Handball-Bundesliga

Dagur Sigurdsson bleibt Füchse-Trainer

Lange bestand Unklarheit, doch jetzt steht fest, dass Dagur Sigurdsson Trainer bei den Berliner Füchsen bleibt. Der Isländer war zuletzt als heißer Kandidat für die Nachfolge von Deutschlands Ex-Nationaltrainer Heiner Brand gehandelt worden.

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Bleibt er oder bleibt er nicht? Die Zukunft von Dagur Sigurdsson wurde in den vergangenen Wochen zur Hängepartie. Zwar läuft der Vertrag des Isländers bei den Füchsen Berlin noch bis 2013, aber dass Kontrakte im Profisport nicht immer erfüllt werden, ist gängige Praxis. Und manchmal gibt es eben diese übergeordneten Ziele, die nicht alles, aber immerhin doch einiges rechtfertigen. Auch eine vorzeitige Vertragsauflösung. Die Aussicht, die deutsche Handball-Nationalmannschaft anzuleiten, wäre ein solches Vorhaben. Und tatsächlich galt Sigurdsson zuletzt als heißer Anwärter auf die Nachfolge von Heiner Brand, der seinen Job als Cheftrainer der deutschen Auswahl nach 14 Jahren aufgibt. Doch seit Donnerstag steht fest: Dagur Sigurdsson bleibt Trainer der Füchse Berlin.

„Dagur hat in den zwei zurückliegenden Jahren der Mannschaft Strukturen verliehen, die notwendig waren, um diesen enormen sportlichen Schritt zu machen und den Erfolg zu haben, wie wir ihn jetzt erleben“, sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning. Der Erfolg der Füchse habe natürlich mehrere Väter, „aber Dagur Sigurdsson hat eine herausragende Position bei dieser positiven Entwicklung der Füchse Berlin.“

Champions League vor Augen

Der isländische Coach, der mit den Füchsen eine Saison lang die Liga gerockt hat und die Spielzeit am Sonnabend mit einem Punktgewinn beim SC Magdeburg und dem damit verbundenem direkten Einzug in die Champions League krönen kann, freut sich schon auf die kommenden Aufgaben mit dem Hauptstadtklub. „Wir müssen unsere Ziele nicht zurückschrauben, weil wir dann eine Doppelbelastung haben. Wir werden die neue Saison entspannt auf uns zukommen lassen“, sagte der 38-Jährige. „Aber jetzt sollen wir auch erst mal genießen, was wir erreicht haben. Der Weg nach oben ist der Schönste, das weiß jeder, der Sport gemacht hat.“

Sigurdsson hatte beim Deutschen Handball-Bund (DHB) als möglicher Kandidat auf die Brand-Nachfolge gegolten. Auch sein Konzept soll beim Verband großen Anklang gefunden haben. „Es hat Gespräche gegeben“, bestätigt Hanning. Allerdings hat es kein schriftliches Angebot vom DHB für Sigurdsson gegeben. Die Nase vorn hat jetzt aber Brands Co-Trainer Martin Heuberger, der zusammen mit dem früheren Spitzenspieler Christian Schwarzer die Nationalmannschaft in Zukunft trainieren soll. Manager Hanning hätte Verständnis gehabt, wenn es Sigurdsson ins Bundestraineramt gezogen hätte. „Denn ich bin ein Mensch, der im Ganzen denkt“, sagt der 43-Jährige, „ich habe den Handball im Kopf und nicht nur die eigenen Ziele.“

Bis zum letzten Spieltag der deutschen Eliteklasse wollten die Füchse Klarheit über die Zukunft auf dem Trainerposten haben. Das ist jetzt der Fall.