Formel 1

Vettels Sieg sichert Red Bull Konstrukteurs-WM

Doppel-Weltmeister Sebastian Vettel hat in Südkorea das viertletzte Formel-1-Rennen der Saison gewonnen. Der 24 Jahre alte Red-Bull-Pilot holte am Sonntag in Yeongam ungefährdet den zehnten Saisonsieg.

Formel-1-Dominator Sebastian Vettel hat eine Woche nach seiner erfolgreichen Titelverteidigung auch sein Red-Bull-Team zum zweiten Konstrukteurspokal in Folge geführt. Mit seinem zehnten Saisonsieg beim Großen Preis von Südkorea legte Vettel den Grundstein, Teamkollege Mark Webber aus Australien machte den „Bullen“-Triumph gegen den Traditionsrennstall McLaren mit Platz drei perfekt.

„Yes, yes, yes, yes, yes“, brüllte Vettel nach der Zieldurchfart euphorisch in den Boxenfunk, nachdem ihm Red-Bull-Teamchef Christian Horner wie gewohnt gratuliert hatte. Seine ganze Überlegenheit demonstrierte Vettel damit, dass er sich auf den letzten 5,807 Kilometern ins Ziel auch noch die schnellste Rennrunde sicherte.

McLaren reichte im 700. Grand Prix seiner Teamgeschichte die Plätze zwei und vier der beiden Briten Lewis Hamilton und Jenson Button nicht, um die zweite Titel-Party der Vettel-Truppe noch zu vertagen. Der Engländer Button hat aber zumindest noch weiterhin die besten Aussichten auf Platz zwei in der Fahrerwertung.

Wiedergutmachung gelingt

Mit dem Sieg machte Vettel auch seinen Frieden mit der Rennstrecke in Yeongam. Dort hatte er im Vorjahr bei der Renn-Premiere in Südkorea das Rennen bis zehn Runden vor Schluss souverän angeführt, war dann aber mit einem Motorschaden ausgeschieden. Zum WM-Titel hatte es danach aber doch noch gereicht, weil Vettel die letzten beiden Rennen des Jahres gewann.

Der Dominator dieser Saison hat jetzt auch noch die Chance, den Siegrekord von Michael Schumacher aus dem Jahr 2004 einzustellen. Der Kerpener hatte im Jahr seines siebten und bislang letzten WM-Titels 13 Rennen gewonnen. Das könnte Vettel auch noch schaffen, falls er bei der Premiere in Indien (30. Oktober) sowie wie im letzten Jahr auch in Abu Dhabi (13. November) und Brasilien (27. November) ganz vorne landen würde.

Hinter Vettel, der jetzt schon 349 Punkte auf seinem Konto hat, ist Button mit 222 Zählern momentan „Best of the Rest“. Aber auch Ferrari-Pilot Fernando Alonso (Spanien/212), der in Yeongam Fünfter wurde, Webber (212) und Hamilton (196) haben noch Chancen auf WM-Rang zwei.

Rosberg wird Achter

Zweitbester Deutscher hinter Vettel war Mercedes-Pilot Nico Rosberg, der auf Rang acht landete, nachdem er in der letzten Runde noch von Toro-Rosso-Pilot Jaime Alguersuari überholt worden war. Adrian Sutil verpasste im Force-India-Mercedes als Elfter wie vor Wochenfrist in Suzuka knapp die Punkteränge. Virgin-Pilot Timo Glock kam als 18. ins Ziel.

Für Rekordweltmeister Schumacher war das Rennen in Yeongam dagegen schon in der 17. Runde beendet, nachdem der Russe Witali Petrow ins Heck seines Silberpfeils gerauscht war. Schumacher machte dem Renault-Piloten aber keinen Vorwurf. „Ich gehe davon aus, dass er zu spät versucht hat, was auch immer zu machen. Das sind Rennsituationen, das kann passieren. Wir sind Menschen und machen alle mal Fehler“, sagte Schumacher: „Schade, es hätten schöne Punkte werden können.“

Beim Start hatte Hamilton zunächst noch seine Führung gegen Vettel erfolgreich verteidigt, in der zweiten Kurve schaffte es der Weltmeister aber, den McLaren-Piloten zu überholen, und setzte sich bis zum Ende der ersten Runde schon um mehr als eine Sekunde ab.

Hinter diesen beiden schob sich in der Startphase mit mehreren Positionsänderungen Webber auf Rang drei vor, Button dagegen fiel nach einem Verbremser vom dritten auf den sechsten Platz zurück. Rosberg blieb Siebter, Schumacher arbeitete sich in der Anfangsphase um zwei Plätze auf Rang neun vor.

In den folgeden Runden vergrößerte Vettel sein Polster auf Hamilton auf mehr als fünf Sekunden, bis der Brite in Runde 15 zum ersten Reifenwechsel an die Box fuhr. Vettel holte sich dann eine Runde später frische Gummiwalzen und blieb deutlich vor Hamilton.

Unmittelbar danach schickte die Rennleitung das Safety-Car auf die Strecke, um nach dem Crash zwischen Schumacher und Petrow Trümmerteile einsammeln zu lassen. Der Russe hatte sich am Ende einer langen Geraden verschätzt und war trotz einer Vollbremsung noch mit beträchtlichem Tempo ins Heck von Schumachers Silberpfeil gekracht, der schon in die Rechtskurve eingelenkt hatte. Am Mercedes brach der Heckflügel ab, der rechte Hinterreifen wurde aufgeschlitzt. Petrow rollte ohne Frontflügel zurück an die Box, musste dort aber auch aufgeben.

Hamilton kontert Webber

Nach dem Neustart hielt Vettel Hamilton auf Distanz, Webber wehrte gleich in der ersten freien Runde zwei Angriffe von Button ab und machte sich danach auf die Jagd auf den zweiten Platz. In der 33. Runde ging Hamilton zum zweiten Reifenwechsel an die Box, Webber wurde zeitgleich reingeholt, blieb zunächst aber hinter dem Briten.

In der ersten Runde zurück auf der Piste überholte Webber den McLaren, Hamilton konterte aber direkt und holte sich Rang zwei direkt wieder zurück. In der Zwischenzeit holte sich auch Vettel zum zweiten Mal neue Reifen und blieb vor diesem Kampf-Duo. In Runde 49 fand Webber dann erneut den Weg vorbei an Hamilton auf Rang zwei, der jedoch auch diesmal wieder erfolgreich zurückschlug.