Formel 1

Reifen geplatzt - Vettel geht leer aus

Im Regen-Chaos von Malaysa landet Weltmeister Sebastian Vettel auf Platz elf, Alonso siegt. Für die Überraschung des Tages sorgte aber ein anderer.

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Ein aufgeschlitzter Reifen hat Sebastian Vettel im Regen-Chaos von Malaysia um die große Chance zur WM-Führung gebracht. Bei der wundersamen Auferstehung von Ferrari durch den überraschenden Sieg des Spaniers Fernando Alonso ging der Weltmeister nach seinem Pech im zweiten Formel-1-Rennen des Jahres auf Platz elf leer aus. Bis zu seiner Reifenpanne acht Runden vor Schluss hatte Vettel in seinem Red Bull auf Rang vier sogar das Podium vor Augen.

Ganz vorne dominierten an diesem verrückten Sonntag die krassen Außenseiter. Auch eine 51-minütige Regenunterbrechung und die einsetzende Dunkelheit über der Strecke von Sepang konnten Alonso nicht stoppen. Der zweimalige Weltmeister feierte nach einer Gala-Vorstellung seinen ersten Sieg seit rund acht Monaten und übernahm dadurch auch die Führung in der Gesamtwertung. „An diesen Tag werde ich mich bis zum Ende meines Lebens erinnern“, sagte Alonso.

Alonso gewann mit einem Vorsprung von 2,2 Sekunden vor dem Sensations-Zweiten Sergio Perez (Mexiko) im Sauber, der das Rennen seines Lebens fuhr und ohne einen kleinen Fahrfehler in der heißen Schlussphase vielleicht sogar seinen ersten Sieg gefeiert hätte.

Den dritten Platz belegte der Brite Lewis Hamilton, der seine Pole Position im McLaren damit erneut nicht nutzen konnte, vor Vettels Teamkollegen Mark Webber (Australien). Im WM-Klassement führt Alonso nun mit 35 Punkten vor Hamilton (30) und McLaren-Pilot Jenson Button (25). Der Auftaktsieger von Melbourne kam nach einem Reifenschaden nicht über den 14. Platz hinaus.

Wieder schwarzer Tag für die Silberpfeile

Erneut einen schwarzen Tag erlebten die Silberpfeile. Michael Schumacher schaffte es vom dritten Startplatz aus lediglich auf Position zehn, sein Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg landete gar nur auf dem 13. Platz. Damit hat Mercedes nach zwei Rennen erst ein Pünktchen auf dem Konto. Force-India-Pilot Nico Hülkenberg war auf Rang neun bester Deutscher, Timo Glock auf dem 17. Platz im Marussia einmal mehr das Schlusslicht.

Wenige Minuten vor dem Start setzten leichte Regenschauer ein. Das machte die ersten Runden für alle Fahrer zu einer Rutschpartie. Ganz vorne gaben sich die beiden McLaren-Piloten keine Blöße, Hamilton behauptete seine Pole Position gegen Button. Dahinter folgten dann schon die beiden Red Bull von Webber und Vettel. Schumacher gab seine gute Startposition durch einen unverschuldeten Ausrutscher aus der Hand und fiel zunächst vom dritten auf den 16. Platz zurück.

51-minütige Regenunterbrechung

Als der Regen heftiger wurde, begann der Reifenpoker. Wie an einer Perlenkette aufgezogen kamen nach und nach alle Fahrer an die Box, um sich Regenreifen abzuholen. Obwohl den Zuschauern unter diesen Umständen beste Unterhaltung geboten wurde, entschloss sich die Rennleitung, aus Sicherheitsgründen nach sechs Runden das Safety Car auf die nasse Strecke zu schicken. Die Wetterbedingungen wurden allerdings nicht besser, und deshalb wurde das Rennen nach acht Runden per Roter Flagge unterbrochen.

Nach 51 Minuten Pause wurde das Rennen fortgesetzt. Da die Strecke aber immer noch nass und rutschig war, fuhren alle Autos zunächst hinter dem Safety Car her. Kurze Zeit später wurde der Grand Prix dann freigegeben, und die Ereignisse überschlugen sich. Plötzlich führte Sauber-Pilot Sergio Perez das Rennen an. Der Mexikaner wurde allerdings von Alonso überholt, der seine fahrerische Extra-Klasse unter diesen schwierigen Bedingungen eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Hinter Alonso und Perez behauptete Hamilton vor Vettel den dritten Platz. Button musste nach einer Kollision einen neuen Frontflügel abholen und fiel durch den zusätzlichen Stopp aussichtslos zurück. Dann bauten bei Alonso die Reifen ab, der Spanier musste an die Box und dadurch war Perez wieder vorne. Doch nachdem auch der Mexikaner neue Gummis abholen musste, war die alte Reihenfolge wieder hergestellt. Alonso machte keinen Fehler und brachte den Sieg ins Ziel.