Eisbären Berlin

Eisbären Berlin: Verlassen von allen Fähigkeiten

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Marcel Stein
Straubings Tim Brunnhuber (l.) ist von den Eisbären-Profis Bennet Rossmy (M.) und Julian Melchiori nicht aufzuhalten.

Straubings Tim Brunnhuber (l.) ist von den Eisbären-Profis Bennet Rossmy (M.) und Julian Melchiori nicht aufzuhalten.

Foto: Eibner-Pressefoto/Uwe Koch / picture alliance / Eibner-Pressefoto

Die Eisbären Berlin können Gegner Straubing beim 1:2 nicht fordern und geraten immer tiefer in die Krise.

Berlin.  Als vor knapp vier Wochen die Reise der Eisbären Berlin nach Straubing bevorstand, hatten sie beim Meister der Deutschen Eishockey Liga (DEL) große Hoffnungen. Sie wollten den Schwung des Sieges zuvor mitnehmen, dann ein gutes Gefühl in der Länderspielpause entwickeln. Einfach durchstarten. Es folgte ein 3:6 bei den Tigers, ein Fehlstart nach der Pause und seither in sechs Partien kein dreifacher Punktgewinn mehr. Die Berliner haben sich auf ihrem 13. Tabellenplatz eingerichtet, statt sich hochzuarbeiten.

Am Freitag waren die Niederbayern nun zu Gast in Berlin. Ein guter Tag also, um den Kreis zu schließen. Zumal nach dem desaströsen 2:6 vom Mittwoch in Schwenningen. Der Titelverteidiger stand sich selbst gegenüber in der Pflicht, den 9716 Fans in der Mercedes-Benz Arena nicht die nächste Pleite zu servieren. Stattdessen aber war der Meister nur noch ein Schatten vergangener Tage. Die Berliner unterlagen Straubing 1:2 (0:0, 1:1, 0:1), ohne den als Sechsten angereisten Gegner groß zu fordern.

Clark trifft zum 1:1 für die Eisbären Berlin

Trainer Serge Aubin hatte viel verändert, alle Reihen defensiv wie offensiv neu gemischt. Torwart Juho Markkanen durfte spielen, Peter Regin und Giovanni Fiore blieben als überzählige Ausländer draußen. Auf dem Eis sah das dann so aus, dass die Berliner vor allem um Kontrolle bemüht waren. Sehr bedächtig agierten sie, ganz auf Fehlervermeidung aus. Doch selbst die einfachsten Pässe wurden scheinbar mit zittrigen Händen gespielt. So lief nach vorn kaum etwas Gefährliches zusammen. Die Gäste hatten mehr vom Spiel.

Dieser Eindruck verstärkte sich noch, nachdem Travis St. Denis den Puck zum 0:1 abgefälscht hatte (23.). Die Eisbären, bei denen Verteidiger Brendan Guhle nach langer Verletzung sein Heimdebüt gab, wirkten verängstigt, mutlos. Doch eine doppelte Strafzeit der Tigers brachte wieder Leben in das Team, Kevin Clark glich aus (28.). Eine Spieldauerstrafe gegen Marco Nowak wegen eines Kniechecks führte zum erneuten Rückstand durch Parker Tuomie in Unterzahl (45.). Das besiegelte schließlich das Schicksal der Berliner, die in diesen Tagen davorstehen, in den Abstiegskampf einzusteigen. Als amtierender Meister.

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