Handball-Bundesliga

Torwart Stochl rettet Füchsen den Heimsieg

Die Füchse haben gegen Altmeister VfL Gummersbach einen klaren 24:20-Sieg errungen. Der Schlussmann der Berliner Handballer glänzte dabei mit 19 Paraden und ließ sich von den Fans feiern.

Foto: AFP

Immer wieder reckte Petr Stochl seinen linken Arm empor und ballte die Hand zur Faust. Es ist die Pose, die der Tscheche nach gehaltenen Bällen am liebsten zeigt, und am Dienstagabend hatte der Torhüter der Füchse Berlin sehr oft Grund zum Jubeln.

Dank einer überragenden Leistung Stochls kehrten die Füchse vor 8538 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle gegen den VfL Gummersbach in die Erfolgsspur zurück. Durch das 24:20(12:7) über den Traditionsverein aus dem Oberbergischen eroberten die Hauptstadt-Handballer den dritten Tabellenplatz zurück, der die direkte Qualifikation für die Champions League bedeutet. „Ich bin sehr glücklich über den Sieg. Diese Punkte waren sehr wichtig für uns“, sagte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson. Es sei keine Glanzleistung seiner Mannschaft gewesen, „aber solche Spiele werden wir jetzt bis zum Saisonende haben. Wir müssen um jeden Punkt kämpfen. Aber wir sind bereit dazu.“

Ostersonntag gegen Lemgo

Jetzt können die Füchse erst einmal durchatmen. Für die europäischen Nationalteams steht in den kommenden Wochen die EM-Qualifikation an, das nächste Liga-Spiel der Berliner steigt dann am Ostersonntag gegen den TBV Lemgo.

„Wenn wir den Traum von Platz vier weiterträumen wollen, müssen wir Gummersbach besiegen“, hatte Berlins Geschäftsführer Bob Hanning vor dem Anwurf die Marschroute vorgegeben.

Bitter für den VfL: er musste auf den deutschen Nationalspieler Adrian Pfahl verzichten, ihn hatte ein grippaler Infekt zum Zuschauen verdammt. Im Tor gab Trainer Sigurdsson Petr Stochl den Vorzug vor Silvio Heinevetter. Eine Bewährungschance für den Tschechen, von dem die Füchse-Verantwortlichen eine deutliche Leistungssteigerung eingefordert hatten. In den vergangenen Spielen war Stochl oft für Heinvetter eingewechselt worden, konnte aber nicht wirklich überzeugen. „Von Petr muss jetzt mehr kommen“, hatte Hanning gesagt. Und Stochl führte sich mit fünf Paraden gleich zu Beginn der Partie glänzend ein. Da klatschte auch Heinevetter von der Bank aus Beifall. Er hatte gestern in seiner Lebensgefährtin Simone Thomalla und deren Tochter Sophia Thomalla prominenten Beistand.

In den ersten Minuten taten sich beide Mannschaften noch etwas schwer mit dem Erzielen von Toren. So stand es nach elf Minuten gerade einmal 4:3 für die Platzherren. Nach einer weiteren akrobatischen Parade des Berliner Schlussmanns kam es zu „Petr Stochl“-Sprechchören. Aber die Füchse konnten aus der guten Abwehr zunächst nicht wirklich Kapital schlagen. Und natürlich spielten die Gäste gut mit. Kein Wunder, gewann der VfL in der vergangenen Saison doch den Europapokal der Pokalsieger. In dieser Spielzeit aber läuft es nicht so rund, Gummersbach kämpft noch um die Qualifikation für den Europacup. Aus dem Hinspiel war der VfL jedenfalls stark motiviert, die Partie hatten die Füchse 34:32 gewonnen und damit dem Klub nach vier Jahren die erste Liga-Pleite in der heimischen Eugen-Haas-Halle beigebracht.

Ende des ersten Durchgangs konnten sich die Füchse zur Freude ihrer Anhänger endlich ein wenig absetzen. In nur zwei Minuten gelangen den Berlinern fünf Tore, plötzlich stand es 11:6. Die Vorentscheidung? Die Geräuschkulisse schwoll jedenfalls hörbar an.

Gummersbacher mit Kämpferherz

Nach dem Seitenwechsel schloss Stochl an seine Top-Leistung aus Durchgang eins nahtlos an. Insgesamt gelangen dem Torhüter während der Partie 19 Paraden. Das ist Weltklasse. Allerdings legten die Gummersbacher an Tempo und Aggressivität zu. Die Platzherren aber waren nur kurz irritiert und ließen den Gegner auf zwei Tore herankommen (14:12, 39.). Mit einem Zwischenspurt wurden die alten Machtverhältnisse schnell wieder gerade gerückt (18:14, 48.).

Die Gummersbacher zeigten Kämpferherz und steckten nicht auf, so dass die Füchse in der Schlussphase ihr ganzes Können aufbieten mussten, um den Heimsieg Wirklichkeit werden zu lassen. Zum Unmut der Fans musste Kapitän Torsten Laen nach drei Zeitstrafen disqualifiziert das Feld verlassen. Jetzt hieß es noch einmal beißen und kämpfen. Das merkten auch die Fans und peitschten ihre Füchse lautstark nach vorn. Mit Erfolg. Bester Berliner Werfer war Sven-Sören Christophersen mit acht Toren.