Eisbären Berlin

Saisonaus von Eisbären-Profi Pföderl: Unglück zur Unzeit

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Inga Böddeling
Leonhard Pföderl ist mit 20 Toren bester Torschütze der Eisbären Berlin.

Leonhard Pföderl ist mit 20 Toren bester Torschütze der Eisbären Berlin.

Foto: Eibner Pressefoto / Heike Feiner / picture alliance / Eibner-Pressefoto

Die Eisbären müssen kurz vor dem Play-off das Saisonaus von Toptorjäger Leo Pföderl verkraften. Jetzt müssen andere liefern.

Berlin. Die gute Nachricht kam nur gut fünf Stunden nach der schlechten. Dass die Eisbären Berlin in der kommenden Saison wieder in der Champions Hockey League antreten dürfen, war der 1:6-Niederlage von Bremerhaven gegen München am Montagabend zu verdanken. Und der eigenen bislang starken Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Die Vorfreude auf das internationale Kräftemessen war allerdings etwas getrübt.

Wenn der beste Torschütze des Teams ausfällt, gehört das per se in die Kategorie Hiobsbotschaft. Dementsprechend hart trifft die Berliner das Saisonaus von Leonhard Pföderl. Der Stürmer hatte sich am Sonnabend bei der Niederlage gegen Schwenningen verletzt. Teilruptur des Innenbandes im rechten Knie hieß es am Montag. Die Ausfallzeit von vier bis sechs Wochen bedeutet das Saisonaus für den 27-Jährigen.

Eisbären Berlin verlassen sich auf ihre starke Offensive

„Leo Pföderl ist einer unserer besten Stürmer und wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft“, erklärte Sportdirektor Stéphane Richer. „Er hätte im anstehenden Play-off eine bedeutende Rolle eingenommen.“ Wie bedeutend, das zeigt ein Blick in die Statistik. Pföderl ist mit 20 Toren nicht nur der treffsicherste Schütze der Berliner, in der DEL belegt er mit seiner Ausbeute den dritten Platz. Nur einen Treffer hinter Trevor Parkes (München) und Joseph Whitney (Iserlohn/beide 21).

Aufholen kann der Berliner diesen minimalen Rückstand nun nicht mehr. Viel härter trifft die Eisbären aber der Fakt, dass Pföderl damit nicht nur im drittletzten Hauptrundenspiel an diesem Mittwoch gegen die Ice Tigers aus Nürnberg (18.30 Uhr, Magentasport) fehlt, sondern auch im Play-off, das für die Eisbären mit dem Viertelfinale am 20. April startet.

Eisbären Berlin sind zweitbestes Team bei den Toren

Die Tore des Nationalspielers, der sich nicht nur mit Treffern in neun Spielen in Folge einen Klub-Rekord sicherte und sein Offensiv-Repertoire durch seine neue Rolle beim Bully und in Unterzahl erweitern konnte, werden den Eisbären fehlen. Der Bayer hat sich in dieser Saison so weiterentwickelt, dass er fast unverzichtbar geworden ist.

Allerdings hat der DEL-Rekordmeister in dieser Saison auch so viel torgefährliches Personal wie lange nicht mehr. Auf seinen starken Angriff konnte sich Trainer Serge Aubin stets verlassen. Mit 127 Treffern gehören die Berliner zur Ligaspitze, nur München war bisher noch gefährlicher vor dem gegnerischen Tor (148 Treffer). Ohne Pföderl müssen nun eben andere glänzen.

Eisbären-Gegner will sich würdig verabschieden

Matt White (bislang 18 Tore) oder Kris Foucault (16) zum Beispiel. Zwei, die in dieser Saison auch schon gezeigt haben, wie wertvoll sie für die Offensive der Eisbären sein können. Während White so viel Druck wie kein anderer auf den gegnerischen Torhüter macht, ist Foucault vor allem im Powerplay ein wichtiger Pfeiler im Spiel der Berliner.

Den Eisbären dürfte es dabei in die Karten spielen, dass mit Nürnberg die Mannschaft in die Hauptstadt kommt, die nach Krefeld (156 Gegentore) die meisten Treffer in dieser Saison kassiert hat (131). Doch auch das schwächste Team der Süd-Gruppe will sich anständig verabschieden. „Nürnberg will mit Sicherheit die letzten Spiele der Saison gewinnen“, weiß Verteidiger Jonas Müller und gibt die Marschroute vor: „Wir haben in Mannheim (4:1, Anm. d. Red.) kompakt gespielt und wollen auch so gegen die Ice Tigers auftreten.“ Damit die guten Nachrichten wieder überwiegen.

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