Formel 1

Webber holt Pole Position – Vettel startet als Dritter

In seinem Heimrennen auf dem Nürburgring startet Sebastian Vettel am Sonntag nur von Platz drei. Die Pole Position sicherte sich sein Teamrivale Mark Webber.

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Weltmeister Sebastian Vettel hat ausgerechnet beim Heimspiel auf dem Nürburgring zum ersten Mal in dieser Saison den Sprung in die erste Startreihe verpasst. Der Red-Bull-Pilot musste am Samstag in der Qualifikation zum Großen Preis von Deutschland nicht nur seinem Teamkollegen Mark Webber, der zum zweiten Mal in Folge auf die Pole Position fuhr und damit die weiße Weste der Bullen in diesem Jahr wahrte, den Vortritt lassen. Auch Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes landete noch vor Vettel, für den der Weg zum ersehnten ersten Heimsieg damit ein bisschen steiniger geworden ist.

„Natürlich ist das Ziel, zu gewinnen. Das ist auch von Platz drei nicht unmöglich“, meinte Vettel, dem es im entscheidenden Moment am Samstagnachmittag „hier und da ein bisschen gefehlt“ hatte. In 1:30,216 Minuten war er 0,137 Sekunden langsamer als Webber, der in der Eifel seine Pole Position von 2009 wiederholte. Damals hatte er Vettel den Sieg vor heimischem Publikum weggeschnappt.

Diese Fans sollen den 24-Jährigen aber am Sonntag (14 Uhr/RTL und Sky) vielleicht mit ihrer Unterstützung doch noch ganz nach vorne tragen. „Ich werde auf jeden Fall das Rennen genießen“, meinte Vettel: „Dass einen so viele Leute anfeuern und einem zuwinken, hat man nicht so oft.“ Der Heppenheimer nahm es als positiv auf, dass er sich im Auto viel besser gefühlt habe als noch am Freitag. „Wenn wir noch einen kleinen Schritt machen, sieht das dann noch besser aus“, sagte er. Für Vettel ist der dritte Platz die schlechteste Startposition seit dem Italien-GP in Monza am 12. September 2010, als er als Sechster losgefahren war. Danach hatte er bei 14 Rennen in Folge immer in der ersten Startreihe gestanden.

Dorthin an die Seite von Webber, der bereits zwei Wochen zuvor in Silverstone auf die Pole Position gefahren war, katapultierte sich Hamilton - offenbar beflügelt von einem speziellen Rennanzug, den schwarz-rot-goldene Flammen zierten. „Das war mein bestes Qualifying in diesem Jahr“, meinte der Engländer. Webber, der vor zwei Wochen in Silverstone gleich den Start gegen Vettel verloren hatte, steht jetzt erneut vor seiner ersten Führungsrunde in diesem Jahr. „Wichtig ist aber nur, dass man in der letzten Runde vorne ist“, sagte der Australier, der zuletzt am 1. August 2010 in Ungarn ein Rennen gewann.

Als zweitbester der sechs Lokalmatadoren fuhr Mercedes-Pilot Nico Rosberg auf Startplatz sechs, Teamkollege Michael Schumacher kam nach einem Fahrfehler nicht über Rang zehn hinaus. Zwei Plätze vor dem Rekordweltmeister auf Rang acht landete Adrian Sutil im Force-India-Mercedes. Direkt hinter Schumacher auf Platz elf steht Nick Heidfeld im Renault, Rang 20 sprang für Virgin-Pilot Timo Glock heraus.

„Im Rennen erhoffe ich mir, dass wir vielleicht noch ein kleinen Schritt nach vorne machen können. Wir haben jetzt den gleichen Entwicklungsschritt gemacht wie die Teams vor uns“, meinte Rosberg: „Ich hoffe, das war der Wendepunkt.“ Schumacher haderte ein bisschen mit der Balance seines Silberpfeils. „Natürlich versucht man im Qualifying das Optimun zu erreichen. In der Schikane hatte ich leider einen kleinen Fehler. Das passiert, wenn man das Auto ein bisschen überfährt“, meinte der 42-Jährige, den Vettel gerne zusammen mit Glock und sich selbst auf einem fiktiven Wunschpodium sehen würde. Dafür, dass er dorthin kommen könnte, „muss der Sebastian schon einen dritten Red Bull aus der Garage rollen oder vorne 20 Konkurrenten abräumen“, scherzte Glock.

Unterdessen muss das 25. Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring am Sonntag nicht das vorerst letzte sein. „Ich bin sehr optimistisch, dass die Formel-1-Tradition auf dem Nürburgring weitergeht. Ich werde mein Bestes geben, damit wir hierbleiben“, sagte Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone im Gespräch mit der Rhein-Zeitung. Der aktuelle Vertrag mit Ecclestone läuft mit dem Grand Prix am Sonntag aus. „Natürlich bin ich offen für Verhandlungen. Und dabei gibt es nichts, worüber wir nicht reden können“, sagte „Big Bernie“.