Eishockey

Eisbären-Torwart Franzreb – „Meine Zeit wird kommen“

Bislang spielt die Nummer zwei der Eisbären noch keine große Rolle. Im Dienstags-Interview erzählt er, warum sich das ändern dürfte.

Maximilian Franzreb (23) kam beim jüngsten 5:6 gegen Wolfsburg zu seinem vierten Saison-Einsatz.

Maximilian Franzreb (23) kam beim jüngsten 5:6 gegen Wolfsburg zu seinem vierten Saison-Einsatz.

Foto: nordphoto / Engler / picture alliance / nordphoto

Berlin. Es war eine überschaubare Schar an Eisbären, die sich am Dienstag auf dem Eis des Wellblechpalasts versammelte. Nach der gemeinsamen Einheit im Kraftraum und dem Videostudium hatte Trainer Serge Aubin seinen Spielern freigestellt, ob sie im Anschluss noch weiter trainieren wollen. Für Maximilian Franzreb (23) stellte sich die Frage nicht: In den Ligaspielen kommt der Torhüter nur selten zum Zug, umso mehr will er sich über gute Trainingsleistungen empfehlen.

Berliner Morgenpost: Herr Franzreb, gegen Wolfsburg wurden Sie im zweiten Drittel eingewechselt und nach Spielende von den Fans gefeiert. Es war erst Ihr vierter Einsatz in dieser Saison – wie hat es sich angefühlt, wieder auf dem Eis zu stehen?

Maximilian Franzreb: Zu Hause zu spielen, ist immer eine tolle Sache. Die Fans stehen auch dann hinter einem, wenn man nicht so oft spielt, das fühlt sich großartig an.

Einen Sieg konnten Sie dem Berliner Anhang nicht schenken, am Ende hieß es 5:6 nach Penaltyschießen. Wie bewerten Sie Ihre Leistung?

Es war auf beiden Seiten ein wildes Spiel und damit auch ein etwas undankbares für die Torhüter. Die defensiven Leistungen waren nicht so gut, aber so etwas kann schon einmal passieren. Mit meiner Leistung bin ich zufrieden. Dafür, dass ich jetzt länger nicht gespielt habe, hat es sich ganz gut angefühlt.

Ihr Teamkollege Marcel Noebels meinte, man dürfe von Ihnen nach der langen Spielpause nicht gleich Wunderdinge erwarten. Sind Sie ein wenig eingerostet?

Nein, ich hatte zwischenzeitlich ja auch zwei Spiele für Weißwasser in der DEL2 absolviert. Aber in einigen Situationen hatte ich schon das Gefühl, dass ich vielleicht anders hätte stehen können. Da hat noch ein wenig die Routine gefehlt.

Wenn man so selten spielt: Ist der Druck, abzuliefern, dann umso größer?

Jeder, der momentan eher wenig spielt, macht sich mehr Druck. Trotzdem versuche ich da hineinzugehen wie in jedes Spiel. Egal, ob ich 40 Partien im Jahr mache oder bloß zehn: Ich will bei jedem Einsatz mein Bestes geben.

Ein paar mehr Einsätze hätten Sie sich aber wahrscheinlich schon vorgestellt.

Natürlich hatte ich mir für diese Saison mehr erhofft, aber die Entscheidung liegt immer beim Trainer. Vielleicht muss ich im Training noch mehr Vollgas geben. Aber meine Zeit wird irgendwann kommen.

Im Dezember bestreiten die Eisbären insgesamt elf Partien, die nächste am Freitag (19.30 Uhr, Mercedes-Benz Arena) gegen die Kölner Haie. Die Spieltaktung wird enger, der EHC spielt demnächst häufig auch unter der Woche. Steigen damit Ihre Chancen auf mehr Eiszeit?

Ich denke schon, der Coach hat auch schon etwas in diese Richtung durchblicken lassen. Ich habe ein gutes Verhältnis zu ihm und er weiß, dass er auf mich zählen kann, wenn er mich braucht.