Champions League

Füchse müssen sich jetzt mit der Elite messen

Zum ersten Mal haben sich die Füchse Berlin für die Königsklasse qualifiziert. Die Handballer treffen in der Champions League auf Größen wie Ciudad Real, Moskau und Veszprem.

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Der Europa-Saal im Gartenhotel Altmannsdorf in Wien war festlich geschmückt. Pünktlich nahm Bob Hanning am Dienstag mit Geschäftsstellenleiter Stefan Güter um kurz vor elf Uhr in den weißen Ledersesseln Platz, prompt begann auch schon die feierliche Zeremonie des europäischen Handball-Verbandes EHF. Die Auslosung für die Champions League stand an, und bei jedem gezogenen Gegner bekamen Hanning und Güter aufs Neue große Augen. „Bessere Mannschaften kannst du als Gegner gar nicht zugelost bekommen“, sagte der Manager und war hin und weg: „Für den Handball in Berlin ist diese Hammergruppe ein Traum, für die Mannschaft ist sie ebenfalls ein Traum. Das ist die Creme de la creme des Handballs.“

Zum ersten Mal überhaupt haben sich die Füchse für die Königsklasse qualifiziert, nachdem sie in ihrer vierten Erstligaspielzeit Überragendes geleistet hatten. Statt wie geplant im EHF-Cup darf sich die Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson nun mit dem ganz Großen der Branche messen, und die Füchse erwischten für ihre Premiere gleich hochklassige Gegner. So treffen sie in der Gruppe B auf den dreifachen Königsklassen-Sieger Ciudad Real, MKB Veszprem (Ungarn), Medwedi Moskau, Bjerringbro-Silkeborg (Dänemark) und den Sieger des Wildcard-Turniers, in dem die Rhein Neckar-Löwen Anfang September um ein Ticket für die Gruppenphase kämpfen. Klub-Präsident Frank Steffel freute sich in Berlin über die namhafte Gegnerschaft. „Mit den Vertretern aus Spanien, Ungarn, Russland und Dänemark treffen wir auf große Namen des europäischen Handballs. Das ist eine attraktive und äußerst anspruchsvolle Gruppe und wir werden große Handballfeste in Berlin feiern.“ Trotz der hohen Hürden hat Hanning für die Füchse eine klare Marschroute ausgegeben: „Sportlich ist das natürlich eine große Herausforderung, dennoch wollen wir Vierter.“ Die jeweils ersten vier Mannschaften der vier Gruppen ziehen ins Achtelfinale ein, Saisonabschluss ist das Final-Four-Turnier am 26./27. Mai 2012 in Köln.

Das Abenteuer Champions League beginnt für die Füchse zwischen dem 28. September und 2. Oktober. Im ersten Gruppenspiel müssen sie beim russischen Serienmeister Medwedi Tschechow in Moskau antreten. Dann folgt die Tour über den Kontinent. „Mit Russland, Ungarn, Dänemark und Spanien haben wir eine Reise durch die ganze europäische Handballwelt“, frohlockt Hanning.

HSV und Kiel im Losglück

Während die Füchse am Dienstag in Wien also gleich die berüchtigte Hammergruppe serviert bekamen, konnten sich Meister HSV und der THW Kiel entspannt zurücklehnen. Beiden Nordklubs wurden vergleichsweise leichte Gegner zugelost (siehe unten). Hamburgs Geschäftsführer Martin Schwalb war zufrieden: „Unser klares Ziel ist der Gruppensieg, auch wenn einige anspruchsvolle Auswärtsspiele auf uns warten.“ Auch der THW liebäugelt in der Gruppe D mit Rang eins. „Hauptsache, wir gehen endlich wieder dem FC Barcelona in der Gruppenphase aus dem Weg“, freute sich Geschäftsführerin Sabine Holdorf-Schust.

Champions-League-Start am 28. September 2011

GRUPPE A

FC Barcelona

Croatia Zagreb

Kadetten Schaffhausen/Schweiz

Chambery Savoie/Frankreich

Bosna BH Gas Sarajevo

Gewinner Qualifikationsgruppe 2

GRUPPE B

Medvedi Moskau

MKB Veszprem/Ungarn

BM Ciudad Real/Spanien

Füchse Berlin

Bjerringbro-Silkeborg

Gewinner Wild Card Turnier

GRUPPE C

HSV Hamburg

RK Koper/Slowenien

HCM Constanta/Rumänien

St. Petersburg HC

Wisla Plock/Polen

Gewinner Qualifikationsgruppe 3

GRUPPE D

Montpellier HC

AG Kopenhagen

THW Kiel

Ademar Leon/Spanien

Pick Szeged/Ungarn

Gewinner Qualifikationsgruppe 1

Hauptrunde:

28. Sept.-26. Febr.

Achtelfinale :

Hinspiele (14.-18. März 2012),

Rückspiele (21.-25. März 2012).

Viertelfinale:

18.-29. April 2012.

Final Four (in Köln):

26./27. Mai 2012.