Race of Champions

Schumacher schlägt Vettel und fliegt dann raus

Zusammen sind Sebastian Vettel und Michael Schumacher beim Race of Champions nicht zu schlagen. Der Einzeltitel ging aber an Rallye-Pilot Sebastien Ogier.

Erst Sebastian Vettel im deutschen Weltmeister-Duell geschlagen, dann gemeinsam mit Michael Ballack als Beifahrer gescheitert: Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher hat beim Race of Champions trotz eines Prestigeerfolgs gegen den aktuellen Champion Vettel den ersten deutschen Einzelsieg verpasst.

Der 42-Jährige verlor am Sonntag in Düsseldorf im Halbfinale gemeinsam mit Ex-Nationalmannschaftskapitän Ballack als Beifahrer gegen den Le-Mans-Rekordsieger Tom Kristensen aus Dänemark. Zuvor hatte er durch einen Sieg im deutschen Weltmeister-Duell gegen Vettel dessen Traum vom ersten Erfolg platzen lassen.

Im Nationen-Cup hatten Schumacher und Vettel am Samstag noch zum fünften Mal in Folge gemeinsam triumphiert und den Erfolg anschließend bis tief in die Nacht ausgiebig gefeiert.

„So ist es halt“, sagte Schumacher bei allem Spaß an der Gaudi-Veranstaltung mit sportlichem Anreiz etwas ernüchtert, den überraschend deutlichen Sieg im Buggy gegen seinen 18 Jahre jüngeren Freund Vettel hatte er noch schmunzelnd kommentiert: „Gewinnen ist immer schön, aber gegen einen so Guten ist es noch schöner.“

Zum Sieg reichte es dennoch nicht: Den sicherte sich der künftige VW-Rallye-Pilot Sebastien Ogier aus Frankreich durch einen 2:0-Finalsieg gegen Kristensen.

Der dritte deutsche Fahrer, DTM-Champion Martin Tomczyk (Rosenheim), scheiterte ebenfalls erst im Halbfinale an Ogier, das aber ausgerechnet im Audi. Für die Ingolstädter war Tomczyk in den vergangenen elf Jahren gefahren, nun wechselt er zu BMW.

Ballack als Beifahrer

Vettel und Schumacher hatten am Samstag als Team Deutschland noch den fünften Sieg beim fünften Start gefeiert. In der Einzelwertung gab es auch beim 24. Mal keinen deutschen Sieger.

Schumacher hatte in der Vorrunde gegen die US-Actionsport-Ikone Brian Deegan, den finnischen Rallye-Piloten Juho Hänninen und überraschend deutlich auch gegen Formel-1-Vizeweltmeister Jenson Button triumphiert. Vettel verlor nach zwei überzeugenden Siegen gegen den Formel-1-Kollegen Witali Petrow und GP2-Champion Romain Grosjean zum Abschluss gegen Kristensen und erzwang so unfreiwillig als Gruppenzweiter das Duell mit Schumacher.

Fans und Prominente wie Ballack als Beifahrer, Showauftritte zwischen den Rennen und eine Renneinlage von Mercedes-Sportchef Norbert Haug im alten SL - auch das Showprogramm vor jeweils über 30.000 Zuschauern war an beiden Tagen beeindruckend.

Frühes Aus für Deutschland II

Für den größten Jubel sorgten aber die deutschen Stars, die vor zahlreichen Familienmitglieder wie beiden Vätern oder Schumachers Ehefrau Corinna ihre Erfolgsserie im Nationen-Cup ausbauten und mit ihrem direkten Duell die Arena zum Kochen brachten.

Im Finale des Mannschafts-Wettbewerbes hatten die Lokalmatadoren das Team Nordic, bestehend aus Kristensen und Hänninen mit 2:0 bezwungen. Der entscheidende Mann war dabei Vettel, der im grün blinkenden Helm fünf seiner sechs Duelle in unterschiedlichen Autos gewann. Schumacher kam auf eine Bilanz von 3:2. „Im Halbfinale hab ich etwas geschwächelt, aber Sebastian hat es ausgebügelt“, sagte Schumacher.

Das Team Deutschland II mit Formel-1-Pilot Timo Glock und dem zweimaligen DTM-Champion Timo Scheider war als Dritter der Vierergruppe bereits in der Vorrunde ausgeschieden. Scheider kassierte die vielleicht entscheidende Niederlage in „seinem“ Audi R8 LMS gegen den viermaligen Rallye-America-Sieger Travis Pastana. „Sehr schade, aber wir werden wiederkommen“, sagte Scheider.