Verletzung

Bult muss für Petersson gegen Lemgo einspringen

Füchse-Torjäger Alexander Petersson kann am Mittwoch gegen Lemgo wegen einer Schulterverletzung höchstens in der Abwehr spielen. Die Tore soll nun Mark Bult erzielen, der letztes Jahr noch der gefährlichste Angreifer der Berliner war.

Foto: Bongarts/Getty Images

Seine Schnelligkeit macht ihn zum Schrecken der gegnerischen Abwehr, seine Würfe mit links sind oft unhaltbar. 107 Tore hat Alexander Petersson in dieser Saison bereits für die Füchse Berlin erzielt und ist damit eine tragende Säule im erfolgreichen Spielsystem des Handball-Bundesligisten. Jetzt, da die Saison sich der Entscheidung nähert und der Hauptstadtklub den Traum vom Erreichen der Champions League verwirklichen will, muss der isländische Nationalspieler seinem angeschlagenen Körper Tribut zollen und droht am Mittwoch beim Spiel gegen den TBV Lemgo (19 Uhr, Max-Schmeling-Halle) auszufallen. „Es ist sehr, sehr fraglich, ob er spielen kann“, sagt Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson, der aber auf seinen Landsmann hofft: „Vielleicht können wir ihn in der Abwehr einsetzen.“

Im Angriff geht bei Petersson derzeit gar nichts. Sehne und Schleimbeutel in der linken Schulter sind entzündet, seit Wochen plagt sich der 30-Jährige mit der Malaise herum. Die dreiwöchige Punktspielpause für die Füchse hatte Petersson genutzt und 14 Tage lang gar keinen Ball angefasst. Einen Wurftest in der vergangenen Woche musste der Linkshänder jedoch abbrechen. „Die Schmerzen waren einfach zu groß, besonders bei extremen Bewegungen tut es noch weh“, sagte er.

Nun muss es bei den Füchsen auf der rechten Angriffsseite ein anderer richten: Mark Bult. „Er hat letztes Jahr bewiesen, dass er es kann, immerhin war er unser Torschützenkönig der vergangenen Saison“, sagt Sigurdsson über den Niederländer und zeigt sich optimistisch: „Er hat jetzt die große Chance und kann sie nutzen.“ Das sieht auch Geschäftsführer Bob Hanning so. „Mark ist ein Spieler, der diese Herausforderung annimmt und diese Situation lösen kann“, sagt der Manager und fügt an: „Mark wollte immer mehr spielen, jetzt kann er seiner Forderung mit guten Leistungen Nachdruck verleihen. Es ist eine gute Möglichkeit, sich zu profilieren.“

Bult selbst will die Bewährungschance gegen den amtieren Europapokalsieger (EHF-Cup) und aktuellen Tabellenachten natürlich nutzen. „Ich werde mein Bestes geben“, sagt Bult, der auf die Unterstützung der Fans zählen kann. Immerhin hat er maßgeblich zum Aufstieg der Füchse beigetragen und ist damit eng mit der Erfolgsgeschichte des Vereins verknüpft. Und wer sich für die Füchse voll reinhängt, dem ist natürlich auch die Sympathie der Anhänger gewiss. Das war auch der Fall, als Bult nach kurzem Gastspiel beim polnischen Topklub Kielce im September 2010 wieder nach Berlin zurückkehrte, nachdem er dort sein sportliches Glück nicht gefunden hatte. Bult wurde damals mit offenen Armen wieder aufgenommen – und darf heute im Füchse-Angriff von Beginn an ran. Hanning: „Mark genießt unser Vertrauen.“

Nach der langen Pflichtspielpause müssen die Füchse gegen Lemgo erst wieder ihren Rhythmus finden. Dafür konnten die Berliner im Gegensatz zum TBV zuletzt auch ein wenig Kräfte sparen. Trainer Sigurdsson sagt: „Wir gehen ohne Druck in das Spiel und wollen richtig guten Handball zeigen.“