Formel Eins

Hamilton holt die Pole, Qualifikation bleibt umstritten

Der Weltmeister sichert sich beim Qualifying in Bahrain Startplatz eins. Derweil findet Niki Lauda deftige Worte für den neuen Modus.

Lewis Hamilton gewinnt unter Flutlicht die Qualifikation beim Großen Preis von Bahrain

Lewis Hamilton gewinnt unter Flutlicht die Qualifikation beim Großen Preis von Bahrain

Foto: Srdjan Suki / dpa

Sakhir.  Alles wie in Australien: Silber vor Rot, keine zusätzliche Spannung durch den neuen Modus. Weltmeister Lewis Hamilton (England) hat sich in der zweiten Qualifikation nach dem umstrittenen Ausscheidungsprinzip den ersten Startplatz für den Großen Preis von Bahrain gesichert, seinem Teamkollegen Nico Rosberg (Wiesbaden) blieb nur der zweite Rang.

Wie beim Saisonauftakt in Melbourne folgten die Ferrari von Sebastian Vettel (Heppenheim) und Kimi Räikkönen (Finnland) in Startreihe zwei – das alles in einem Qualifying, das erneut nicht die erhoffte Spannung brachte.

Das Weltmeister-Team Mercedes unterstrich damit seine Favoritenrolle auf den Rennsieg in der Wüste. Vettel lag bereits gut fünf Zehntel hinter Hamilton, der in Bahrain 2014 und 2015 siegte – und anschließend auch den WM-Titel gewann. Force-India-Pilot Nico Hülkenberg (Emmerich) wurde Achter.

Rookie Pascal Wehrlein (Worndorf) sicherte sich im Manor, der im Vorjahr noch Schlusslicht der Formel 1 war, den bemerkenswerten 16. Startplatz unter 22 Fahrern. „Ich bin sehr zufrieden. Und morgen soll es weiter nach vorne gehen“, sagte Wehrlein.

Leere folgt auf Hektik

Der neue Qualifikations-Modus, bei dem in jedem Abschnitt (Q1, Q2, Q3) nach einer Einrollphase der schlechteste Fahrer im 90-Sekunden-Takt ausscheidet, bewirkte wie bei der Premiere in Australien das Gegenteil des ursprünglichen Plans: Hektischen Phasen in der Frühphase jedes Abschnitts folgten Episoden von minutenlanger Leere auf der Strecke noch während der laufenden Session. Viele Piloten stellten ihre Autos ab, weil ihre Reifen bereits zu stark abgenutzt waren.

„Der Modus ist nach wie vor ein Griff ins Klo, der gehört abgeschafft“, sagte Niki Lauda, Aufsichtsratschef des Mercedes-Teams. „Das Training war trotzdem aufregend, weil die Ferrari schnell waren.“

Neue Bewertung des Modus

Selbst im entscheidenden Q3 war die Spannung schnell raus, als Hamilton fünf Minuten vor dem Ende die Bestzeit von 1:29,493 Minuten setzte und kein anderer Rivale mehr kontern konnte. In den letzten drei Minuten war die Strecke wie leer gefegt. Die Qualifikation auf dem Wüstenkurs könnte die letzte nach dem erst im Februar beschlossenen Eliminations-Modus gewesen sein.

Präsident Jean Todt vom Automobil-Weltverband Fia kündigte an, dass bei einem Meeting zur erneuten Bewertung des Modus mit den Teamchefs und Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone am Sonntag „alles möglich“ sei. So stünden neben einer Rückkehr zum Vorjahres-Modus auch Modifikationen der „Reise nach Jerusalem“ zur Debatte, wie das Eliminationsfahren genannt wird.