Eisbären Berlin

Eisbären: Nächster Heimsieg, doch viele Plätze bleiben leer

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Blaine Byron (M.) traf für die Eisbären Berlin doppelt, Leo Pföderl (r.) war an zwei Treffern beteiligt.

Blaine Byron (M.) traf für die Eisbären Berlin doppelt, Leo Pföderl (r.) war an zwei Treffern beteiligt.

Foto: Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Die Eisbären Berlin setzten ihre Siegesserie gegen Ingolstadt fort. Trotz neuer 2G-Regel hält sich der Zuschauerandrang in Grenzen

Berlin. Die Eisbären Berlin kommen zu Hause immer besser in Schwung: Beim 6:3 (3:0, 3:1, 0:2) gegen den ERC Ingolstadt feierte deutsche Meister am Sonntag seinen zweiten DEL-Heimsieg in Folge – die anfängliche Schwäche in eigener Halle scheint abgelegt. „Wir finden besser zusammen und machen immer mehr Dinge richtig“, befand Doppeltorschütze Blaine Byron nach dem wettbewerbsübergreifend sechsten Erfolg in Serie. Mit nun 25 Punkten schloss die Mannschaft von Trainer Serge Aubin in der Tabelle zum Spitzenduo Adler Mannheim und Red Bull München auf.

Den Gästen aus Ingolstadt ließen die Eisbären über weite Strecken keine Chance. Neben Byron trugen sich auch der starke Nationalspieler Leo Pföderl (ein Treffer, ein Assist), Kevin Clark, Matt White und Zach Boychuk in die Torschützenliste ein. „Ingolstadt hatte zwar auch viele Möglichkeiten“, sagte Byron, „aber wir haben unsere Chancen sehr gut genutzt.“

Star-Zugang Frans Nielsen gibt sein Debüt bei den Eisbären Berlin

Besonders war die Partie gleich in mehrerlei Hinsicht. Erstens gab die frisch verpflichtete NHL-Größe Frans Nielsen (37) ihren Premieren-Auftritt im Eisbären-Trikot; zum anderen galt in der Mercedes-Benz Arena erstmals die 2G-Regel. Anders als bislang erhielten nur Genesene und Geimpfte (2G) Zutritt, wodurch alle Sitz- und Stehplätze (insgesamt 14.200) besetzt werden dürfen.

„Frans spielt das Spiel auf die richtige Art und Weise und ist unheimlich erfahren“, sagte Byron, der sich auch über mehr Zuschauer freute: „Wieder vor mehr Menschen zu spielen ist großartig. Unsere Fans helfen uns sehr!“ Dabei hielt sich der Zuschauerzuwachs trotz der neuen Vorgaben arg in Grenzen. Waren unter 3G-Bedingungen zuletzt maximal 6450 Besucher zugelassen, fanden sich am Sonntag 7181 Menschen in der Halle ein.

Die Reaktionen auf die neue Regelung fielen dabei gemischt aus. „Ich finde 2G richtig“, sagte Eisbären-Fan André Tschipke (52). Er habe eine 83-jährige Mutter und fühle sich unter diesen Bedingungen sicherer. EHC-Anhänger Wolfgang Trost (63) freute sich über ein Stück alte Normalität. „Die Atmosphäre ist viel schöner“, sagte er: „Man muss keine Maske mehr tragen und kann auch wieder auf den Gängen was essen und trinken. So fühlt es sich fast wieder wie früher an.“

Fans der Eisbären Berlin bewerten 2G-Regel unterschiedlich

Dauerkarten-Inhaberin Catharina Haehnel (42) sah die Maßgabe derweil kritisch: „Ich finde die Regelung diskriminierend für alle, die sich – aus welchen Gründen auch immer – nicht impfen lassen wollen.“ Sie selbst sei zwar geimpft, habe aber eine 17-jährige Tochter, die sich extra für das Spiel hätte impfen lassen müssen, wobei die Folgen einer Impfung bis dato noch nicht absehbar seien. „Und auch wenn ich geimpft bin, kann ich ja Menschen anstecken“, gab sie zu bedenken.

Weit mehr ärgerte sie sich jedoch darüber, dass sie und ihr Mann ihre neuen Dauerkarten nicht rechtzeitig zugestellt bekommen hatten. Gemeinsam mit vielen andere Fans standen sie in einer langen Menschenschlange vor dem Ticketschalter. Etliche Besucher erlebten den Start des Spiels vor der Tür, dabei sei die Atmosphäre zu Beginn „eigentlich das, worauf man sich am meisten freut“, sagte Fan Leonie Seifert (20). Gemeinsam mit ihrer Freundin wartete sie über eine halbe Stunde vor der Arena. Freunde von ihr, die nicht geimpft sind, blieben indes zu Hause.

Bei vielen klappte der kurzfristige Versand ihrer Dauerkarten reibungslos, aber nicht wenige Anhänger wurden per E-Mail gebeten, ihre Tickets am Spieltag am Schalter abzuholen. Nur ein Beispiel von vielen das zeigt: Sportevents und ihre Zuschauer bleiben in Corona-Zeiten vorerst ein kompliziertes Thema.

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