Handball-Bundesliga

Füchse haken Melsungen-Ausrutscher ab

Trotz einer Fünf-Tore-Führung acht Minuten vor Schluss erreichten die Füchse Berlin in Melsungen nur ein Remis. Doch die Berliner hacken den Fauxpas schnell ab – um sich auf höhere Aufgaben zu konzentrieren.

Foto: Bongarts/Getty Images

Ach, was soll man sich lange mit Vergangenem aufhalten, wenn es doch einen höchst uncharmanten Beigeschmack hat und sich der Blick zudem schon auf die kommenden Aufgaben richtet. So also wollten sich Dagur Sigurdsson und Bob Hanning nach dem enttäuschenden Unentschieden der Füchse Berlin im Bundesligaspiel bei MT Melsungen (22:22) nicht großartig grämen. „Das ist ärgerlich, aber so etwas passiert nun mal im Sport“, sagte Geschäftsführer Hanning. Trainer Sigurdsson suchte den unerwarteten Punktverlust in Nordhessen mit mangelnder Konsequenz zu erklären. „Wir haben es verpasst, den Sack zuzumachen und hatten am Ende auch noch Pech“, bedauerte der Isländer und fügte an: „Jetzt müssen wir uns aber auf das Spiel gegen Flensburg konzentrieren.“

Dennoch wird der Coach natürlich den Auftritt seiner Mannen am Samstagabend in der Rothenbach-Halle noch einmal genau analysieren und seine Schlüsse daraus ziehen. Eine Erkenntnis ist, dass seine Spieler mit der offensiven 4:2-Deckung der abstiegsbedrohten Melsunger nicht zurecht kamen, die Bewegung ohne Ball war mangelhaft. Und dann war da ja noch der große Vorsprung. Acht Minuten vor Schluss führten die Füchse mit 21:17, verspielten das Polster jedoch noch. Der Ausgleichstreffer der Platzherren zum 22:22 fiel mit dem Schlusspfiff nach einen Freiwurf durch Jens Schöngarth. „Normalerweise muss man ein Spiel gewinnen, wenn man mit vier Toren führt, aber Kompliment an die MT, das war ein Riesenkampf“, anerkannte Sigurdsson die Leistung des Gegners. Und die Füchse zeigten zum ersten Mal in der Saison Nerven. Hanning: „Entscheidend ist, was wir jetzt aus diesem Unentschieden machen.“

Trotz des Punktverlusts behalten die Berliner den dritten Tabellenplatz, der Vorsprung vor Verfolger Rhein-Neckar Löwen schmolz auf drei Zähler. A, Sonntag gab Sigurdsson seinen Profis frei, ab Momntag nehmen die Berliner dann Fahrt auf in Richtung Heimspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt am Sonntag (17.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle). Es ist der Auftakt zu drei absoluten Highlights in der heimischen Arena. Am 2. März geht es im Pokal-Viertelfinale gegen den THW Kiel um den Einzug ins Final Four, am 20. März reist Titelkandidat HSV Hamburg an. Alle drei Partien sind bereits so gut wie ausverkauft. „Das bedeutet dreimal eine Riesenparty im Fuchsbau“, frohlockt Hanning, der nach seiner Schulter-OP wieder zu Hause ist und sich nun erholen muss. Trotz Schmerzen blickt der Manager auf die Partie am Sonntag, wo die Füchse ihre Heimstärke unter Beweis stellen wollen. Ausgerechnet Flensburg. Vor über einem Jahr unterlagen die Füchse der SG mit 25:26, seither sind die Berliner in der Schmeling-Halle ungeschlagen. Hanning: „Und das soll auch so bleiben.“