Nürburgring

Vettel fährt im Freien Training auf Platz drei

Sebastian Vettel ist mit einem dritten Platz im ersten Freien Training auf dem Nürburgring gestartet. Der Formel-1-Weltmeister hofft auf den Sieg beim Heimrennen am Sonntag - doch die Konkurrenz hat ihm den Kampf angesagt.

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Sebastian Vettel hat im ersten Training zum Großen Preis von Deutschland den dritten Platz belegt. Der Formel-1-Weltmeister benötigte am Freitag auf dem Nürburgring 1:32,268 Minuten. Er war damit 0,374 Sekunden langsamer als der Spanier Fernando Alonso im Ferrari. Vettels Red-Bull-Teamkollege Mark Webber wurde bei ungemütlichen 14 Grad Zweiter.Der Brasilianer Felipe Massa kam im zweiten Ferrari auf Rang vier, so dass beim zehnten Saisonlauf am Sonntag (Start: 14.00 Uhr/RTL und Sky) vieles für ein erneutes Duell zwischen Red Bull und den „Roten“ spricht.

Alonso hatte zuletzt in Silverstone vor Vettel gewonnen. Vier weitere Deutsche landeten zum Auftakt ihres Heimrennens in den Top Ten: Nico Rosberg wurde in 1:33,787 Minuten Siebter. Der Mercedes-Pilot entschied damit das erste Duell mit Teamkollege Michael Schumacher für sich. Der Rekord-Champion aus Kerpen belegte Rang zehn. Vor Schumacher platzierte sich das Force-India-Duo Adrian Sutil als Achter und Nico Hülkenberg als Neunter.

Lotus-Renault-Pilot Nick Heidfeld kam auf dem 5,148 Kilometer langen Kurs auf den 15. Platz. Timo Glock wurde im Virgin 23. Nach neun von 19 Grand Prix führt Vettel die WM-Wertung mit 204 Punkten an. Der Gesamtzweite Webber weist bereits 80 Zähler Rückstand auf. Alonso (112 Punkte) ist Dritter vor den beiden punktgleichen McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button.

Die beiden Briten belegten im ersten Training die Plätze fünf und sechs. Im Kampf gegen Formel-1-Souverän Sebastian Vettel hoffen die Verfolger notfalls auch auf Schützenhilfe der direkten Konkurrenten. „Es geht darum, Sebastian Punkte abzunehmen. Das ist der Job von uns allen. Hoffentlich sind wir es, wenn nicht, dann Ferrari oder Mark“, sagt Jenson Button. Der Brite liegt wie sein McLaren-Teamkollege Lewis Hamilton vor dem Vettel-Heimspiel 95 Punkte hinter dem Red-Bull-Piloten.

„Er ist Weltmeister, er hat ein großartiges Auto, er wird hier wieder schnell sein, ohne Zweifel“, befürchtet Hamilton vor der Hatz in den Eifelwäldern. Strategie oder Respekt? „Natürlich fährt Sebastian hier sein Heimrennen, aber ich glaube nicht, dass ihm der Druck etwas anhaben wird“, ergänzte Hamilton.

Mit einem Sieg auf dem Nürburgring würde Vettel die deutsche Durststrecke bei Heimrennen nach fünf Jahren beenden. Zuletzt sorgte Rekordchampion Michael Schumacher 2006 mit Erfolgen auf dem Nürburg- und dem Hockenheimring für rauschende PS-Feste vor heimischer Kulisse. Es wäre also an der Zeit.

Mit allen Mitteln wird Vettel einen Sieg aber nicht versuchen. „Mit Gewalt geht gar nix“, betonte der Heppenheimer. Der Asphalt-Heißsporn Vettel ist in den vergangenen anderthalb Jahren gereift, Kalkül fährt jederzeit im Cockpit mit. Zum Leidwesen der Verfolger. „Für uns geht es darum, einige Rennen zu gewinnen und auf Fehler von Red Bull zu warten“, erklärte Alonso. So wie zuletzt in Silverstone, als sein erster Saisonsieg durch den Boxenstopp-Patzer der Vettel-Crew begünstigt worden war.

Anders als bei McLaren mit den gleichberechtigt kämpfenden McLaren-Darstellern Button (2009) und Hamilton (2008) gibt es bei Ferrari nur einen PS-Protagonisten. Seltener wurde dies deutlicher, als vor einem Jahr beim Großen Preis von Deutschland. Damals allerdings auf dem Hockenheimring.

In Führung liegend musste Felipe Massa den zweimaligen Weltmeister passieren lassen, damit der seine Aufholjagd auf Vettel richtig einläuten konnte. „Alonso ist schneller als du. Kannst du bestätigen, dass du die Nachricht verstanden hast?“, wurde Massa ins Cockpit gefunkt. Verstanden hatten es alle nur zu gut. Es folgte eine satte Geldstrafe für Ferrari und eine Diskussion um die Teamorder, letztlich wurde ihr Verbot aufgehoben.

Dennoch setzt auch Vettels Teamkollege Webber weiter auf freie Fahrt, nachdem Red Bull ihn zuletzt beim Großen Preis von Großbritannien einbremsen und Vettels zweiten Platz vor dem Australier nicht gefährden wollte. „Wir können die meiste Zeit frei fahren“, meinte er vor dem 10. WM-Lauf an diesem Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky).

Allerdings zog der 34-jährige Australier in einem PR-Rennen für den Teamsponsor über die Nordschleife schon wieder den Kürzeren gegen den sechsmaligen Saisonsieger und dreimaligen -zweiten Vettel. „Das war nicht so schlecht für einen Youngster“, gab sich Webber nach der Zieldurchfahrt generös. Es ging aber auch nicht um die WM-Krone des 24 Jahre alten Stallrivalen.