Weltmeister Vettel

"Der zweite Titel war schwieriger als der erste"

Neuer, alter Weltmeister: Nach Platz 3 in Suzuka sprach Sebastian Vettel über seine Gefühle als zweimaliger Formel-1-Champion.

Was bedeutet Ihnen dieser Titel?

Sebastian Vettel: Wo soll ich anfangen? Wir hatten ein fantastisches Jahr – und das Beste daran ist: Es geht noch weiter. H ier den Titel zu gewinnen, ist fantastisch. Ich bin allen im Team so dankbar. Sie arbeiten so hart, diese beiden Autos zu bauen, damit wir um Titel kämpfen können. Ich bin im Moment ein bisschen sprachlos.

Was war das Rezept für diesen Triumph?

Vettel: Wir haben uns immer auf jeden einzelnen Schritt konzentriert. Das Geheimnis war, dass wir zwar wussten, wie man eine Meisterschaft gewinnt, aber uns nicht darauf verlassen haben. Klar ist: Allein hätte ich das nicht geschafft. Wenn man versucht, auf dem Toplevel zu sein und zu bleiben, sind es die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Da gab es eine Handvoll Leute, die mir die Kraft gegeben haben, viele Punkte zu holen und Rennen zu gewinnen.

Wie haben Sie das Rennen erlebt?

Vettel: Wir waren auf den weichen Reifen unterlegen. Auf den härteren habe ich mich wohler gefühlt. Ich wollte keine unnötigen Risiken eingehen. Am Ende war ich nicht schnell genug für Fernando (Alonso). Es war spannend zu sehen, dass wir noch Jenson (Button) näher kamen. Im letzten Abschnitt habe ich gedacht, der Sieg wäre doch noch in Reichweite. Es wäre interessant gewesen, wenn es noch fünf oder zehn Runden weitergegangen wäre. Das ist die Story des ganzen Jahres. Die Autos sind so eng zusammen. Ich hätte gern hier gewonnen.

Diesmal haben Sie schon vorzeitig alles klar gemacht. Wie ist dieses Gefühl im Vergleich zum Vorjahr?

Vettel: Hier den Titel zu gewinnen, ist sehr speziell – und nicht so verwirrend, wie beim ersten Mal. Dieses Jahr waren wir sehr stark als Team, waren immer da, wenn es drauf ankam, haben sehr wenig Fehler gemacht. Was wir mit Red Bull Racing erreicht haben, ist unglaublich. Jetzt müssen wir sicherstellen, dass wir mit den anderen weiter auf Augenhöhe bleiben. Das Lustige ist, nächste Woche ist schon wieder ein Rennen. Wir haben das ganze Jahr versucht, mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben. Letztes Jahr war es nach der Zielflagge alles vorbei, wir mussten danach lange nicht mehr ins Auto. Diesmal ist es anders. Es wird Zeit brauchen, das zu verstehen. Wahrscheinlich in einer stillen Stunde, mit Leuten, die mir am Herzen liegen. Vielleicht hilft der ein oder andere Drink heute Abend.

Sie wirkten das ganze Jahr dominierend. War dieser Titel leichter als der Erste?

Vettel: Es wird Leute geben, die sagen, dass es ein einfaches Jahr für uns war. Das war ganz sicher nicht so. Selbst wenn du einmal gewonnen hast, ist es beim zweiten Mal noch schwieriger. Wenn man einen guten Start erwischt und diesen Lauf behalten kann, dann hilft es natürlich. Aber es gab immer noch eine Menge zu lernen. Natürlich fällt jetzt viel Druck ab. Aber wir haben immer noch Druck. Wir wollen die anderen schlagen, heute haben wir das nicht geschafft. Wir wollen die Chancen nutzen, die wir haben.