Formel 1

Nun will Weltmeister Vettel in Heppenheim Gas geben

Sebastian Vettel gewinnt mit Red Bull auch den Konstrukteurstitel. Für kommenden Samstag ist die große WM-Party mit dem Weltmeister in Heppenheim geplant.

Sebastian Vettel geht auf eine ausgedehnte Ehrenrunde. Nicht nur dass er in seinem Red Bull am Sonntag zum zehnten Mal in dieser Saison als Sieger ins Ziel fuhr – diesmal in Yeongam/Südkorea –, der deutsche Champion der Formel 1 wird sich in den nächsten Tagen ausgiebig feiern lassen.

Am Mittwoch empfängt ihn die Belegschaft am englischen Sitz des Rennstalls in Milton Keynes. Rund 100 Mitarbeiter werden Spalier stehen von der Putzfrau über die Empfangsdame bis zum Ingenieur, denen Vettel seinen zweiten Titelgewinn zu verdanken hat.

Nachdem der Starfahrer im freien Training in Japan bei einem Ausflug neben die Strecke den Frontflügel seines Wagens zerstört hatte, war von den treuen Helfern in der Fabrik in Windeseile ein Ersatzteil bereitgestellt worden.

Am Samstag dann macht Vettel wie im Vorjahr einen Abstecher in seine Heimat Heppenheim und will die Reifen seiner „Kinky Kylie“ zum Qualmen bringen. „Ich freue mich, nach Hause zu kommen. Wenn das Wetter passt, werde ich ein wenig Gas geben. Ich hoffe, es werden viele Leute kommen.“

Vorzuweisen hat Vettel seit dem Großen Preis von Korea einen weiteren Pokal. Er und sein Teamkollege Mark Webber auf Platz drei sicherten dem Team Platz eins in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft , wobei der Anteil der beiden Fahrer im Gegensatz zu McLaren ungleich verteilt ist.

Von den 558 Punkten für Red Bull entfallen auf Vettel 349 Zähler, das sind über 60 Prozent. Für den britischen Traditionsrennstall sammelte Jenson Button, der WM-Zweite, 222 Punkte, Lewis Hamilton, der am Samstag zum ersten Mal in dieser Saison Red Bull von der Poleposition verdrängen konnte und im Rennen Zweiter wurde, kommt auf 196 Punkte.

"Etwas ganz Besonders"

Auf die Bedeutung des zweiten Titels 2011 angesprochen, sagte Vettel: „Für uns Fahrer ist der Fahrertitel wichtiger. Aber wir haben so viele Leute im Team, die Tag und Nacht arbeiten, um zwei gute Autos zu bauen. Es gehören alle dazu, sogar die Leute, die in der Küche arbeiten.“

Euphorischer nahm Teamchef Christian Horner die Kunde von der doppelten Titelverteidigung auf. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Das Team hat dieses Jahr phänomenal gearbeitet. Diesen Titel zu verteidigen, das ist etwas ganz Besonderes. Alle Mitglieder des Teams können darauf sehr stolz sein, vor allem aber auch Dietrich Mateschitz, der diese Vision hatte.“ Horner lobte die „weltmeisterliche Fahrt“ Vettels. Der wunderte sich darüber, dass sein Auto zum Ende des Rennens „immer schneller“ wurde.

Der Souverän dieser Saison hat jetzt sogar die Chance, den Michael Schumachers Rekord von 2004 einzustellen. Schumacher hatte im Jahr seines siebten WM-Titelgewinns 13 Rennen gewonnen. Das könnte Vettel schaffen, falls er bei der Premiere in Indien (30. Oktober), in Abu Dhabi (13. November) und beim Saisonfinale in Brasilien (27. November) ganz vorn landet.

Petrow kracht Schumacher ins Heck

Der Rekordweltmeister erlebte den Triumph seines Freundes und ehemaligen Fans übrigens von der Garage aus.

Schumacher hatte nur 17 Schleifen fahren können, war Renault-Pilot Witali Petrow dem 42 Jahre alten Altmeister beim Anbremsen vor einer Kurve ins Heck gekracht war.

Nach seinem Ausscheiden gab sich der Routinier, der in diesem Jahr schon zweimal mit dem Russen aneinandergeraten war, milde.

Rosberg Achter

„Das sind Rennsituationen, die halt vorkommen“, wiegelte der Mercedes-Pilot ab. Motorsportchef Norbert Haug bilanzierte: „Michael fuhr vom zwölften Startplatz ein starkes Rennen, kämpfte sich durch das Feld, bis er aus dem Rennen gerempelt wurde.“

Schumachers Teamkollege Nico Rosberg kämpfte mit Reifenproblemen und handelte sich sogar einen Bremsplatten ein. Am Ende stand für Rosberg Platz acht und für seine Mechaniker ein Achtungserfolg: Rosbergs Boxenstopps waren zwei der vier schnellsten am Rennsonntag.