Eisbären Berlin

Die Eisbären Berlin haben gleich zwei Starts im Blick

Am Donnerstag entscheidet die DEL über den Saisonstart am 18. Dezember. Und im Magentasportcup geht es für die Eisbären Berlin gegen Mannheim.

Marcel Noebels fordert die Eisbären Berlin im Spiel gegen die Adler Mannheim zu mehr Intensität und Laufbereitschaft auf.

Marcel Noebels fordert die Eisbären Berlin im Spiel gegen die Adler Mannheim zu mehr Intensität und Laufbereitschaft auf.

Foto: / Engler / picture alliance / nordphoto

Berlin. Es wird ein bedeutender Tag für die Eisbären Berlin. Gleich zweimal geht es für sie um einen Start. Einen zukünftigen und einen, der in der Vergangenheit liegt. Erstens, um den Start der coronabedingt doppelt verschobenen Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) am 18. Dezember, über dessen Details die 14 Klubs an diesem Donnerstag in einer virtuellen Konferenz entscheiden .

Und zweitens, um den verpatzten Start in den Magentasportcup, der mit seinem erfolgreich durchgeführten ersten Spieltag als das de facto DEL-Vorbereitungsturnier in Sachen Hygienekonzept gilt.

Der sportliche Erfolg lässt bei den Eisbären nach der deutlichen Niederlage gegen die Schwenninger Wild Wings (1:5) in der Gruppe B noch auf sich warten. Aus der Pleite am vergangenen Freitag wollen die Berliner nun aber lernen, um diese so am Donnerstag am zweiten Spieltag des Wettbewerbs gegen den Erzrivalen Adler Mannheim(19.15 Uhr, Magentasport) wieder gutzumachen.

Eisbären Berlin zeigen sich für Saisonstart optimistisch

Dass zudem auch der Ligabetrieb bald wieder beginnen kann, ist mittlerweile gesetzt. Am Dienstag hatten die zuvor zögerlichen Augsburger Panther, die Straubing Tigers und die Iserlohn Roosters ihre Teilnahme zugesagt. Am Mittwoch schloss sich der letzte Wackelkandidat, die Kölner Haie, an. „Ich habe ein gutes Gefühl“, sagte Eisbären-Geschäftsführer Peter John Lee, „ auch beim Magentasportcup hat ja alles gut geklappt . Wir haben unsere Lizenz eingetragen und wir sind auf jeden Fall mit dabei, wenn die Mehrheit der Klubs auch mit dabei ist.“ Denn noch ist trotzdem unklar, wie viele Teams teilnehmen.

Die Eishockey-Liga ist – anders als etwa der Fußball mit seinen hohen TV-Geldern – in besonderem Maße von Zuschauereinnahmen abhängig, die in Zeiten der Corona-Krise fehlen. Der Spielbetrieb ist deswegen für viele Klubs ohne die staatlichen Sporthilfen oder die Unterstützung von Spielern, Trainern, Mitarbeitern, Sponsoren und Fans nicht möglich.

Eisbären Berlin in neuem Spielmodus?

Es drohen dennoch Millionenverluste, eine DEL-Saison vor Geisterkulisse ist für viele der Vereine ein hohes wirtschaftliches Risiko. Einzig der Wille zum Spiel ist es, der die Teams dennoch zurück aufs Eis und ins Rampenlicht bringt.

„Wir wollen unbedingt spielen“, kommentierte denn auch Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer, „aber die Liga weiß selbst, was für sie am besten ist.“

Zum Weiterlesen : Stürmer Aubry verlässt die Eisbären

Neben den Teilnehmern ist auch noch der Modus offen, in welchem der Nachfolger von Meister Mannheim ermittelt werden soll. Diskutiert wurden bereits eine Nord- und Süd-Staffel, eine verkürzte Hauptrunde mit Play-off oder nur eine Hauptrunde. „Korrekt ist, dass es eine Option ist, in Gruppen zu spielen“, sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke, „alleine das Thema der An- und Abreise wäre dann für alle Klubs einfacher darstellbar und damit auch die Reduzierung der Kosten und des Infektionsrisikos.“

Die Eisbären Berlin müssen gegen Adler Mannheim ihre Leistung verbessern

Ob die DEL nun auf diese oder eine andere Weise beginnt oder nicht – am Donnerstag geht es für die Eisbären am zweiten Spieltag des Magentasportcups erst einmal rund 600 Kilometer südwestlich zum großen Ligakonkurrenten Mannheim. An Rhein und Neckar muss das Team von Trainer Serge Aubin einiges an seinem Auftreten bereinigen. „Im Zusammenspiel waren wir gegen Schwenningen nicht sehr gut“, so Lee, „und Mannheim ist stark. Es wird schwer.“

So richtig ist es der Berliner Mannschaft noch nicht gelungen, zu einem stabilen Gefüge zu werden. Der Zugang vieler Nachwuchsspieler beim gleichzeitigen Weggang erfahrener Leistungsträger wie Top-Center James Sheppard sind deutlich spürbar.

Richer hingegen nimmt seine Spieler auch in Schutz: „Wir sind eine sehr junge Mannschaft und hatten wenig Vorbereitung. Ich bin sicher, dass wir aus unseren Fehlern lernen und uns von Partie zu Partie steigern werden.“

Die Eisbären Berlin haben Defizite in der Chancenverwertung

Eine Baustelle, die es anzugehen gilt, liegt dabei insbesondere in der konsequenten Chancenverwertung. Gegen Schwenningen war diese gerade im letzten Drittel katastrophal, die Berliner wirkten zudem oft unkonzentriert und überheblich, verloren viele Zweikämpfe. Defizite gab es aber auch im Über- und Unterzahlspiel. Zwei Gegentore kassierten die Eisbären mit einem Mann weniger, selbst ließen sie acht Powerplays ungenutzt - inklusive eines fünf gegen drei.

„Wir wollen jetzt Punkte sammeln, damit wir wieder Richtung Halbfinale schauen können“, sagte Center Marcel Noebels. Er hofft dabei ebenso auf den heilenden Effekt der Auftaktniederlage: „Das war eine wichtige Lehrstunde für uns. Wir müssen jetzt lernen, jedes Spiel mit hoher Intensität und Laufbereitschaft anzugehen.“

Die Eisbären Berlin müssen schon am Sonnabend weiter nach München

Schwenningen hat derweil nach seinen überraschenden Siegen in Berlin und auch in München (2:1) die Tabellenführung der Gruppe B übernommen. Den Eisbären bleibt nun Zeit bis zum 25. November, um sich auswärts bei den Schwarzwäldern für diese bittere Niederlage zu revanchieren.

Nach dem Spiel in Mannheim geht es aber zuvor am Sonnabend nach München. Die weiteren Berliner Heimspiele der Gruppenphase gegen die Adler (3. Dezember) und die Münchener (5. Dezember) werden dann in der Mercedes-Benz Arena ausgetragen.

Damit man sich auf diese Partien in der Hauptstadt auch ohne Zuschauer freuen kann, muss jedoch zunächst eine bessere Leistung und ein Sieg gegen die Mannheimer her. Zumindest punktetechnisch ist die Ausgangslage der beiden Teams dabei gleich, verloren die Kurpfälzer doch ebenfalls ihr Auftaktspiel gegen München (2:3).

„Wir haben gegen Schwenningen phasenweise durchaus gut gespielt und nur etwas Pech gehabt, gerade im letzten Drittel“, beschwichtigte Richer, „wenn wir einfacher agieren und uns mehr aufeinander konzentrieren, können wir es gegen Mannheim schaffen.“

Ein bedeutender Tag soll es also werden für die Eisbären. Und für das deutsche Eishockey insgesamt.

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