Formel 1

Erster Toter bei Protesten in Bahrain

| Lesedauer: 3 Minuten

Foto: AFP

Die Proteste in Bahrain haben ein erstes Todesopfer im Vorfeld des Formel-1-Rennens gefordert. Tausende protestierten gegen die Austragung.

In Bahrain ist nach schweren Ausschreitungen zwischen Polizisten und Gegnern der Herrscherfamilie nach Angaben der Opposition ein Aktivist tot aufgefunden worden. Die Polizei ging in der Nacht zum Sonnabend mit Tränengas gegen Demonstranten vor. Maskierte Jugendliche warfen Brandbomben auf die Sicherheitskräfte und versuchten, auf den Platz in der Hauptstadt Manama vorzudringen, der im vergangenen Jahr das Zentrum der Proteste war.

Bei dem Toten handelt es sich nach Angaben der Oppositionspartei Wefaq um Salah Abbas Habib, der zu einer Gruppe von Demonstranten gehörte, die sich am späten Freitagabend in einem Dorf nahe der Hauptstadt eine Auseinandersetzung mit Polizisten geliefert hatte. Der Mann sei am Sonnabend tot auf einem Hausdach gefunden worden. Ein Vertreter der Regierung lehnte eine Stellungnahme zu dem Vorfall ab.

Ungeachtet der Proteste fand in Bahrain wie geplant das Training für das Formel-1-Rennen am Sonntag statt. Sicherheitskräfte postierten entlang der Zufahrtstraße zur Rennstrecke Dutzende gepanzerte Fahrzeuge. An der Straße sei auch Stacheldraht installiert worden, sagten Aktivisten der Opposition. Die Veranstalter hatten die Forderungen von Menschenrechtsaktivisten nach einer Absage des Rennens abgelehnt.

Die schiitische Opposition, die sich vom sunnitischen Königshaus unterdrückt fühlt, hatte „Tage des Zorns“ rund um das Rennen angekündigt, um ihrer Forderung nach demokratischen Reformen vor internationaler Kulisse Nachdruck zu verleihen.

Im Vorfeld hatte es viel Kritik an der Ausrichtung der Veranstaltung in Bahrain gegeben. Dem Königreich wird vorgeworfen, mit dem Grand Prix sein international angekratztes Ansehen verbessern zu wollen.

Im vergangenen Jahr war der Grand Prix wegen der blutigen Niederschlagung der Revolte gegen den König mit Hilfe von Truppen aus verbündeten Nachbarstaaten, darunter auch Saudi-Arabien, abgesagt worden. Auch wenn die Protestbewegung damals empfindlich getroffen wurde, so ist sei dennoch nicht erstickt. Das Land befindet sich nach wie vor in Aufruhr, nahezu täglich kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Jugendlichen.

Bahrain wird von der sunnitischen al-Chalifa-Familie regiert. Die Bevölkerung ist dagegen mehrheitlich schiitisch. In Bahrain ist die 5. Flotte der USA stationiert, die insbesondere für die wichtigen Seewege am Golf zuständig ist. Die US-Regierung sieht die Herrscherfamilie daher als einen wichtigen Verbündeten.

Erste Pole des Jahres für Vettel – Aus für Schumacher

Weltmeister Sebastian Vettel hat sich im vierten Anlauf die erste Pole Position des Jahres gesichert. Der Red-Bull-Pilot, im Vorjahr 15-mal Schnellster in der Qualifikation, wird beim Großen Preis von Bahrain am Sonntag (14.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) vor WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes und seinem eigenen Teamkollegen Mark Webber starten. Shanghai-Sieger Nico Rosberg steht im Mercedes auf Platz fünf hinter Jenson Button im zweiten McLaren.

Rekordweltmeister Michael Schumacher schied im zweiten Silberpfeil nach technischen Problemen mit dem Heckflügel schon in der ersten Quali-Runde aus und startet von Platz 17. Nico Hülkenberg geht im Force-India-Mercedes von Rang 13 aus ins Rennen, Glock vom 23. und vorletzten Startplatz.

( Reuters/SID/dapd/mim )