Füchse Berlin

Rhein-Neckar Löwen werben um Petersson

Alexander Petersson brilliert nicht nur bei der Handball-WM, sondern ist auch einer der tragenden Säulen im Füchse-Team. Das bleibt natürlich in der Liga nicht unbemerkt.

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Die Laune bei Alexander Petersson ist bestens. Mit zwei Siegen feierte der Rückraumspieler der Füchse Berlin mit Island bei der Handball-WM in Schweden einen gelungenen Auftakt in die Titelkämpfe. Nach dem 32:26 gegen Ungarn wurde auch die Aufgabe gegen die Exoten aus Brasilien (34:26) souverän gemeistert – und Petersson brillierte in beiden Partien im rechten Rückraum. Das tut er seit Saisonstart auch beim Berliner Bundesligaklub, der 30-Jährige hat sich wie erhofft zu einer der tragenden Säulen im Füchse-Team aufgeschwungen.

Das bleibt natürlich in der Liga nicht unbemerkt, zumal die Berliner als Tabellenzweiter seit Monaten die deutsche Eliteklasse rocken. Und: Petersson ist als Linkshänder heiß begehrt, er wurde jüngst sogar in seiner Heimat zum Sportler des Jahres ausgezeichnet. Wie Morgenpost Online erfuhr, gibt es jetzt die ersten konkreten Abwerbeversuche für den Nationalspieler. So soll den Füchsen ein Angebot von Liga-Konkurrent Rhein-Neckar Löwen vorliegen. „Ja, es stimmt, die Mannheimer haben großes Interesse an Alexander Petersson“, bestätigt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning und stellt gleich klar: „Ein Wechsel Peterssons vor 2012 kommt für uns nicht in Frage.“ So lange nämlich läuft der Vertrag des Olympiazweiten beim Hauptstadtklub. Hanning: „Wir wollen unsere erste Saison im Europacup unbedingt mit Alexander Petersson spielen.“

Die große Frage wird sein, was sich die Rhein-Neckar Löwen ein Engagement Peterssons kosten lassen würden. Das Geld jedenfalls dürfte vorhanden sein, die Mannheimer werden von SAP-Milliardär Dietmar Hopp unterstützt, haben mit 7,5 Millionen Euro einen beinahe doppelt so hohen Etat wie die Füchse. „Wir wissen, dass wir gegen diese enorme Wirtschaftsmacht keine wirkliche Chance haben“, sagt Hanning, „wir können da nicht mithalten.“ Eine Kurskorrektur wird es im Fuchsbau deshalb aber nicht geben. Im Gegenteil: „Wir behalten weiter den Blick fürs Machbare, setzen auf eine kontinuierliche Jugendarbeit und werden die Sponsorengelder oder Zuschauereinnahmen nicht dazu nehmen, um irreale Summen für Spieler zu zahlen.“

Immerhin: Schon einmal gewannen die Füchse Berlin einen Personalpoker gegen die wirtschaftlich übermächtigen Rhein-Neckar Löwen. Die Mannheimer hatten Silvio Heinevetter ein fürstliches Gehalt geboten, doch der deutsche Nationaltorhüter widerstand der Verlockung des Geldes – und verlängerte seinen Vertrag in Berlin vorzeitig bis 2014.