Formel 1

Schwerer Unfall überschattet Leclercs Poleposition

Sebastian Vettel startet am Sonntag in Monza nur von Rang vier. Formel-3-Pilot Peroni bricht sich die Wirbelsäule.

Alex Peronis Campos-Rennwagen landete im ersten Rennen der Formel 3 am Sonnabend im Begrenzungszaun.

Alex Peronis Campos-Rennwagen landete im ersten Rennen der Formel 3 am Sonnabend im Begrenzungszaun.

Foto: Joe Portlockvia www.imago-images.de / imago images / Motorsport Images

Monza. Immerhin ein Ferrari kam durch: Charles Leclerc hat dem italienischen Formel-1-Team die Poleposition beim Heimrennen in Monza gesichert. Der Monegasse drehte am Sonnabend in der am Ende chaotischen Qualifikation zum Großen Preis von Italien (Sonntag, 15.10 Uhr/RTL und Sky) die schnellste Runde und verwies Weltmeister und WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton (Großbritannien) sowie dessen Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas (Finnland) auf die Plätze zwei und drei.

Sebastian Vettel (Heppenheim) im zweiten Ferrari startet nur von Rang vier in das 14. von 21 Saisonrennen. Der Entscheidung vorausgegangen war eine kollektive Fehlleistung des beinahe gesamten Feldes. Beim Einrollen für die letzte schnelle Runde der Qualifikation fuhren die Piloten ungewöhnlich langsam, da niemand die entscheidende Runde auf der Highspeedstrecke ohne Windschatten angehen wollte.

Ferrari-Absprache sieht Windschatten für Vettel vor

Die Uhr tickte jedoch längst herunter, letztlich schaffte es nur Leclerc noch rechtzeitig über die Linie. Der Monegasse hatte beim ersten Versuch allerdings schon die beste Zeit geholt, nun konnte keiner seiner Konkurrenten mehr zurückschlagen. Vettel war bedient. „Meine erste Runde war super, aber ich hatte keinen Windschatten, und da fehlen dann eben vier bis fünf Zehntelsekunden“, sagte er: „Das Positionsspiel am Ende sieht dann natürlich schwachsinnig aus, aber ohne Windschatten die Quali-Runde in Monza zu starten, macht eben keinen Sinn. Ich hatte in dieser Phase niemanden vor mir, die Absprache war intern ein bisschen anders.“

Für Leclerc ist es die vierte Poleposition seiner Karriere. Der 21-Jährige hatte Ferrari am vergangenen Sonntag in Spa den ersten Saisonsieg beschert. Nun soll in Monza der zweite folgen, immerhin wartet die Scuderia seit 2010 auf einen Heimerfolg.

Peronie muss nach Horrorunfall ins Krankenhaus

Vor der Qualifikation zum Großen Preis von Italien hatte allerdings eine Schrecksekunde die Motorsport-Szene erschüttert. Nur eine Woche nach dem tödlichen Unfall in der Formel 2, bei dem der Franzose Anthoine Hubert verunglückte, wurde das erste Rennen der Formel 3 am Sonnabendvormittag in Monza von einem Horrorunfall des Australiers Alex Peroni überschattet.

Der 19-Jährige kam in der Parabolica-Kurve, der Hochgeschwindigkeits-Kehre, von der Strecke ab, überfuhr einen Randstein und wurde in die Luft geschleudert. Nach mehreren Überschlägen landete sein Campos-Rennwagen auf Reifenstapeln und im Begrenzungszaun. Peroni war aus eigener Kraft und ohne sichtbare äußere Verletzungen in das sogenannte Medical Car gestiegen, später aber stellte sich im Krankenhaus heraus, dass sich der Australier eine Fraktur der Wirbelsäule zugezogen hat.

Der Automobil-Weltverband Fia reagierte umgehend auf den Unfall. Die hohen Randsteine, auch „sausage kerbs“ genannt, wurden noch vor dem dritten Training der Formel 1 entfernt.