Formel 1

Vettels Konkurrenz hat schon aufgegeben

Nach acht von 19 Rennen scheint Weltmeister Sebastian Vettel mit 77 Punkten Vorsprung bereits uneinholbar. Daran ändert auch eine neue Regel beim nächsten Grand Prix in Silverstone nichts.

Die Konkurrenz gibt auf, der Champion braucht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht einmal mehr einen Sieg für die erfolgreiche Titelverteidigung – in der „Formel Vettel“ wird nur noch über den genauen Termin für den zweiten Weltmeistertitel des deutschen Seriensiegers diskutiert. Nach der Spazierfahrt von Valencia zum sechsten Sieg im achten Saisonrennen muss Sebastian Vettel nicht einmal mehr die Regeländerungen ab dem nächsten Grand Prix in Silverstone (10. Juli) fürchten.

„Sebastian ist mit den Red Bulls meilenweit voraus. Und auch das Zwischengas-Verbot ab Silverstone wird daran nichts verändern“, sagte der in Valencia nur auf Platz sechs gelandete McLaren-Pilot Jenson Button (Großbritannien). Diese Aussage war die Bankrotterklärung von Vettels härtestem Konkurrenten in der WM. Nach dem Europa-Grand-Prix hat er genau wie Vettel-Teamkollege Mark Webber (Australien) bereits unfassbare 77 Punkte Rückstand. Das bedeutet, dass dem deutschen Dominator ab jetzt schon zweite Plätze in den verbleibenden elf Saisonrennen zum WM-Titel reichen dürften. Den Termin für die Feier hat Sebastian Vettel trotzdem noch nicht geplant: „Ich war nicht gut in Mathe.“ Ihm kann geholfen werden: Rein theoretisch könnte schon am 28. August nach dem Rennen im belgischen Spa der zweite WM-Titel feststehen, aber Vettel will weiter „Schritt für Schritt gehen“. Am kommenden Sonntag feiert er zunächst seinen 24. Geburtstag, dann will „Super-Seb“ wie einst Michael Schumacher weiter die Königsklasse dominieren: „Siegen wird mir nie auf den Keks gehen. Auch wenn wir sicherlich nicht mehr volles Risiko für die Siege gehen müssen.“

Red Bull in einer anderen Welt

Schließlich läuft derzeit wirklich alles für Sebastian Vettel. Die härtesten Gegner fallen entweder wie zuletzt in Kanada (Lewis Hamilton und Fernando Alonso) aus oder nehmen sich wie in Valencia gegenseitig die Punkte weg (Jenson Button nur Sechster). „Das ist doch perfekt, dass die sich hinter uns immer abwechseln. Jetzt soll auch Mercedes endlich mal aufs Podium kommen“, sagte Red-Bull-Berater Helmut Marko. Nicht nur er geht davon aus, dass „wir auch in Silverstone vorn sind“. Zumal die technischen Probleme, die Vettel in den vergangenen Rennen mit dem Energierückgewinnungssystem Kers hatte, offenbar behoben sind. Dafür hatte in Valencia Erzrivale Button die 82 PS den meisten Teil des Rennens nicht zur Verfügung. „Der Titel ist so gut wie weg. Red Bull fährt in einer anderen Welt“, kommentierte Lewis Hamilton (89 Punkte Rückstand) lakonisch. Vettel hat jedenfalls keine Angst mehr, dass seine Siegesserie reißen könnte. „Historisch gesehen war Silverstone mit seinen schnellen Kurven immer ein guter Kurs für uns. Ich habe da 2009 gewonnen. Aber wir werden ja sehen, was passiert.“ Es klingt fast wie eine Drohung.