Handball

Füchse Berlin verpassen Pokalendrunde

Berlins Handballer haben im Pokal-Viertelfinale gegen den Favoriten THW Kiel mit 25:31verloren. Es hat nicht klappen sollen mit der großen Sensation.

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Handball-Rekordmeister THW Kiel hat sich für die Pokal-Endrunde am 7.und 8. Mai in Hamburg qualifiziert. Der sechsfache Cup-Sieger setzte sich im Viertelfinale bei den Füchsen Berlin mit 31:25 (17:13) durch.

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Die Enttäuschung hielt nur wenige Sekunden an. Kurz senkten die Spieler der Füchse Berlin nach der Schlusssirene ihre Köpfe, dann aber rief Kapitän Torsten Laen seine Teamkollegen auf dem Parkett auch schon zu sich und alle umarmten sich im Kreis. Ein kurzer Zuspruch, dann bedankten sich die Hauptstadthandballer artig bei ihren Fans für den großen Zuspruch. Es hat nicht klappen sollen mit der großen Sensation. Mit 25:31 (13:17) unterlagen die Berliner am Mittwochabend vor 9000 Zuschauern in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle dem Favoriten THW Kiel.

Die Norddeutschen qualifizierten sich damit für das Final Four am 7./8. Mai in Hamburg. Bereits elf Mal waren sie bei der Endrunde mit dabei, sechs Mal schon haben sie den Pokalsieg an die Förde geholt. In diesem Jahr soll der siebte Streich folgen, denn das große Ziel des Ausnahmeklubs ist der Gewinn des Triples, also neben Pokal auch die Meisterschaft und die Champions League. Zudem dürfen sich die Kieler über 120.000 Euro freuen, die jeder Endrunden-Teilnehmer kassiert. Die Füchse vergaben dagegen ihren ersten Matchball für die Qualifikation für den Europapokal und gingen nach über einem Jahr erstmals wieder als Verlierer vom Feld der Schmeling-Halle. Geschäftsführer Bob Hanning: „Jetzt muss es halt in der Bundesliga mit Europa klappen.“

Kiel behielt kühlen Kopf

Von der ersten Sekunde an waren die Spannung und das Tempo hoch. Schon der erste Treffer durch Sven-Sören Christophersen zum 1:0 wurde derart frenetisch bejubelt wie ein Titelgewinn. Und die Euphorie erfasste auch die Zuschauer, die mit ihren Klatschpappen ordentlich für Stimmung sorgten. Drei Treffer in Folge vom glänzend aufgelegten Alexander Petersson brachte die Füchse 4:3 in Führung (6.). Aber derartige Frechheiten ließ sich der Liga-Primus natürlich nicht lange bieten. „Für uns ist diese Partie wie ein Endspiel“, hatte Kiels Welthandballer Filip Jicha vor dem Anwurf gesagt und gemahnt: „Ich hoffe, dass wir nicht den Kopf verlieren.“ Und das taten sie auch nicht. Während Ivan Nincevic einen Siebenmeter verwarf und die Berliner auch andere gute Chancen ausließen, führte fast jeder THW-Angriff zum Torerfolg. Prompt lagen die Füchse nach 18 Minuten mit 6:11 zurück. Für den entnervten Silvio Heinevetter durfte sich nun Petr Stochl zwischen den Berliner Pfosten beweisen. Zudem versuchte Trainer Sigurdsson es mit einer Auszeit.

Zum Ende der ersten Halbzeit durfte dann Heinevetter wieder ins Tor, endlich bekam er auch einen Ball zu fassen – und ließ seine Freude mit einem Urschrei alle in der Arena wissen. Die Füchse hängten sich mit Leidenschaft hinein, sie zeigten ihr Kämpferherz, doch Kiel hielt die Platzherren im Stile einer Spitzenmannschaft souverän auf Abstand. Zudem unterliefen den Berlinern zu viele Fehlwürfe. Im Liga-Hinspiel hatten die Füchse den THW noch sensationell mit 26:23 besiegt, seither aber hat der Förde-Klub enorm an Sicherheit gewonnen. Die Abwehr stellt sich wie ein Bollwerk dem Gegner entgegen, da ist fast kein Durchkommen. Und im Tor überragt der Olympiasieger, Welt- und Europameister Thierry Omeyer.

Die Füchse aber gaben sich trotz des klaren Rückstandes nicht geschlagen. Sie wussten, dass die Sensation durchaus möglich war, auch wenn Kiel marschierte. Vor allem Alexander Petersson sorgte für Aufsehen, er wirbelte über das Spielfeld, erkämpfte wiederholt spektakulär den Ball und traf auch selbst. Am Ende war er mit sechs Toren bester Berliner Werfer.

Angetrieben von ihren Anhängern warfen sich die Berliner in jeden Ball hinein. Aber genau das taten auch die Kieler. Sie führten denn auch ganz klar Regie in diesem Spitzenspiel. 22:28 stand es zehn Minuten vor Ende, der Drops war gelutscht. „Für uns hat die Niederlage einen bitteren Beigeschmack, weil es einige Schiedsrichterentscheidungen gab, die ich nicht nachvollziehen kann. Von daher bin ich ein schlechter Verlierer“, sagte Füchse-Coach Sigurdsson.