Handball

Füchse holen sich neuen Vermarkter Ufa Sports

Die Füchse Berlin haben sich für die Champions League neu aufgestellt. Ufa Sports wird die Handballer künftig vermarkten, Sponsorenverträge wurden verlängert und ein neuer Spieler soll für Tore aus dem linken Rückraum sorgen.

Foto: IMAGO

Bob Hanning wirkt entspannt. Seit 2005 ist er Geschäftsführer der Füchse Berlin, hat den Handballklub in einer viel beschriebenen Erfolgsgeschichte von der Zweiten in die Bundesliga und in der vergangenen Saison sogar in die Champions League geführt. Aber der 43-Jährige wähnt seinen Verein für diese Herkulesaufgabe gut aufgestellt. Mit dem Spanier Iker Romero, dem Schweden Jonathan Stenbäcken und dem Russen Evgeni Pevnov wurde die Mannschaft erneut gezielt verstärkt. Und auch auf wirtschaftlichem Gebiet gibt es erfreuliche Nachrichten.

So wurde die Trennung von Vermarkter IMG schnell aufgefangen. Die Füchse entschieden sich, die Vermarktung nicht allein zu stemmen, sondern erneut einen professionellen Partner ins Boot zu holen. Mit Ufa Sports sind sie sich nun einig geworden. Der Kooperationsvertrag gilt für mindestens sieben, maximal zehn Jahre. Das Unternehmen, das einst auch Hertha BSC vermarktete, später in Sport Five aufging und 2008 neugegründet wurde, ist unter anderem Partner des 1. FC Union, des FC St. Pauli und arbeitet jetzt erstmals mit einem Handballklub zusammen. Außerdem wurden die Premium-Sponsoren allesamt gehalten. Den Vertrag mit Lekker Strom hatten die Berliner bereits vor kurzem verlängert; nun folgten die DKB und Ausrüster Kempa.

„Durch den Einzug in die Champions League waren wir auch für andere Unternehmen interessant geworden“, sagte Hanning, „und konnten sagen: Dann schauen wir mal, was ihr uns zu bieten habt.“ Das Geld habe jedoch nicht die entscheidende Rolle gespielt. „Kempa wie auch die DKB waren schon in der zweiten Liga dabei. Wir bleiben unserer Philosophie treu, dass wir lieber langfristige Partner wählen als das schnelle Geld.“ Die Topklubs der Bundesliga wie der HSV Handball, THW Kiel oder Rhein-Neckar Löwen sind mit ihren Etats von rund 12 Millionen Euro ohnehin vorerst für die Füchse in ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten unerreichbar. Aber der Spielrahmen von knapp fünf Millionen Euro, über den die Berliner verfügen, soll peu a peu erweitert werden.

Trotzdem bleiben die Preise für die Bundesliga-Dauerkarten konstant. Das teuerste Ticket (für 17 Heimspiele) kostet 390, das billigste 120 Euro. Für die fünf Heimspiele der Champions-League-Vorrunde (Vorverkauf beginnt am 23. Juli) müssen zwischen 50 und 160 Euro bezahlt werden. Trainingsstart der Füchse-Mannschaft ist am Montag, den 18. Juli. Die Saisoneröffnung am „Tag der Füchse“ mit einem Spiel gegen den Zweitligisten VfL Potsdam findet am 12. August, drei Wochen vor Beginn der Bundesliga-Saison, im Horst-Korber-Sportzentrum statt. Auch die Jugendteams beider Klubs werden dort gegeneinander antreten und sich dem Publikum präsentieren.

Bereits am Mittwoch vorgestellt wurde der 23-jährige Jonathan Stenbäcken. Der Schwede spielte zuletzt beim Topklub seiner Heimat, dem IK Sävehof. Dort sammelte Stenbäcken auch schon Champions-League-Erfahrung. Berlin findet er nach den ersten Eindrücken einfach „unglaublich“; seit ein paar Tagen ist er mit seiner Freundin Anna in der Stadt auf der Suche nach einer Wohnung. Bei seinem neuen Verein will der Nationalspieler sich vor allem auf die Bundesliga konzentrieren – und darauf, sich erst einmal einen Platz im starken Team zu erarbeiten. „Da sind auch Iker Romero und Sven-Sören Christophersen auf meiner, der halblinken Position“, weiß er. Hanning scheint da kein Bedenken zu haben. „Wir haben ihn ausgewählt, weil er ein großes Talent ist und weil er in seinem Verein schon mit seinen 23 Jahren der Kapitän der Mannschaft war. Das“, sagt der Geschäftsführer, „spricht auch für seinen Charakter.“ Und Charakter, darüber sind sie sich bei den Füchsen im Klaren, wird das Team wie im Vorjahr nötig haben, um die anspruchsvolle Saison erfolgreich zu bestehen.