Formel 1

Vettel gewinnt vor Webber – Schumacher Fünfter

Nach drei sieglosen Rennen in Folge hat Sebastian Vettel in Spa mal wieder gewonnen und baute dadurch seinen Vorsprung in der WM-Wertung weiter aus.

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Famoser Vettel, grandioser Schumacher: Weltmeister Sebastian Vettel hat beim turbulenten Achterbahn-Rennen in den Ardennen seine Sieglos-Serie beendet und den Titelkampf in der Formel 1 fast schon entschieden – Jubilar Michael Schumacher rollte das Feld von hinten auf. Vettel ließ am Sonntag bei seinem ersten Erfolg auf der Berg-und-Tal-Bahn von Spa-Francorchamps seine WM-Rivalen Mark Webber, Jenson Button und Fernando Alonso hinter sich. Nach zuletzt zwei Monaten ohne Sieg baute Red-Bull-Star Vettel damit seinen ohnehin riesigen Vorsprung in der Gesamtwertung aus, zumal Verfolger Lewis Hamilton nach einem Unfall ohne Punkte blieb.

Eine Jubiläumsgala gelang Rekordchampion Schumacher. Vom letzten Startplatz aus raste der 42-Jährige im Mercedes am Ende noch auf Rang fünf – und das 20 Jahre nach seinem Debüt an gleicher Stelle. "Ein sensationelles Rennen", lobte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug den Altmeister. Kurz vor Schluss überholte Schumacher auch noch seinen Teamkollegen Nico Rosberg, der somit als Sechster ins Ziel kam. WM-Punkte sammelte auch Adrian Sutil als Siebter im Force India. Der überrundete Timo Glock kam im Marussia-Virgin als 18. ins Ziel.

Den Siegerschampus genoss jedoch zum siebten Mal im zwölften Saisonrennen Vettel. Der 24-Jährige blieb zu jeder Zeit des packenden Grand Prix Herr der Lage und fuhr eiskalt den verdienten Lohn ein. Im Gesamtklassement liegt der Hesse nun mit 259 Punkten schon 92 Zähler vor seinem Stallrivalen Webber (167). WM-Dritter ist nun der spanische Ferrari-Fahrer Alonso mit 157 Punkten. Es folgen die britischen McLaren-Piloten Button (149) und Hamilton (146). "Die WM ist nicht mehr in Reichweite", gestand Hamilton frustriert.

Von seiner neunten Pole Position in dieser Saison hatte Vettel nur einen mäßigen Start erwischt. Nur ein paar Kurven konnte der Champion Platz eins verteidigen, ehe Landsmann Rosberg vorbeizog. Der Mercedes-Fahrer raste nach einem Blitzstart von Rang fünf auf eins. Auch sein Teamkollege Schumacher brillierte wie zu besten Zeiten. Vom letzten Platz nach seinem frühen Unfall in der Qualifikation stürmte er innerhalb der Auftaktrunde um zehn Ränge auf Platz 14 vor. Dagegen wurde Vettel-Kollege Webber von drei auf acht durchgereicht.

Der Australier ging nach diesem Malheur früh an die Box, auch Ungarn-Sieger Button legte schon in Runde vier einen Stopp ein und ließ den Frontflügel wechseln. Kurz zuvor hatte Vettel im Duell mit Rosberg die Spitze zurückerobert. Weil die Reifen am Red Bull des Deutschen in der Qualifikation jedoch stark gelitten hatten, ließ Vettel schon in Runde sechs neue Pneus aufziehen. Rosberg war damit wieder Erster, konnte aber die Attacken der anstürmenden Alonso und Hamilton nicht lange abwehren.

Von Rang acht arbeitete sich auch Vettel wieder nach vorn und übernahm nach den Boxenstopps seiner Rivalen in der zehnten Runde erneut die Führung. Drei Umläufe später musste jedoch das Safety-Car auf die Strecke, weil Hamilton nach einer Kollision mit Sauber-Pilot Kamui Kobayashi aus dem Rennen gecrasht war. "Wir waren sowieso nicht schnell genug, um mithalten zu können", klagte Hamilton. Vettel reagierte prompt, holte sich den nächsten Satz frischer Reifen und ordnete sich als Dritter hinter Alonso und Webber wieder ein.

Nach dem Neustart zog der Titelverteidiger sofort am Teamgefährten vorbei, wenig später ließ er auch den Ferrari-Star hinter sich und fuhr schnell einen Vorsprung heraus. Im Eiltempo preschte nun auch Button nach vorn. In der 26. Runde war der Weltmeister von 2009 schon Vierter und erhielt von seinem Kommandostand die aufmunternde Botschaft, dass das Spitzentrio mit Reifenproblemen zu kämpfen habe.

Doch Vettel war unantastbar. Auch nach der letzten Runde der Boxenstopps setzte sich der Heppenheimer wieder an die Spitze und gab sie nicht mehr her. Dahinter allerdings schnappten sich Webber und Button noch Alonso und durften damit neben Vettel aufs Siegerpodium.