Formel 1

Klarheit über neue, lautere Motoren bis Ende Juni

Mit der Einführung von attraktiveren, weniger komplexen und günstigeren Motoren sollen neue Hersteller anlocken.

Die Formel 1 plant Neuerungen

Die Formel 1 plant Neuerungen

Foto: pa

Monte Carlo. Die Teams der Formel 1 sollen bis Ende Juni Klarheit über das neue Motorenreglement ab der Saison 2021 haben. Das wurde den Rennställen im Rahmen des Großen Preises von Monaco bei einem Treffen mit dem Weltverband FIA und den Formel-1-Eignern Liberty Media mitgeteilt. "Wir sind sehr nah an einer Einigung", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Notwendig sei hierbei gewesen, dass die Hersteller einige ihrer Standpunkte aufgeben, sagte der Österreicher. So habe man akzeptiert, den komplizierten Antriebsbaustein MGU-H künftig abzuschaffen. Dieser produziert aus der Wärme des Abgasstroms neue Energie. Aus Sicht der Hersteller ist die seit 2014 verwendete MGU-H eine große technische Errungenschaft, sie trägt aber ihren Teil zu den leiseren und aus Fansicht weniger attraktiven Power Units bei.

"Wir glauben, dass die Abschaffung ein technologischer Schritt zurück ist", sagte Wolff, "das ist nicht gerade eine Botschaft der Nachhaltigkeit. Aber zum Wohle des Spektakels haben wir eingewilligt. Wir werden wieder lautere Motoren haben."

Mit der Einführung von attraktiveren, weniger komplexen und vor allem günstigeren Motoren wollen die Chefs der Formel 1 ab 2021 neue Hersteller wie etwa Porsche und Aston Martin anlocken. Teil dieses Plans ist es auch, die Kosten für die Teilnehmer insgesamt zu reduzieren. Ein angedachter Budgetdeckel stößt auf den Widerstand der großen Teams, nun scheint es aber auch hier eine Annäherung zu geben. "Liberty hat eingesehen, dass eine Budgetobergrenze nicht plötzlich kommen kann, es muss ein Prozess über mehrere Jahre sein", sagte Wolff.

Auch hat der Österreicher Hoffnung, dass traditionelle Rennstrecken wie der Hockenheimring auch in Zukunft Teil des Formel-1-Kalenders bleiben. Dazu müsste das unter dem langjährigen Serienchef Bernie Ecclestone etablierte System mit den hohen Antrittsgagen aber wohl geändert werden. Momentan zahlen die Strecken Millionenbeträge, um die Formel 1 empfangen zu dürfen.

"Bernie hat den letzten Cent herausgepresst, zum Vorteil der Teilhaber und der Teams", sagte Wolff: "Aber es hat einige Strecken in eine sehr schwierige wirtschaftliche Lage gebracht. Es ist klar, dass die Promoter unter der neuen Führung ihre Chance sehen, das Businessmodell zu ändern. Ich vertraue darauf, dass die richtigen Entscheidungen getroffen werden."

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