Lotus Renault

"Iceman" Kimi Räikkönen kehrt in Formel 1 zurück

Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen, der "Iceman", fährt nach einem zweijährigen Gastspiel in der Rallye-Weltmeisterschaft ab 2012 wieder in der Formel 1. Der 32-jährige Finne unterschrieb einen Zwei-Jahres-Vertrag beim Team Lotus-Renault.

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Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen kehrt nach einem zweijährigen Gastspiel in der Rallye-Weltmeisterschaft 2012 in die Formel 1 zurück. Der 32-jährige Finne unterschrieb einen Zwei-Jahres-Vertrag beim Team Lotus-Renault, das ab der kommenden Saison unter dem Namen Lotus läuft. „Ich freue mich sehr darauf, dass ich dem Team auf seinem Weg an die Spitze der Startaufstellung in einer sehr wichtigen Position helfen kann“, wird Räikkönen auf der Lotus-Homepage zitiert.

Wer sein Fahrerkollege in der kommenden Saison sein wird, ließ das Team vorerst offen. Der Russe Witali Petrow hat noch einen Vertrag für das Jahr 2012, zuletzt war auch GP2-Champion Romain Grosjean (Frankreich) im Gespräch. Keine Rolle mehr spielt der Pole Robert Kubica, dessen Formel-1-Zukunft nach seinem schweren Rallye-Unfall im Februar dieses Jahres ungewisser denn je ist.

„Iceman“ Räikkönen war 2007 mit Ferrari Weltmeister geworden und hatte die Formel 1 im Jahr 2009 mit bis dato 18 Grand-Prix-Siegen verlassen, um in der Rallye-WM Fuß zu fassen. Das ist ihm nach eigener Auffassung gelungen: „Meine Zeit in der Rallye-WM hat mich als Fahrer definitiv weitergebracht.“ Zuletzt sei aber sein „Hunger nach einer Rückkehr in die Formel 1“ übermächtig geworden.

Räikkönen ist nicht überall beliebt. Mit seiner Art hat er im Laufe der Jahre viele Fans gewonnen, aber auch viele Weggefährten vor den Kopf gestoßen. Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali konstatierte einst, der heute 32-Jährige lebe „auf seinem eigenen Planeten“. Was der „Iceman“ wie immer cool konterte: „Ich lebe sehr gut auf meinem Planeten. Es ist schön hier.“

Klar scheint: Nur wenige können ein Rennauto so gut bewegen wie der Finne. Und niemand im Motorsportzirkus steht in der heutigen Zeit dermaßen für ausgelassene Feten und verrückte Aktionen wie er. Einst trat er in einem Gorilla-Kostüm als „James Hunt“ auf, ein anderes Mal wurde er mit einem aufgeblasenen Gummi-Delfin schlafend auf einer Parkbank fotografiert. „Ich hatte ein paar Drinks“, erklärte er damals.

Sein Landsmann Heikki Kovalainen erwartet deshalb als augenscheinlichste Folge eines Räikkönen-Comebacks, „dass die Partys nach den Rennen etwas besser werden“. Auch Rekordweltmeister Schumacher, der 2003 die WM vor Räikkönen gewonnen hatte, musste auf die Frage dem „Iceman“ erst einmal schmunzeln. „Wir haben nette gemeinsame Zeiten erlebt, und ich freue mich wirklich auf weitere Begegnungen auf und abseits der Rennstrecken“, sagte er.

Dass Räikkönen nach zwei Jahren in der Rallye-WM noch konkurrenzfähig ist, bezweifelt Schumacher nicht. Formel-1-Boss Ecclestone käme ein sechster Weltmeister im illustren Feld überdies sehr gelegen, der Brite weiß edoch um die Unberechenbarkeit Räikkönens. „Es wäre toll, ihn wieder zu sehen“, hatte Ecclestone schon vor Wochen gesagt. Kalt lässt der „Iceman“ eben niemanden.

Damit fahren in der kommenden Saison erstmals sechs Weltmeister in der Königsklasse des Motorsports. Neben Räikkönen sind das Sebastian Vettel (2010 und 2011), Michael Schumacher (1994, 1995, 2000 – 2004), Fernando Alonso (2005 und 2006), Lewis Hamilton (2008) und Jenson Button (2009).

Über sein Comeback in der Formel 1 war immer wieder spekuliert worden. Räikkönen wurde dabei allerdings lange mit Williams in Verbindung gebracht. Das Engagement bei Lotus Renault könnte sich positiv für Adrian Sutil auswirken. Der Gräfelfinger steht bei Sahara Force India vor dem Aus und könnte nun zu Williams wechseln.