Handball-Bundesliga

Füchse stimmen sich auf Spitzenspiel in Kiel ein

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Alexandra Gross

Am Sonntag steht für die Füchse Berlin das Spiel beim Rekordmeister THW Kiel an. Es geht um den zweiten Platz in der Bundesliga. Trainer Sigurdsson mahnt an: "Wir müssen uns noch gewaltig steigern."

Am Ende landen die Verantwortlichen in der Analyse eines Handballspiels fast immer bei der Abwehr. Mit ihrer Qualität und Leistungsstärke steht und fällt nun einmal der Gesamtauftritt einer Mannschaft, und so kam auch Dagur Sigurdsson nicht umhin, seine Defensivabteilung trotz des klaren Sieges über den DHC Rheinland (33:28) zu rügen. „Wir haben in der Abwehr schlecht gestanden und agiert, das müssen wir jetzt unbedingt abstellen“, sagte also der Trainer des Bundesligisten Füchse Berlin.

Auch Geschäftsführer Bob Hanning haderte mit der Darbietung seines Personals. „Das war viel zu wenig“, grantelte der Manager und blickte auf das schwere Auswärtsspiel am Sonntag beim deutschen Rekordmeister THW Kiel voraus: „Dort müssen wir uns gewaltig steigern, um nicht unter die Räder zu kommen.“

Immerhin, der Start in die Rückrunde nach der sechswöchigen WM-Pause ist den Füchsen geglückt, sie bleiben damit seit fast einem Jahr ungeschlagen in eigener Halle. Allerdings war der Tabellenletzte aus Dormagen, der nach angemeldeter Insolvenz als erster Absteiger fest steht, kein wirklicher Prüfstein. Der folgt am Sonntag bei Verfolger Kiel. Bei einer Niederlage dort würden die Berliner den zweiten Tabellenplatz an den Titelverteidiger abgeben müssen.

Als Vize-Präsident der Handball-Bundesliga (HBL) hat sich Hanning nach der Partie dafür stark gemacht, dem DHC Rheinland zu helfen. „Wir müssen versuchen, den Spielbetrieb für Dormagen zu sichern“, forderte der 43-Jährige und schlug einen Rettungsfonds vor. Hanning appellierte an die Kollegen: „Die großen Vereine könnten helfen, wenn sie wollen. Von Seiten der Füchse haben wir dem DHC Rheinland unsere Hilfe angeboten.“

Kein Thema ist dagegen die Verpflichtung des Dormagener Talents Kentin Mahe, der am Mittwochabend mit sieben Toren bester Werfer auf dem Parkett war. Zwar hat Hanning sich mit dem 19-Jährigen unterhalten, ein Wechsel nach Berlin wird es aber nicht geben. „Kentin macht jetzt sein Abitur, müsste dann also pendeln“, sagt Hanning, „das wäre pädagogisch absolut nicht vertretbar.“