Handball-Bundesliga

Füchse Berlin siegen klar in Balingen

Mit dem deutlichen 29:20-Sieg gegen Balingen-Weilstetten festigt das Team von Trainer Dagur Sigurdsson den vierten Tabellenplatz und hat die Europa League nun zum Greifen nahe.

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Bartlomiej Jaszka hüpfte losgelöst über das Spielfeld, Konrad Wilczynski klatschte sich freudestrahlend mit Torhüter Petr Stochl ab und Torsten Laen behielt nach dem Schlusspfiff als Kapitän wie gewohnt den Überblick. „Das war wieder mal eine super Mannschaftsleistung von uns“, sagte der Däne in Diensten der Füchse Berlin und fügte an: „Jeder, der auf den Platz kam, hat etwas Positives für die Mannschaft gemacht, deshalb haben wir diesen klaren Sieg eingefahren.“ In der Tat spielte der Handball-Bundesligist aus Berlin beim 29:20 (15:12) bei HBW Balingen-Weilstetten souverän auf und bleibt mit 47:13 Punkten als Tabellenvierter dem zweitplatzierten Titelverteidiger THW Kiel (49:11) und den Rhein-Neckar Löwen (47:11) auf den Fersen. Bester Werfer beim 22. Saisonsieg der Berliner im 30. Spiel war der deutsche Nationalspieler Sven-Sören Christophersen mit neun Toren.

Dank dieser starken Vorstellung dürfen die Füchse weiter von der Champions League träumen. Der Start im Europapokal ist vier Spieltage vor Schluss schon so gut wie sicher. Im vergangenen Jahr noch waren die Berliner mit einem einzigen Tor an der direkten Qualifikation für den EHF-Cup gescheitert, dieses Vorhaben sollte nun in dieser Saison klappen. Und die Saison begann furios. Mit einer herausragenden Mannschaftsleistung rockten die Füchse die Liga und übernahmen sogar die Tabellenführung, vor Titelkandidat HSV sowie Rekordmeister Kiel. „Der Märchen geht weiter“, lautete die wöchentlich Parole aus dem Fuchsbau.

Jede Partie ist jetzt ein Endspiel

Der Höhenflug hält bis heute an, und das Selbstbewusstsein ist dementsprechend hoch. So strebt die Mannschaft von Dagur Sigurdsson jetzt nach Höherem: der Champions League. „Die Mannschaft hat sich eine herausragende Möglichkeit und Ausgangsposition erarbeitet, diese wollen wir jetzt auch gemeinsam nutzen“, sagte Geschäftsführer Bob Hanning. Mit dem direkten Erreichen der Königsklasse (Platz eins bis drei) oder den Gang über die Qualifikation (Platz vier) würden die Füchse einer beeindruckenden Saison das absolute Sahnehäubchen aufsetzen. Und damit eine historische Chance nutzen. „Wenn man als Sportler so wie wir diese verlockende Möglichkeit hat, dann muss man sie beim Schopfe packen. Wer weiß, ob wir in den nächsten vier, fünf Jahren wieder in eine solche Lage kommen.“ Die Mannschaft sei heiß, sagt Hanning. „Mit unseren Zuschauern im Rücken wollen wir die Sensation schaffen. Für uns ist jede Partie bis Saisonende jetzt ein Endspiel.“ Am 15. Mai gegen Verfolger Frisch Auf Göppingen und am 28. Mai gegen Wetzlar wollen die Berliner ihre eindrucksvolle Bilanz von bislang nur einer Liga-Niederlage vor heimischem Publikum ausbauen. Dazu kommen noch die Auswärtsspiele gegen Ahlen (21. Mai) und den SC Magdeburg (4. Juni).

In Balingen zeigten die Berliner gestern, dass sie es auch auf fremdem Parkett richtig gut können. Dabei war Balingen nicht gerade ein angenehmer Gegner. Die Schwaben sind sehr erfahren und heimstark, zudem versuchen sie, die mangelnde spielerische Qualität mit teil übertriebener Härte auszugleichen. Oder wie Berlins Rückraumspieler Mark Bult zu sagt: „Die kämpfen wie die Schweine.“ Balingen hat rund einhundert Strafminuten mehr als die Füchse auf dem Konto. Und tatsächlich ging die Partie gleich munter los. In den ersten zehn Minuten kassierten die Platzherren drei Gelbe Karten, zudem musste Füchse-Physiotherapeut Fabian Kittmann so manche Wunde kühlen.

Immerhin, Handball wurde auch gespielt. Und Sigurdsson hatte seinen Mannen sehr gut auf die aggressive Balinger Abwehr vorbereitet. Zudem zeigte Spielmacher Bartlomiej Jaszka mit dem Blick für den freien Mann immer wieder seine Klasse als Spielgestalter. So übernahmen die Berliner denn auch gleich die Führung und bauten sie aus. 8:4 stand es nach 14 Minuten. Doch die Gastgeber stecken nicht auf und kämpften sich zur Freude der Zuschauer wieder heran.

„Wir müssen wieder spielen“, forderte Coach Sigurdsson in einer Auszeit von seinen Spielern. Gehört, getan. Die Berliner zogen das Tempo an, trumpften konzentriert auf und siegten am Ende souverän und verdient. „Wir haben uns von der Härte der Balinger nicht verrückt machen lassen“, sagte Hanning, „und haben souverän gewonnen.“