Formel 1

Vettel im Geldverdienen nur die Nummer drei

Auf der Strecke ist Sebastian Vettel die Nummer 1, in der Geldrangliste der Formel 1 liegt er noch in Lauerstellung. Klarer Topverdiener ist Fernando Alonso.

Foto: dapd/DAPD

Die Shampoo-Werbung lässt die Kasse klingeln, die Vertragsverlängerung brachte eine kräftige Gehaltserhöhung, und bei Sponsoren ist Sebastian Vettel heiß begehrt: Der Formel-1-Weltmeister ist auch in der Geldrangliste der Königsklasse auf dem Weg zur Nummer 1, angekommen ist er dort aber noch nicht.

Frei nach seinem Motto „lieber ein gestresster Weltmeister als ein geruhsamer Zweiter“ hat der neue deutsche Sportheld nach seinem WM-Triumph einen Feier-Marathon absolviert, doch Vettel bleibt auch seinen Idealen treu. Einen Manager hat er nicht, und die verlockenden Angebote aus der Werbebranche hat er mit einer Ausnahme ausgeschlagen. Dass Vettel lieber an „perfekte Pasta“ als an Schuppen denkt, weiß inzwischen jedes Kind.

Mit dem Gehaltssprung auf - je nach Prämien - bis zu zwölf Millionen Euro schafft es Vettel damit auf etwa 15 Millionen Jahresgehalt, doch ist er damit gleichauf mit Ex-Weltmeister Lewis Hamilton nur die Nummer drei in Formel-1-Zirkus. Unter anderem ist Rekord-Weltmeister Michael Schumacher (18) seinem sportlichen Nachfolger in dieser Hinsicht noch ein Stück voraus, der Topverdiener der Szene ist allerdings der von Vettel im Saisonfinale bezwungene Fernando Alonso. Der Spanier soll bei Ferrari alleine an die 20 Millionen Euro Gehalt verdienen, hinzu kommen noch mal etwa 8 Millionen durch Werbung.

Die Geldmaschine läuft bei Vettel aber gerade erst so richtig an. Der 23-Jährige gilt für Insider der Werbebranche als die kommende Marke schlechthin. Er ist jung und dynamisch, dabei aber spitzbübisch und sympathisch geblieben, wirkt erfolgsorientiert, aber fast nie verbissen. Einziges Hindernis: Durch die starke Bindung zum Teaminhaber wird Vettel sehr stark mit Red Bull assoziiert, weitere Marken haben es etwas schwerer, sich in der Verbindung mit ihm zu verankern.

Doch Geld ist für Vettel nicht die größte Motivation. „In dem Moment, wo Geld dein Ansporn und deine Motivation wird, kannst du nicht mehr so gut sein wie jemand, der seinen Sport mit voller Leidenschaft und aus innerem Willen heraus betreibt“, sagte der Sohn eines Zimmermanns und einer Hausfrau schon 2009. Kurz nach dem Gewinn des WM-Titels versicherte er der Bild-Zeitung: „Ich brauche keine Jacht, nur weil ich jetzt Formel-1-Weltmeister bin.“ Und falls er sich je einen Privatjet zulege, dann „geht es nicht um Luxus, nur um Zeitersparnis“.

Dass die Marke Vettel in den kommenden Jahren weiter an Wert gewinnen wird, scheint sicher. Spannend bleibt die Entwicklung der Marke Schumacher. Sportlich hat der Rekord-Champion, der in seiner Zeit als scheinbar unschlagbarer Serien-Weltmeister mehr als 25 Millionen nur durch Werbeeinnahmen verbucht haben soll, bei seinem mäßigen Comeback an Strahlkraft eingebüßt, dafür wirkte er lockerer und nahbarer.

Alonso ist derweil gleich auf zwei Märkten begehrt. In Spanien behauptet sich der Asturier gegen die starke Sport-Konkurrenz der Fußball-Weltmeister oder des weltbesten Tennisspielers Rafael Nadal, zudem hat er als Ferrari-Aushängeschild auch in Italien zahlreiche Fans.

Eine neue Größe im Fahrerlager sind die sogenannten „Pay Driver“, die vor allem durch Unterstützung ihrer Privatsponsoren ins Feld rutschten. So hielt sich der Russe Witali Petrow im Feld, der Venezolaner Pastor Maldonado verdrängte bei Williams den Deutschen Nico Hülkenberg trotz dessen Pole Position in Brasilien. Beide kriegen mehr Werbegelder als Gehalt.