende beim Schlecker-Cup in Ehingen auf internationale Spitzenklubs wie Kopenhagen und Montpellier trifft. Ein guter Testlauf für die Champions League. „Diese Turnier ist vom Niveau her vergleichbar mit einem Achtelfinale in der Champions League und von daher eine gute Standortbestimmung für uns“, sagt Manager Hanning.

Nach rund vier Wochen Training haben sich die drei Zugänge schon gut eingelebt. Die Einstellung sei vorbildlich, lobt Sigurdsson sein neues Personal. „Mit ihnen ist die Qualität in unserem Kader gestiegen, wir sind in der Breite jetzt besser besetzt“, frohlockt der Coach. Während Stenbäcken, der zuletzt in der schwedischen Liga gespielt hat, und Pevnov, der aus Friesenheim an die Spree wechselte, noch keine fertigen Spieler sind, verfügt Romero über viel internationale Erfahrung. Als Mann für die „besonderen Momente“ hat Hanning den 31-jährigen Spanier ausgemacht. „Auf dem Feld strahlt er eine ungeheure Dominanz aus, dabei ist er ein Spieler ohne Allüren“, sagt Hanning, „sein Motto lautet: geht nicht, gibt's nicht.“ Romero selbst hat sich prächtig eingelebt bei den Füchsen. „Ich fühle mich, als wäre ich schon ein Jahr hier“, sagt er. An Titel denkt er mit seinem neuen Team noch nicht, das wäre in der noch jungen Geschichte auch vermessen. „Aber ich will dabei helfen, dass die Füchse Schritt für Schritt nach vorne kommen.“

Investition für die Zukunft

Ebenfalls Champions-League-Luft geschnuppert hat auch schon Rückraumspieler Stenbäcken – als Kapitän des schwedischen Meisters IK Sävehof. Allerdings muss sich der Nationalspieler erst einmal an das hohe Niveau in der Bundesliga gewöhnen. Daher gibt Hanning dem 23-Jährigen auch bis Dezember Zeit, um anzukommen und sich voll zu entfalten: „Aber Januar wollen wir dann von ihm was sehen. Aber klar ist, dass Jonathan eine Investition für die Zukunft ist.“ Das ist Evgeni Pevnov vom Alter her zwar auch, dennoch kennt der Russe, der in Deutschland geboren ist, die Bundesliga und soll von Beginn an „entlastend helfen“, so Hanning. Mit seiner Leistung im Angriff ist Trainer Sigurdsson schon recht zufrieden, „aber in der Abwehr hat er noch Reserven, da ist noch Luft nach oben.“ Körperlich ist Kreisläufer Pevnov mit seinen 115 Kilo sehr stark, was ihm noch fehlt ist Erfahrung. Hanning: „Aber die kommt mit jedem Spiel.“