Rechte

Füchse Berlin trennen sich von ihrem Vermarkter

Die Partnerschaft sollte über zehn Jahre gehen, jetzt wird die Kooperation schon beendet. Der Handball-Bundesligist löst den Vertrag mit IMG auf. Denn in der Champions League gibt es nur sehr eingeschränkte Vermarktungsmöglichkeiten.

Foto: Amin Akhtar

Vor drei Jahren schlossen die Füchse Berlin und der Rechtevermarkter IMG einen Vertrag über die Vermarktung des Handball-Bundesligisten. Die Partnerschaft sollte über zehn Jahre gehen, jetzt liegt Morgenpost Online ein Schreiben vor, aus dem hervorgeht, dass die Kooperation beendet wird. In beidseitigem Einvernehmen. „Ja, es stimmt, die Verträge wurden aufgelöst“, bestätigte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning gestern auf Nachfrage. „Eigentlich hatten wir mit IMG für zehn Jahre geplant, aber die Zeit hat uns jetzt ein bisschen überholt.“

In ihrer vierten Erstligaspielzeit haben die Füchse am vergangenen Sonnabend den direkten Einzug in die Champions League perfekt gemacht und damit eine überragende Saison gekrönt. Bis zum 10. Juni müssen nun die Unterlagen bei der Europäischen Handball-Förderation EHF in Wien abgegeben und die Startgebühr für die Champions League in Höhe von 40.000 Euro überwiesen werden. Die Auslosung für die Gruppenphase ab September findet am 28. Juni in Wien statt.

Champions League, mehr geht für einen Handballverein nicht. Und wie im Fußball gibt der europäische Verband jedem Teilnehmer strenge Regeln in Sachen Vermarktung mit auf den Weg. „Sehr eingeschränkte Vermarktungsmöglichkeiten“, nennt Hanning die rigiden Auflagen. Den bleibenden Spielraum gilt es daher optimal zu nutzen. „Die wenigen Champions-League-Pakete werden wir künftig direkt verkaufen“, erklärt Hanning.

Offenbar waren die Füchse und einige ihrer Kooperationspartner zuletzt unzufrieden mit den von IMG erbrachten Leistungen. Der Rechtevermarkter holte nicht die nationalen und internationalen Partner an Land, die man sich erhofft hatte. Dennoch ist man im Fuchsbau auch dankbar über die zurückliegende Zusammenarbeit. „Ohne IMG wären wir nicht da, wo wir jetzt sind“, stellt Hanning klar, „durch die Garantieleistung von IMG waren wir in der Lage, in der schwierigen Zeit als Bundesliga-Neuling die nötige Planungssicherheit zu haben.“

Dieser angenehmen und bequemen Situation entziehen sich die Füchse nun freiwillig. Ob sich die Berliner künftig selbst vermarkten werden, steht noch nicht fest. Fakt ist, dass sie als Werbeträger zunehmend attraktiver werden, vor allem auch über die Stadtgrenze hinaus. Und wer Hanning kennt, der weiß, dass er nichts Unbedachtes macht. Die Füchse sind eine Art Lebenswerk für den 43-Jährigen. So werden die Berliner ihre Vermarktung in Zukunft sicher auf professionelle Beine stellen. Zu den Plänen wollte sich Hanning aber nicht äußern.

Hannings A-Jugend leicht favorisiert

Die sportliche Zukunft findet bei den Füchsen schon am kommenden Wochenende statt. A- und B-Jugend ermitteln im Hort-Korber-Sportzentrum am Glockenturm in einem Final Four ihre Deutschen Meister. Bob Hanning hofft als Trainer der A-Jugend mit seinem Team auf den Titel. Im ersten Halbfinale treffen die Berliner am Sonnabend um 17 Uhr auf den SC Magdeburg. „Seit dem Gewinn des Rookie-Cups bin ich überzeugt, dass wir ein gewichtiges Wörtchen um die Deutsche Meisterschaft mitreden werden“, frohlockt Hanning, der den Zuschlag für die Austragung des hochkarätigen Turniers als besondere Auszeichnung für die Arbeit in Berlin sieht. „Einerseits für die sportliche Arbeit, aber in diesem Fall vor allem für die Organisation. Ich denke, dass wir insbesondere mit dem Rookie-Cup hier eine tolle Visitenkarte für den Jugendbereich abgegeben haben. Die Förderung des Nachwuchses ist eben bei den Füchsen nicht nur ein Lippenbekenntnis sondern wird auch aktiv umgesetzt.“

Alle Infos zum Final Four unter www.fuechse-berlin.de