Roberto Rosetti

Dieser Mann entscheidet das EM-Finale

Eigentlich wollte Roberto Rosetti seinen Einsatz im EM-Finale unbedingt vermeiden. „Schon seit meiner Kindheit bin ich einer der größten Fans der Nationalmannschaft. Der Sonntag mit dem Viertelfinal-Aus im Elfmeter-Krimi gegen Spanien war also kein schöner Tag für mich", sagte der italienische Schiedsrichter. Nun pfeift er das Finale doch.

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Rosetti hätte lieber den Weltmeister als sich selbst im Endspiel gesehen hätte. Doch der Unparteiische, der bereits das Eröffnungsspiel zwischen der Schweiz und Tschechien (0:1) sowie zwei weitere EM-Partien geleitet hat, kann auch nicht leugnen, dass ihm die Uefa mit der Endspiel-Nominierung einen Lebenstraum erfüllt hat. „Schiedsrichter zu sein, ist einfach alles für mich. Deshalb ist das EM-Finale eine wundervolle Sache für mich“, sagt der 40-Jährige.

Über Fehlentscheidungen sagt Rosetti, der ebenso wie der Argentinier Horacio Elizondo bei der WM 2006 in Deutschland das Turnier an- und abpfeifen wird: „Die Fehler der Unparteiischen gehören zum Fußball wie die Fehler der Torhüter, der Stürmer und der Trainer. Alles das macht doch den Fußball aus“, betonte der Referee, der seit 25 Jahren pfeift.

Rosetti weiß sehr gut, wovon er spricht, denn seine bisherigen EM-Auftritte waren nicht fehlerfrei. Dennoch war der Italiener, der auch die Vorrundenpartie Griechenland gegen Russland (0:1) sowie das Viertelfinale zwischen Kroatien und der Türkei (1:3 i.E.) leitete, schon vor der Final-Nominierung einer der Favoriten des deutschen Schiedsrichter-Lehrwarts Eugen Strigel: „Er hat insgesamt sehr gut gepfiffen.“

Auch Rosetti, der bei der WM vor zwei Jahren viermal eingesetzt wurde und im Hauptberuf Krankenhaus-Direktor in Turin ist, will seine Leistung nicht aufgrund einzelner Entscheidungen bewerten. „Wichtig ist der Respekt, der mir von Spielern und den Trainern entgegengebracht wird. Man kann mir sagen, dass ich einen Fehler gemacht habe. Das ist in Ordnung. Aber der Respekt vor dem Menschen muss bleiben“, betonte der Unparteiische. Den erhofft er sich auch von den Fans und möchte diesen mit seiner Leistung zu einem gelungenen Abend verhelfen: „Ich würde mich freuen, wenn es am Ende ein tolles und sportlich aufregendes Endspiel wird.“