Handball-Bundesliga

Füchse geben in Melsungen Sieg aus der Hand

In einer über weite Strecken offenen Begegnung konnten die Füchse Berlin in ihrer zweiten Partie nach der WM-Pause am Ende nur einen Punkt aus Melsungen mitnehmen. Mit 22:22 endete am Abend die Partie.

Foto: Bongarts/Getty Images

Torhüter Silvio Heinevetter rannte wie von einer Tarantel gestochen über das Parkett der Rothenbach-Halle in Kassel und ließ seinem Ärger freien Lauf. Nur wenige Meter entfernt feierten die Handballspieler von MT Melsungen ausgelassen, als hätten sie bereits den Klassenerhalt geschafft. Sieben Minuten vor Schluss hatten die Füchse Berlin im Bundesligaspiel bei den abstiegsbedrohten Nordhessen schon mit vier Toren Vorsprung geführt, der Auswärtssieg schien fest gebucht, doch am Ende gaben die Hauptstadt-Handballer den sicher geglaubten Erfolg noch aus der Hand. 22:22 (11:10) hieß es am Ende zum Leidwesen der Berliner.

„Das ist ein Riesending für uns“, freute sich Melsungens Jens Schöngarth, der in der letzten Sekunde mit einem Hammerwurf das Remis herbeigeführt hatte. „Natürlich gehört da auch immer ein bisschen Glück dazu, aber wir haben uns diesen einen Punkt wirklich erkämpft. Und dabei nur 22 Tore gegen die Füchse kassiert, das ist wunderbar.“

Ganz fürchterlich fanden dagegen die Füchse dieses Auswärtsspiel. Schon zu Beginn zeichnete sich ab, dass es gegen die kampfstarke Truppe aus Hessen ein schwerer Gang werden würde. In Abwesenheit von Geschäftsführer Bob Hanning, der nach erfolgreicher Schulter-Operation die Partie vom Krankenhausbett aus verfolgte, konnten sich die Berliner erst zum Ende der Partie etwas absetzen. Doch Melsungen steckte nicht auf. 30 Sekunden vor Schluss vergab Füchse-Torjäger Alexander Petersson einen Tempogegenstoß. Ausgerechnet Petersson, der Isländer war mit fünf Treffern bester Berliner Werfer. Aber am Ende verließ ihn das Glück. Und Melsungen feierte.