Letztes Saisonspiel

Füchse setzen gegen Magdeburg auf ihre Abwehr

Mit einem finalen Kraftakt wollen die Füchse Berlin beim SC Magdeburg ihren Champions-League-Platz verteidigen und damit das erfolgreichste Jahr der Geschichte krönen.

Foto: Christian Hahn

In Sachen Abwehr macht den Füchsen niemand so leicht etwas vor. Keine Mannschaft hat in der Handball-Bundesliga weniger Gegentore hinnehmen müssen als der Hauptstadtklub. Die Defensive um die beiden überragenden Torhüter Silvio Heinevetter und Petr Stochl sowie Abwehrchef Denis Spoljaric ist in dieser Saison das Prunkstück der Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson. 836 Gegentore haben Berliner in den 33 Spielen kassiert, und natürlich wollen die Füchse auch nach dem letzten Saisonspiel an diesem Sonnabend beim SC Magdeburg (16.30 Uhr, hier im Live-Ticker von Morgenpost Online ) in dieser Wertung die Nummer eins in der Beletage des deutschen Handballs bleiben. Und die große Frage ist: Kann die beste Abwehr der Liga in die Champions League stürmen?

Einen Punkt benötigen die Füchse noch, um mit der direkten Qualifikation für die Königsklasse der schon jetzt überragenden Saison den krönenden Abschluss zu verleihen. Dennoch, als Spiel des Jahres sehen die Verantwortlichen das Ost-Derby nicht. „Unsere Saison verdient jetzt schon eine Einsplus, es ist die größte, die wir je gespielt haben und die wir wohl je spielen werden. Daran wird auch das Ergebnis in Magdeburg nichts ändern“, sagt Geschäftsführer Bob Hanning, „wir haben alle unsere Ziele mehr als erreicht.“

Dennoch ist der Reiz, aus eigener Kraft in die renommierte Champions League einzuziehen, für die Berliner groß. Und die Spieler sind heiß. „Wir wollen unsere Chance jetzt auch nutzen“, sagt etwa Kapitän Torsten Laen. Bei einer Niederlage könnten die Rhein-Neckar Löwen in der Tabelle noch vorbeiziehen, die Füchse müssten dann in die Champions-League-Qualifikation.

Ohne ihren Torjäger Sven-Sören Christophersen wird es gegen die kampfstarken freilich schwer, in der Bördelandhalle aufzutrumpfen. Zumal die Gastgeber nach der knappen Hinspielniederlage (26:27) auf eine Revanche hoffen. Sowieso tut ein Sieg über den Lokalrivalen doppelt gut, vor allem, seit Torhüter Heinevetter Magdeburg in Richtung Berlin verlassen hatte. „Magdeburg macht aus den Spielen gegen uns ein Schalke gegen Dortmund im Handball. Siege über die Füchse sind für Magdeburg inzwischen wichtiger als gegen Kiel“, so Hanning.

Voraussagen für die Partie sind demnach schwer zu treffen. Die Füchse müssen auf jeden Fall noch einmal alle ihre Kräfte bündeln, soll der finale Coup gelingen. „Wir wissen, dass wir eine Topleistung abrufen müssen, um zu gewinnen“, betonte Hanning, der hofft, dass die Mannschaft mit dem zusätzlichen Druck umgehen kann. „Wir werden sicher keine Angst haben, aber der Erfolgsdruck wird auch nicht gerade kleiner. Wir müssen in Magdeburg eine sehr gute Abwehr stellen.“ Die haben die Füchse garantiert.